Tabakmuseum Lorsch
Museumszentrum Lorsch • Nibelungenstr. 35
64653 Lorsch / Hessische Bergstraße
Öffnungszeiten: tägl. außer Montags von 10.00 - 17.00 Uhr

www.lorsch.info/tabakmuseum/

In unmittelbarer Nachbarschaft zum UNESCO Weltkulturerbe Ehemaliges Kloster Lorsch präsentiert das Tabakmuseum Lorsch eine einzigartige Sammlung zur Geschichte der Tabakkultur.

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Tabakmuseum Lorsch
Museumszentrum Lorsch • Nibelungenstr. 35
64653 Lorsch / Hessische Bergstraße
Öffnungszeiten: tägl. außer Montags von 10.00 - 17.00 Uhr

www.lorsch.info/tabakmuseum/

In unmittelbarer Nachbarschaft zum UNESCO Weltkulturerbe Ehemaliges Kloster Lorsch präsentiert das Tabakmuseum Lorsch eine einzigartige Sammlung zur Geschichte der Tabakkultur.

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Den Tabak trinken

Den Tabak trinken

„Bevor man eine Frage beantwortet, sollte man immer erst seine Pfeife anzünden”, empfahl Albert Einstein. Ob in der Wissenschaft oder der Kunst, während politischer und gesellschaftlicher Umbruchzeiten, im Krieg und im Frieden - wenn Menschen aufbrachen, um Neues zu entdecken, hat der Tabak seine Spuren hinterlassen. Und wie oft bot er einfach auch nur Erleichterung und Halt in schweren Augenblicken, wenn das Leben zu entgleiten droht - eine Zigarre, erklärt George Sand, mit der sich die Emanzipationsgeschichte der Frau im 19. Jahrhundert verbindet, „bevölkert die Einsamkeit mit tausend anmutigen Bildern”. Das Tabakmuseum Lorsch an der Hessischen Bergstraße präsentiert mit einzigartigem Rauchzubehör und Dokumenten zum Alltag der Tabakarbeiter eine faszinierende Ausstellung zu drei Jahrhunderten Tabakkultur.


Zigarillo Spitze Meerschaum; © Heimat- und Kulturverein e.V. Lorsch

Ein Mittel gegen Melancholie und physische Gebrechen
Kolumbus und seine Mannschaft wussten mit dem Gastgeschenk, das sie zum Zeichen der Freundschaft erhalten hatten, zunächst nicht allzuviel anzufangen - getrocknete Blätter, die sich die einheimischen Indiander angezündet in den Mund steckten und hernach aus Mund und Nase „höllischen Rauch” hervorstießen. Ein spanischer Mönch unter den Männern des Kolumbus für die indianischen Rauchsitten das Wort „Tabaktrinken”, das bis ins 18. Jahrhundert gebräuchlich war. Mit der Rückkehr des Kolumbus gelangt die Tabakpflanze Ende des 15. Jahrhunderts nach Europa. Auch hier herrschen erst einmal Misstrauen und Skepsis - bis der Tabak als medizinisches Allheilmittel entdeckt wird. Jean Nicot, um 1560 französischer Diplomat am Hof in Portugal - nach ihm ist der wichtigste Wirkstoff im Tabak benannt, das Nikotin - empfiehlt seiner Königin Katharina von Medici den Tabak als probates Mittel bei Melancholie, Verstimmung und physischen Gebrechen. 


Bild links: Pfeifen: Jägergesteckpfeife Rehkopf-Zither © Heimat- und Kulturverein e.V. Lorsch; Bild rechts: Schnupfen, Schnupftabakdose 2, © Heimat- und Kulturverein e.V. Lorsch

Während Tabak in Frankreich in der ersten Zeit vornehmlich als Heil- und Schmerzmittel genutzt wird, schätzen die Engländer den Tabak sogleich als Genussmittel. Hier macht der Seefahrer und Günstling der englischen Königin Elizabeth I Sir Walter Raleigh das Pfeifenrauchen um 1600 gesellschaftsfähig. Die ersten Zigaretten hielten knapp hundert Jahre später spanische Tabakarbeiter in den Händen. Bei der Herstellung von Zigarren fielen Tabakreste an, die sie in Papier einrollten und rauchten. Die massenhafte Verbreitung der Zigarette beginnt mit der Erfindung einer Zigarettenmaschine, die 1867 auf der Weltausstellung in Paris vorgestellt wird.

Geübte Zigarrenmacher, eine der größten rauchbaren Pfeifen der Welt und eine Sammlung, die im Guiness-Buch der Rekorde eingetragen ist. Mehr auf der nächsten Seite.

Das Tabakmuseum in Lorsch

Meerschaum-Pfeifen sind ein Hochgenuß für Pfeifenkenner - ihr Rauch ist trocken und kühl mit einem intensiven Aroma. Besonders hochwertige Pfeifen werden auch aus Bruyére-Holz gefertigt, dem Wurzelknollen der Baumheide. Das Holz hat meist eine wunderschöne Maserungund ist sehr glutbeständig. Das Tabakmuseum Lorsch besitzt eine umfangreiche Pfeifensammlung, die neben Meerschaum-Pfeifen und Pfeifen aus Bruyére-Holz Porzellanpfeifen sowie orientalische Wasser- und Opiumpfeifen enthält.

Pfeife Meerschaum, © Heimat- Kulturverein e.V. Lorsch 

Auf nahezu 600qm Ausstellungsfläche bietet das Tabakmuseum Lorsch eine seltene Sammlung zur Kulturgeschichte des Tabaks. Aufgrund der lokalgeschichtlichen Bedeutung sind die Schwerpunkte der Ausstellung zwar der Tabakanbau sowie die Zigarrenherstellung, doch auch das kunstvoll ausgearbeitete Rauchzubehör für den passionierten Tabakfreund kommt keinesfalls zu kurz. Zu den Attraktionen zählen u.a. auch eine Sammlung so genannter „Bauchbinden” für Zigarren und Deckelblätter für Zigarrenkisten, die im Guiness-Buch der Rekorde eingetragen ist sowie die größte rauchbare Pfeife der Welt. Graphiken und Stiche, Zeitungsausschnitte und zeitgenössische Fotografien vermitteln einen anschaulichen Eindruck über das Leben und Arbeiten der Lorscher Tabakbauern.


Eine der größten Pfeifen der Welt (Kopie), © Heimat- und Kulturverein e.V. Lorsch

Der Tabakanbau in Lorsch ist seit 1680 nachweisbar. Die erste Lorscher Zigarrenfabrik wurde 1859 gegründet. Großbetriebe unterhielten Filialen in Lorsch. In den 1920er Jahren, der Blütezeit des Lorscher Tabakanbau, wurden von 200 Tabakpflanzern 50 Hektar Anbaufläche bearbeitet. Im Jahr 2000 gab der letzte Anbau auf.


Bild links: Anbau 5, Ernte, Bandliertrocknen. Nach der Ernte wurden die Tabakblätter zum Trocknen vorbereitet. Bis 1925 wurden die Blätter in der ehemaligen Klosterbasilika zum Trocknen aufgehängt, danach in neu errichteten Trockenscheunen, die heute noch zu sehen sind. Vorbereitung, Pflege und Ernte in Lorsch sind in einem Video zu sehen. Bild Mitte: Anbau 1, Setzen der Tabakpflanze 1935: Bild rechts: Zigarrenmacherinnen bei der Fertigung © alle Fotos: Heimat- und Kulturverein e.V. Lorsch

Die besseren Zigarren werden auch heute noch in Handarbeit hergestellt. Eine Zigarre besteht aus drei Teilen: Deckblatt, Umblatt und Einlage. Die Wickel- und Zigarrenmacher - in Lorsch waren es meist Frauen - brauchen Erfahrung und großes Geschick, um die genau benötigte Menge an Tabak für die Einlage zu greifen, zu formen und in das Tabakblatt einzuwickeln.

 

Buchtipp:
Detlef Bluhm: Auf leichten Flügeln ins Land der Fantasie, Tabak und Kultur • Transit Buchverlag (1997) 
Detlef Bluhm lädt ein zu einem Spaziergang durch die kulturellen und historischen Facetten der Tabakfreuden. 
Restexemplare des Buches sind beim Verlag erhältlich

 

 

 

 

 

 

 

 

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