Johann Philipp Bronner

„In den meisten Fällen empfangen wir die Trauben, diese edlen Früchte aus den Händen der Natur, so, dass es nur an uns liegt, dieselben nutzbringend zu verwenden. Doch leider wird diese köstliche Frucht oft so gleichgültig behandelt, dass man sich wundert, wie der Eigentümer seinen eigenen Vorteil so vernachlässigen kann”. Mitte des 19. Jahrhunderts begründet Johann Philipp Bronner den wissenschaftlichen Weinbau in Deutschland. Der Apotheker aus dem badischen Wiesloch wird am 11. Februar 1792 geboren.

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Johann Philipp Bronner

„In den meisten Fällen empfangen wir die Trauben, diese edlen Früchte aus den Händen der Natur, so, dass es nur an uns liegt, dieselben nutzbringend zu verwenden. Doch leider wird diese köstliche Frucht oft so gleichgültig behandelt, dass man sich wundert, wie der Eigentümer seinen eigenen Vorteil so vernachlässigen kann”. Mitte des 19. Jahrhunderts begründet Johann Philipp Bronner den wissenschaftlichen Weinbau in Deutschland. Der Apotheker aus dem badischen Wiesloch wird am 11. Februar 1792 geboren.

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Ein vielseitig interessierter Apotheker

Einen Weinberg kultivieren
Aufmerksam folgt Johann Philipp Bronner den Erklärungen der Winzer. Ohne Scheu fragt er nach, wenn er einen Arbeitsschritt nicht versteht, ein Blatt ist voll mit Notizen. Der vielseitig interessierte Apotheker aus dem badischen Winzerstädtchen Wiesloch hatte den Weinbau als Liebhaberei entdeckt, vor kurzem hatte er etwas Land erwerben können, auf dem er eine Muster-Rebschule einrichten wollte. „Die Behandlung des Rebstocks gehörte früher nicht zum Bereich meines Wissens; allein die Leitung des Geschicks der Urbarmachung und die Anlage selbst veranlaßten mich, mit Rebbaukundigen mich zu beraten und deren Ansichten aufzufassen, um meine Einrichtungen gehörig zu treffen”.


Johann Philipp Bronner (1792-1864) © Bronners Weinstube Wiesloch

Das Wissen, das Bronner in einem Gebiet vorfindet, ist ihm immer nur Ausgangspunkt für weitere Forschungen - zugleich neugierig und unvoreingenommen, ist der Naturfreund und Naturforscher Lernender ein Leben lang: „Gewohnt, nichts zu tun, ohne den Grund beurteilen zu können, fragte ich die Leute um den Zweck dieser und jener Verrichtung und Behandlungsarten, und so erreichte ich einen doppelten Zweck, den der Selbstbelehrung und den der allgemeinen Beurteilung”. Mit den Jahren nimmt die Muster-Schule beträchtliche Ausmaße an: Johann Philipp Bronner hält etwa 400 verschiedene Rebsorten auf mehreren hunderttausend Weinstöcken.

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Die Natur muss doch immer erste Führerin sein
Welcher Boden ist der vorherrschende in der Gemarkung? Kalk, Sand oder Ton? Mit welchen Instrumenten werden die Trauben zerquetscht und wie lange werden sie nach dem Quetschen stehen gelassen? Für seine Nachforschungen auf den umliegenden Weingütern sowie seine Exkursionen in die Weinbaugebiete der Pfalz und dem Rheingau stellt Bronner einen Fragebogen mit weit über 60 Fragen zusammen, die ihm ein genaues Bild der jeweils vorherrschenden Weinbautechniken vermitteln sollen. Nur wenige Fachschriften zum Thema genügen seinen Ansprüchen: „Zwar haben wir mehrere Schriften über den Weinbau, wovon einige recht gut sind”, den meisten dieser Schriften fehle jedoch „die praktische Tendenz, um einen verbessernden Einfluss auf den Weinbau im Allgemeinen zu erreichen”. Bronner wundert sich, dass in keinem Werk zum Weinbau eine Verbesserung der Ökonomie angegeben sei, vor allem aber bemängelt er, dass fast nirgendwo der Gang der Natur beobachtet werde, „die doch immer unsere erste Führerin sein muss, wenn wir nicht irre wandeln wollen.”


Johann Philipp Bronner: Die Verbesserung des Weinbaus. Riesling ohne Pfähle und Latten, 1830 (Titelseite) © Stadtapotheke Wiesloch. Bronner legt in dieser Schrift seine wissenschaftliche Vorgehensweise dar. Angesichts der Armut der Landbevölkerung war ihm die kostengünstige Qualitätsverbesserung des Weinbaus ein besonderes Anliegen. Mit dem Bockschnitt ohne teure Hilfsmittel wie „Pfähle und Latten” liefert er auch gleich einen von ihm selbst erprobten Vorschlag. Bronner bringt in der Schrift seine Erfahrungen und das Wissen der Winzer sowie Erkenntnisse aus der Fachliteratur ein, in der er oft einen „unwissenschaftlichen Gang” der Untersuchungen findet.

Exklusivserie: Johann Philipp Bronner-Weine vom Winzerkeller Wiesloch. Für höchste Weinqualität zu sorgen war die Lebensaufgabe des Wieslocher Weinbauforschers Johann Philipp Bronner. Er ist damit der Namenspatron für die Premiumserie des Winzerkeller Wiesloch: Die Weine - aus exzellenten Lagen und von Vertragswinzern selektioniert gelesen - sind Garant für Gaumenfreude.

Das Leben genießen. Der Winzerkeller in Wiesloch hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer der größten Winzergenossenschaften in Baden-Württemberg entwickelt. Für Besucher nahe bei Heidelberg gelegen, lohnt sich ein Ausflug in die Weinstadt Wiesloch - und in den Weinpavillon des Wieslocher Winzerkeller. Hier finden Sie für jeden Geschmack und für jeden Anlass den richtigen Wein.

Reisender in Sachen Wein und Rosenzüchter. Mehr auf der nächsten Seite.

Reisender in Sachen Wein & Rosenzüchter

Reisender in Sachen Wein
„Nur durch ein gründliches Bild unseres ganzen deutschen Weinbaus können einseitige Ansichten verschwinden und die vielen Vorurteile, die dem Fortschritt im Weinbau noch fast überall hemmend entgegen stehen, bekämpft und beseitigt werden”. Auf seinen Reisen in die Pfalz, den Rheingau und in fast alle deutschen Weinbaugebiete erkennt Johann Philipp Bronner, dass die Weinbaupraxis innerhalb geringer Entfernungen stark wechselt und die Beschreibungen der Winzer immer nur den Weinbau eng begrenzter Gebiete aufzeigen.

Neben diesen kürzeren Fahrten unternimmt Bronner zwischen 1830 und 1840 - mit der Postkutsche oder dem „Dampfboot” - in beinahe jedem Jahr auch längere, oft mehrwöchige Forschungsreisen in das europäische Ausland, die dem Studium der Rotweinbereitung dienen. Auf diesen Studienreisen, die er teilweise im Auftrag der badischen Regierung durchführt, lernt er die berühmten Anbaugebiete Bordeux, Burgund und Medoc kennen. Besonderen Wert legt der Wissenschaftler Bronner auf die Glaubwürdigkeit seiner Forschungsergebnisse, die er in Büchern und zahlreichen Aufsätzen festhält: „Was ich hier berichte, ist unter meinen eigenen Augen vorgegangen. Es ist demnach nichts aus Schriften entnommen, sondern durch eigene Anschauung gewonnen”.

Auf den Spuren von Johann Philipp Bronner • Bronners Bistro & Weinstube • Marktstr. 13 • 69168 Wiesloch • Te.: 06222 / 304 60 60 • www.bronners-wiesloch.de

Der Rosenzüchter
Arkadenlauben schmücken die Weinbergsränder. Ihre Stützen bepflanzt Johann Philipp Bronner mit Rosen. Noch im Alter, nachdem er Apotheke und Weinbau seinen Söhnen übergeben hat, betreibt er seine Rosenzucht so engagiert, dass er sogar im Testament besondere Bestimmungen für den Erhalt und die Pflege seiner Lieblingspflanzen nach seinem Ableben verfügt. 

Johann Philipp Bronner starb am 4. Dezember 1864 in Wiesloch. Sein Grab auf dem alten Friedhof in Wiesloch ist noch erhalten.

Bronners Leben und wissenschaftliches Werk wurde erstmals 1979 von Dr. Fritz Schumann (Neustadt/Weinstr.) umfassend beschrieben und in der Schriftenreihe zur Weingeschichte veröffentlicht (Hrsg.: Gesellschaft für die Geschichte des Weins). Daneben informiert ausführlich Klaus Beneke: Johann Philipp Bronner - Pionier des Weinbaus in Deutschland, Apotheker, Forscher (2006), Institut für Anorganische Chemie Universität Kiel.

Johann Philipp Bronner wird am 11. Februar in Neckargemünd als Sohn eines Apothekers geboren. Auch er lernt diesen Beruf und beendet sein Studium zum Apotheker 1815. Seine Kindheit und Jugend verbringt Bronner in Neckargemünd.

1816 heiratet Bronner die Tochter des Wieslocher Apothekers Friedrich Märklin. Noch im gleichen Jahr übernimmt er dessen Apotheke. 1829 heiratet Bronner in zweiter Ehe Elisabeth (Lisette) Heddaeus, die Tochter des Pfarrers aus Biebelnheim bei Alzey. Mitte der 1820er Jahre ersteht Bronner in Wiesloch ein größeres Gelände, auf dem er Weinbau betreibt. Die Weinbau-Schule nimmt mit den Jahren beträchtliche Ausmaße an, um 1840 hält Bronner etwa 400 verschiedene Rebsorten bei einem Bestand von mehreren hunderttausend Rebsorten.

Elisabeth (Lisette) Heddaeus, Johann Philipp Bronners zweite Frau © Bronners Wiesloch

Zwischen den Jahren 1830 und 1840 unternimmt Bronner zahllose Reisen in bedeutende europäische Weinbaugebiete. Hauptziele seiner Forschungen sind dabei die Verbesserung des Rebsatzes, die Senkung der Kosten sowie allgemein die Grundlagen des Qualitätsweinbaus. Für seine Verdienste um den Weinbau verleiht ihm Wilhelm Markgraf und Prinz von Baden am 2. Juni 1839 den Titel eines Ökonomie-Rates.

Johann Philipp Bronner stirbt am 4. Dezember 1864 in Wiesloch.

Die Stadt-Apotheke Wiesloch - Ein Ort mit Geschichte

Im Jahr 1858 übergab Johann Philipp Bronner die Stadtapotheke in Wiesloch seinem Sohn Georg Philipp Bronner. Die Räumlichkeiten der „historischen” Stadtapotheke wurden später sehr beengt und auch der Zugang über die steile Außentreppe war nicht ganz einfach. 

Foto: Stadtapotheke Wiesloch, Dr. Adolf Suchy

Die heutige Stadtapotheke wurde daher in den 1960er Jahren in das angrenzende Nachbarhaus verlegt. Doch auch die historische Apotheke, wie sie von Bronner geführt wurde, steht noch immer mit ihrer originalen Einrichtung und kann nach vorheriger Vereinbarung besichtigt werden. Kurzweilig, anregend und mit profundem Wissen erzählt Dr. Adolf Suchy bei einer Weinprobe über das Leben von Johann Philipp Bronner.

Noch in anderer Hinsicht hat die Stadtapotheke Wiesloch Geschichte gemacht: Als erste Tankstelle der Welt. Mehr hierzu auf der Internetseite der Stadtapotheke Wiesloch oder hier auf Qualitätslotse.


Info:
Stadtapotheke Wiesloch
Hauptstr. 96 • 69168 Wiesloch
Tel.: 06222 / 5 88 12 - 0
Informationen zu Führungen / Arrangements im Internet www.stadtapotheke-wiesloch.de

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