Carl Bosch

Der Mangel an geeigneten Düngemitteln wird zu Beginn des 20.Jahrhunderts für die Landwirtschaft zu einem drängenden Problem. Die rasche Zunahme der Bevölkerung macht höhere Ernteerträge notwendig, doch der Bedarf vor allem an wichtigen Stickstoffdüngern lässt sich aus den vorhandenen Quellen nicht mehr decken. Die Lösung des Stickstoffproblems verbindet Carl Bosch unauflöslich mit dem Menschheitsprojekt der „Verbannung des Hungers”. Carl Bosch stirbt am 26. April 1940 in Heidelberg. „Stationen” - das Carl Bosch Museum in Heidelberg.

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Carl Bosch

Der Mangel an geeigneten Düngemitteln wird zu Beginn des 20.Jahrhunderts für die Landwirtschaft zu einem drängenden Problem. Die rasche Zunahme der Bevölkerung macht höhere Ernteerträge notwendig, doch der Bedarf vor allem an wichtigen Stickstoffdüngern lässt sich aus den vorhandenen Quellen nicht mehr decken. Die Lösung des Stickstoffproblems verbindet Carl Bosch unauflöslich mit dem Menschheitsprojekt der „Verbannung des Hungers”. Carl Bosch stirbt am 26. April 1940 in Heidelberg. „Stationen” - das Carl Bosch Museum in Heidelberg.

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Carl Bosch

Der Mangel an geeigneten Düngemitteln wird zu Beginn des 20.Jahrhunderts für die Landwirtschaft zu einem drängenden Problem. Die rasche Zunahme der Bevölkerung macht höhere Ernteerträge notwendig, doch der Bedarf vor allem an wichtigen Stickstoffdüngern lässt sich aus den vorhandenen Quellen nicht mehr decken. Die Lösung des Stickstoffproblems verbindet Carl Bosch unauflöslich mit dem Menschheitsprojekt der „Verbannung des Hungers”. Carl Bosch stirbt am 26. April 1940 in Heidelberg.

Carl Bosch (1874-1940), Chemiker, Vorstandsvorsitzender der BASF 1919-1925 und der I.G. Farbenindustrie 1925-1935 © BASF Unternehmensarchiv Ludwigshafen/Rhein

Schon zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatten Chemiker festgestellt, dass Stickstoff ein wichtiger Bestandteil der landwirtschaftlichen Düngung ist. „Die Erträge der Landwirtschaft”, erklärt 1828 der deutsche Agrarwissenschaftler Philipp Carl Sprengel, „lassen sich mit Hilfe der Stickstoffdüngung erheblich steigern: Die Zufuhr von Stickstoff bewirkt eine erstaunliche Zunahme des Pflanzenwachstums”. 

Mit der Intensivierung der Getreideproduktion seit 1900 mussten dem Boden mehr Pflanzennährstoffe in Form von Stickstoff zugeführt werden, doch die Salpetervorkommen in Chile - neben den geringen Mengen von Ammoniak, das in den Kokereien als Nebenprodukt anfiel, die einzige Bezugsquelle von Stickstoffverbindungen - schienen bald erschöpft. Weltweit war Stickstoff zwar in unerschöpflichen Mengen vorhanden - 4/5 der Atmosphäre bestehen aus Stickstoff -, doch noch gab es keine technisch nutzbare Methode, den Luftstickstoff so zu binden, dass er als Düngemittel verwendet werden konnte. Ein neues Verfahren, das der Leipziger Chemiker Wilhelm Ostwald der BASF zum Kauf anbot, wurde daher freudig begrüßt. Carl Bosch, seit einem knappen Jahr Chemiker bei der BASF, erhielt den Auftrag, die Ergebnisse Ostwalds zu überprüfen.

 

Werbeplakat Nitrophoska © BASF Unternehmensarchiv Ludwigshafen/Rhein. 1927 kommt Nitrophoska auf den Markt. Die Nährstoffkonzentration des Düngemittels liegt zwei- dreimal höher als bei den bislang bekannten Mischdüngern. Die Wortbestandteile sind ein Hinweis auf die drei wichtigsten Nährstoffe für Pflanzen: Stickstoff (Nitrogenium), Phosphat und Kali.

Salpeter & Ammoniak: 
Salpeter ist die Sammelbezeichnung für einige Salze mit gebundenem Stickstoff. Als Bestandteil von Eiweißstoffen oder auch der DNS, des Erbmaterials, ist gebundener Stickstoff eine Voraussetzung für das Leben. Eiweiß wird in den Pflanzen aus einfachen Stickstoffverbindungen erzeugt. Der Boden enthält kaum gebundenen Stickstoff, von Bedeutung ist er nur in Salpetervorkommen.

Ammoniak ist eine Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff. Ammoniumverbindungen, so genannte Nitrate, sind wasserlöslich und die Pflanzen können sie über ihre Wurzeln aufnehmen. Wie der Luftstickstoff mit Ammoniak verbunden und dem Boden zugeführt werden kann, war um 1900 eine der meistdiskutierten Fragen in der Chemie.   


Eine peinliche Episode und landwirtschaftliche Forschungsarbeit. Mehr auf der nächsten Seite.

Das Stickstoffproblem

„Ich werde das Stickstoffproblem lösen!”
„Ja, wenn Sie einen frisch eingetretenen, unerfahrenen Chemiker beauftragen, der nichts kann, dann wird natürlich nichts dabei herauskommen”. Professor Wilhelm Ostwald war verärgert. Und vielleicht mischte sich in seinen Ärger auch schon Enttäuschung - Enttäuschung darüber, dass die Zweifel des jungen Chemikers der BASF an seinen Versuchsergebnissen berechtigt waren.

Sehr lange schon beschäftigten sich zahlreiche Chemiker mit dem Problem, den Stickstoff der Luft mit Wasserstoff zu Ammoniak zu verbinden. Im Jahr 1900 wandte sich der berühmte Gelehrte Wilhelm Ostwald aus Leipzig an die BASF und bot eben dieses Verfahren zum Kauf an. Das Unternehmen war sehr interessiert und beauftragte Carl Bosch, seit kurzem im Unternehmen angestellt, mit der Nachprüfung der Angaben Ostwalds. Doch in keinem Versuch konnte Bosch dessen Messergebnisse bestätigen - selbst die Prüfung mit demselben Blumendraht, den Ostwald bei seinen Versuchen als Katalysator verwendet und nach Ludwigshafen geschickt hatte, brachte keinen Erfolg. Carl Bosch entsinnt sich an die heftigen Auseinandersetzungen, die folgten: „Als unbekannter Chemiker geriet ich in erregten Besprechungen in eine Kontroverse mit dem berühmten Professor und in eine nicht geringe Verlegenheit”.

Die Aufgabe, an deren Lösung Ostwald gescheitert war, sollte Carl Boschs „Lebensaufgabe” werden. Viele Jahre später erinnert sich seine Frau Else Bosch an einen gemeinsamen Spaziergang. Plötzlich sei ihr Mann stehen geblieben und habe voller Zuversicht ausgerufen: „Ich werde das Stickstoffproblem lösen!”

Landwirtschaftliche Forschungsarbeit
Der Einwand wog schwer. Wie können wir wissen, fragten viele Besucher der landwirtschaftlichen Forschungsstation Limburger Hof, ob die Farbenpracht der Blumen auf den Versuchsbeeten das Ergebnis der Düngung oder aber einer großzügigen Bewässerung ist? Letztlich, so ihre Sorge, war man doch auf die Ehrlichkeit der Verantwortlichen angewiesen. Carl Bosch reagierte umgehend. Er ließ das Pflanzenwachstum in allen Stadien filmen - und neben die Begeisterung über einzigartige Filmaufnahmen mischte sich bei manch einem Pflanzenliebhaber gewiss auch Ernüchterung: In Zeitraffer konnte er den dramatischen Kampf zweier Bohnenpflanzen um zwei Drähte verfolgen, an denen sie sich hinaufranken wollten.

Landwirtschaftliche Versuchsstation Limburger Hof 1923, © BASF Unternehmensarchiv Ludwigshafen/Rhein; bild rechts: Versuchsstation Limburgerhof um 1937 © BASF Unternehmensarchiv Ludwigshafen/Rhein

Die landwirtschaftliche Forschungsstaion Limburgerhof - der Name geht zurück auf das Kloster Limburg, zu dem das Gut früher gehörte - liegt zwischen Ludwigshafen und Speyer. Der Vorschlag zum Aufbau der Einrichtung war von Carl Bosch gekommen. Nach dem technischen Durchbruch bei der Ammoniaksynthese war Boschs Absicht die wissenschaftliche Förderung der Landwirtschaft überhaupt. Er wollte den Landwirten nicht einfach nur einen Stickstoffdünger anbieten, sondern ihnen die größte und beste Auswahl an Spezialdüngern zur Verfügung stellen. „Es erscheint möglich, dass jede Pflanze mit einem besonderen Düngemittel ihre Höchstleistung erreicht”, umreißt Bosch ein Ziel der landwirtschaftlichen Forschungsarbeit der Station. 

Carl Bosch besuchte den Limburgerhof oft. Besuchern der BASF zeigte er stolz den musterhaft geführten Betrieb, viele Wochenenden verbrachte er hier mit seiner Familie.

Überraschende Eingebungen und das Glück, die Sterne zu schauen. Mehr auf der nächsten Seite.

Das Geheimnis einer Erfindung

Das Geheimnis einer Erfindung
Wie entsteht eine Erfindung? Durch Zufall? Beim müßigen Zeitvertreib eines Tüftlers? Mitnichten. Der Weg zu einer Erfindung ist lang und auch quälend, wie oft lassen scheinbar unüberwindliche Probleme den zukünftigen Entdecker resignieren. „Zu den Eigenschaften besonderer Urteilskraft und Fantasie müssen sich für den Erfinder noch Mut und Optimismus hinzugesellen, äußerste Hartnäckigkeit in der Verfolgung des Ziels, nicht zuletzt auch der unerschütterliche Glaube an das Gelingen”, umreißt Carl Bosch das komplexe Charakterbild des potentiellen Erfinders.

Doch nicht einmal die Summe dieser für sich allein schon bemerkenswerten Charaktereigenschaften garantiert das zukünftige Erfinderglück. Die Entstehung eines erfinderischen Gedankens ist das Ergebnis einer plötzlichen Eingebung, die aus derselben Quelle stammt wie die Inspiration eines Künstlers zu einem Gemälde. Carl Bosch ist überzeugt: „Wir können unbedenklich das fantasievolle Schaffen des Industriellen neben das künstlerische Schaffen stellen. Sowenig der Künstler letzten Endes Herr seiner Gedanken und Einfälle ist, sowenig ist es der Techniker”. Nichts, so Bosch, ist unzutreffender als die Annahme, alles sei errechnet und erklüngelt - der letzte, der entscheidende Gedanke kommt im geeigneten Moment über den Erfinder wie über den Künstler in seiner Schaffenslaune”.

 

Carl Bosch Nobelpreisurkunde © BASF Unternehmensarchiv Ludwigshafen/Rhein.

Ähnlich äußert sich Bosch in seiner Dankesrede zur Verleihung des Nobelpreises: Die Überraschung ist groß, wenn nach unendlichen und mühevollen Versuchsreihen das Gehirn im Unterbewusstsein das Ergebnis unerwartet findet. Die Entstehung einer Erfindung ist ein Geheimnis, das weder rational zu erklären ist noch in Regeln gefasst werden kann.

Die Villa Bosch
Der mit der Planung beauftragte Architekt war nicht zu beneiden. Im Jahr 1923 sollte das Ehepaar Bosch mit den beiden Kindern das Haus Schloss-Wolfsbrunnenweg in Heidelberg beziehen. Der Bauherr hatte über die künftige Nutzung der Räumlichkeiten sehr genaue Vorstellungen, in denen allerdings ein nur bescheidener Raumanteil für die Repräsentation als Vorstandsvorsitzender eines Weltunternehmens vorgesehen war - und es war nicht ganz einfach, Carl Bosch diese Wünsche auszureden: Das ganze Erdgeschoss sollte seinen Werkstätten vorbehalten bleiben, im übrigen bestand der Hausherr auf  ausreichend Platz für seine umfangreichen Sammlungen, wobei ihm die fachgerechte Unterbringung seiner großen Mineralien- und Käfersammlung besonders am Herz lag.

Villa Bosch 1925 © BASF Unternehmensarchiv Ludwigshafen/Rhein

Im Garten des Grundstücks befand sich ein Observatorium, wohin sich Carl Bosch nach anstrengenden Tagen in Ludwigshafen gerne zurückzog. Allein oder mit seiner Frau verbrachte er lange Nächte am Fernrohr und beobachtete die Sterne. In einer dieser Nächte war die Venussichel zu sehen - beglückt rief er seine Frau, um mit ihr zusammen das seltene Himmelsschauspiel zu genießen. 

Das Carl Bosch Museum in Heidelberg. Mehr auf der nächsten Seite.

Carl Bosch Museum/Museum am Gingko

Carl Bosch wird am 27. August 1874 in Köln geboren. Sein Vater betreibt ein Installationsgeschäft mit einer angegliederten Werkstatt.  Nach einem Maschinenbau- und Chemiestudium arbeitet er ab 1899 bei der Badischen Anilin- und Soda-Fabrik (BASF) in Ludwigshafen/Rhein.

Nachdem Professor Fritz Haber an der Technischen Hochschule Karlsruhe die Ammoniaksynthese in kleinem Maßstab gelungen war, erhält Carl Bosch den Auftrag, das Verfahren zur großtechnischen Reife zu entwickeln: Hochdrucköfen mussten entwickelt werden, die zugleich einem Druck von mehreren Hundert Atmosphären und Temperaturen um 500 Grad Celsius standhielten - Apparate, für die es in der Technik bislang kein Vorbild gab. Das Verfahren ging als „Haber-Bosch-Verfahren” in die Technikgeschichte ein und schon 1913 wurde in Oppau bei Ludwigshafen die Ammoniakfabrik in Betrieb genommen.

Carl Bosch 1937 © BASF Unternehmensarchiv Ludwigshafen/Rhein

1931 erhält Carl Bosch den Chemie-Nobelpreis für seine Verdienste um die Entwicklung chemischer Hochdruck-Methoden.

Carl Bosch ist Mäzen und Gründervater des Heidelberger Tiergartens, den er seit Beginn der 1930er Jahre finanziell und mit Tier-Geschenken untertützt.

In den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft wechseln Gemüts- und Gesundheitszustand von Carl Bosch häufig - unvermittelt folgen auf Zeiten des Wohlbefindens Phasen schwerer Unruhe. Carl Bosch stirbt kurz nach Ausbruch des II. Weltkriegs, am 26. April 1940, in seinem Haus in Heidelberg, geschwächt durch Krankheit und Depression.    

Literatur: 
Karl Holdermann: Im Bann der Chemie. Carl Bosch - Leben und Werk. Econ-Verlag 1960. Die ausführliche Biographie von Carl Bosch ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Informationen zu Carl Bosch und aktuelle Unternehmensinformationen zur Badischen Anilin und Sodafabrik (BASF) unter www.basf.com

Carl Bosch Museum Heidelberg/Museum am Gingko

Auf mehr als 300 m2 und zwei Außenflächen informiert das Carl Bosch Museum in Heidelberg über den Heidelberger Chemiker und Nobelpreisträger Carl Bosch. Auf acht „Stationen” erhalten die Besucher ebenso Einblicke in das Leben und die Entdeckungen Boschs wie in die Forschungslaboratorien oder die Hochdrucktechnik.

Carl Bosch Museum Heidelberg, Hausansicht von der Strasse aus; Bild rechts: Ausstellungsdetail © Carl Bosch Museum Heidelberg

Das Museum wurde 1998 im ehemaligen Garagenhaus der Villa Bosch, Carl Boschs Wohnsitz, gegründet. Das Haus diente als Wohnung für Boschs Chauffeure und als Garage für seine Automobile.

Am 15. November 2007 weihte das Carl Bosch Museum Heidelberg seinen Erweiterungsbau, das Museum am Ginkgo, ein. Seinen Namen verdankt das Haus zwei alten Ginkgobäumen auf dem Grundstück. Das Museum am Ginkgo ist ein Haus für vielerlei museale Aktivitäten. In dem architektonisch außergewöhnlichen Gebäude werden Sonderausstellungen präsentiert und es bietet Raum für museumspädagogische Programme.

Aktuelle Informationen zu Führungen & Sonderausstellungen: 
Carl Bosch Museum
Schloss-Wolfsbrunnenweg 46 • 69118 Heidelberg
Tel.: 06221 / 60 36 16
www.carl-bosch-museum.de

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