Ein Haus der Kurpfälzer & Heidelberger Geschichte

Hauptstr. 97 • 69117 Heidelberg

Tel.: 06221 / 58 34 020 • Fax: 06221 / 58 34 900

www.museum-heidelberg.deDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das Kurpfälzische Museum der Stadt Heidelberg bietet mit seinen umfangreichen kunst- & kulturhistorischen Sammlungsbeständen ein faszinierendes Bild der Kurpfälzer Geschichte und der Geschichte ihrer Hauptstadt Heidelberg - und eine originalgetreue Kopie zeigt das früheste Zeugnis menschlichen Lebens in Europa • aktuelle Ausstellung: Weitsicht, noch bis 29. Januar 2017


Ein Haus der Kurpfälzer & Heidelberger Geschichte

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Das Kurpfälzische Museum der Stadt Heidelberg bietet mit seinen umfangreichen kunst- & kulturhistorischen Sammlungsbeständen ein faszinierendes Bild der Kurpfälzer Geschichte und der Geschichte ihrer Hauptstadt Heidelberg - und eine originalgetreue Kopie zeigt das früheste Zeugnis menschlichen Lebens in Europa • aktuelle Ausstellung: Weitsicht, noch bis 29. Januar 2017

Ein Altersbildnis & das Modell eines berühmten Unterkieferknochen

Das Neckartal und die Schlossruine begeisterten ihn. Um sie zu zeichnen, ließ sich Charles de Graimberg (1774-1864), Sohn eines vermögenden französischen Grafen, in Heidelberg nieder - und begann mit dem Aufbau einer umfassenden Sammlung zur Geschichte des Heidelberger Schlosses und des pfälzischen Fürstenhauses, die schon bald Gemälde und Urkunden, Münzen, Waffen und Skulpturen umfasste. Seine Sammlung, die 1879 von der Stadt erworben wurde, bildete den Grundstock für die „Städtische Kunst- und Alterthümersammlung”, die 1908 im Palais Morass in der Heidelberger Hauptstrasse eröffnet wurde.

Heidelberger Hauptstrasse um die Jahrhundertwende mit Blick auf das Kurpfälzische Museum © Stadtarchiv Heidelberg

Die Gemälde- und Skulpturensammlung präsentiert in der Kurpfalz-Abteilung herausragende Persönlichkiten der Regional-Geschichte, darunter den Winterkönig Friedrich V oder ein Altersbildnis der Prinzessin von der Pfalz Elisabeth Charlotte, genannt Liselotte von der Pfalz. Einen absoluten Höhepunkt in der kunsthandwerklichen Abteilung bildet das Straßburger Silberservice der letzten Kurfürstin Elisabetgh Auguista (1721-1794), während in der Präsentation der Stadtgeschichte ein einzigartiger Bilderzyklus des Malers Ferdinand Kobell die verheerenden Folgen des Eisgangs von 1794 festhält, der zum (Wiederauf-)Bau der Alten Brücke führte. In der graphischen Sammlung begeistern Einzelarbeiten wie etwa Chagalls „Der Blaue Bär”, in der Archäologischen Abteilung sind Funde aus der Ur- und Frühgeschichte bis zur Römerzeit zu sehen - und das orginalgetreue Modell des Unterkieferknochens des „homo heidelbergensis”, dem ein Alter von etwa 600.000 Jahren zugeschrieben wird.

Museumsgarten um 1870 © Stadtarchiv Heidelberg

Die kostbaren Sammlungsbestände in der Dauerausstellung, aber auch aktuelle Sonderausstellungen laden im Kurpfälzischen Museum Heidelberg zum Entdecken und Verweilen ein. Auf Wunsch sind für Besuchergruppen gerne Führungen zu ausgewählten Themen möglich. In Informationsblättern werden regelmäßig Kunstwerke des Monats vorgestellt, im Museumsshop können Plakate, Postkarten und Kataloge sowie Replike aus dem archäologischen Bereich erworben werden - Nachbildungen Heidelberger Terrakotten und Steinreliefs sind ausschließlich im Kurpfälzischen Museum zu erhalten.

Seit Eröffnung des Neubaus 1991 sind alte und neue Museumsbereiche miteinander verbunden. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich im linken Flügel des Museumskomplexes der Heidelberger Kunstverein.

Forschung im KMH

Grabungen in Szene gesetzt

Vom 30. Juni - 11. September 2011 präsentiert das Kurpfälzische Museum Heidelberg die Kabinettausstellung „Archäologie - ganz im Bilde. Heidelberger Ausgrabungen in der frühen Fotografie”.

Vorzeitliche Wohngruben, Gräberfelder mit reichen Beigaben, römische Töpferöfen - auf dem Gebiet der Heidelberger Stadtteile Neuenheim und Bergheim entdecken Archäologen Ende des 19.Jahrhunderts fasziniernde Spuren der Frühgeschichte und der römischen Antike. Historische Aufnahmen vermitteln einen Eindruck der Grabungsarbeiten - und nehmen den Betrachter mit auf eine Zeitreise in das Heidelberg der Jahrhundertwende.

An dieser Stelle brannten einst römische Handwerker die begehrten Tonkrüge für den Wein, hier wütete der furchtbare Brand, der das römische Kastell zerstörte, und auf dieser Brücke überquerten Legionäre vor zwei Jahrtausenden den Neckar. Vielleicht am meisten berührt die Besucher der Ausstellung die Aura der Geschichte, die aus den Bildern spricht - ja, so könnte es gewesen sein. 

1855 war der erste Lehrstuhl für Klassische Archäologie an der Heidelberger Universität eingerichtet worden. Auf dem bislang landwirtschaftlich genutzten Gebiet der heutigen Heidelberger Stadtteile Neuenheim und Bergheim setzte dann ab etwa 1870 ein regelrechter Bauboom ein. Bei der Erschließung der Baugelände wurden wertvolle archäologische Funde gemacht, die oft unter großem Zeitdruck gerettet und dokumentiert werden mussten. Eine wichtige Hilfe hierbei bot das noch junge Medium der Fotografie.


Bild links: Heidelberg, Bergheim, Römischer Töpferofen, gefunden anlässlich der Klinikneubauten 1875-1878 © Kurpfälzisches Museum Heidelberg; Bild rechts: Heidelberg Universitätsplatz, Grabungen zum Augustinerkloster 1912. Die Einweihung des Denkmals für Kaiser Wilhelm I. hatte 1901 stattgefunden. © Kurpfälzisches Museum Heidelberg

Das Kurpfälzische Museum der Stadt Heidelberg präsentiert noch bis 11.September 2011 historische Fotografien, die einen Eindruck von den Ausgrabungen Heidelberger Archäologen um die Jahrhundertwende vermitteln. Handwerklich und technisch perfekt gemacht, dokumentieren die Aufnahmen die Ausgrabungsstätten und Fundsituation, zugleich sind sie berührende Zeitdokumente, die den Stolz und die Freude der Forscher und ihrer Helfer an den Funden spiegeln.

Die Exponate gehören zu den ältesten Fotografien aus dem Bestand der Archäologischen Abteilung des Museums, ergänzt durch Leihgaben aus dem Stadtarchiv Heidelberg. Die Bilder entstanden zwischen 1877 und 1914.

Info:
Archäologie - ganz im Bilde.
Heidelberger Ausgrabungen in der frühen Fotografie.
Ausstellung 30. Juni -11. September 2011

Franziska Becker - Cartoons

Schönheitsoperationen & andere Katastrophen

Franziska Becker: „Frischzellenkur”
Zeichnungen & Karikaturen

16. Oktober 2014 - 01. Februar 2015

Franziska Becker © Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg / Franziska Becker

Der großen deutschen Karikaturistin Franziska Becker, deren Karriere 1976 in Heidelberg begann, widmet das Kurpfälzische Museum ab Herbst 2014 eine umfassende Einzelausstellung. Becker wurde in Mannheim geboren. Nach abgebrochenem Ägyptologie-Studium und einer Ausbildung am Hygiene-Institut in Heidelberg studierte sie beim jungen Markus Lüperts an der Kunstakademie Karlsruhe.

1973 stößt Franziska Becker zur sehr lebendigen und reichlich unangepassten Heidelberger Frauenbewegung, wo sie sich in den bewegten 1970er Jahren politisiert & noch heute alte Freundschaften pflegt. Auf einer Recherche-Reise lernt sie 1975 Alice Schwarzer kennen. Seit der ersten Ausgabe der Zeitschrift EMMA veröffentlicht sie kontinuierlich in jeder Ausgabe.

Franziska Becker zeichnete für viele andere Magazine & Zeitschriften. Sie publizierte 19 eigene Bücher sowie zahlreiche Buchillustrationen, Poster etc. unter anderem für das damals neu gegründete Heidelberger Kindertheater. Vorbild auf dem für eine Frau noch immer schwierigen Weg, den Beruf der Karikaturistin zu ergreifen, war die Heidelberger Künstlerin Marie Marcks, die sie persönlich kennt.

Franziska Becker, Bild links: Kunst, Bild rechts: Mathematik. © Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg / Franziska Becker

Franziska Becker wurde mit bedeutenden Preisen der Satirischen Zeichnerzunft geehrt: 1988 erhielt sie den „Max und Moritz-Preis” als bester deutschsprachiger Comiczeichner, 2012 den „Göttinger Elch” und im Herbst 2013 den „Wilhelm Busch-Preis” für ihr Lebenswerk.

Franziska Becker lebt und arbeitet in Deutschland und den Vereinigten Staaten.

Info: www.franziska-becker.com

Heidelbergs wilde 70er

Ein faszinierendes Stück Zeitgeschichte

Eine Stadt bricht auf

Heidelbergs wilde 70er

16. Mai bis 21. September 2014

Weltweit vollzieht sich in den 1970er Jahren ein fundamentaler politischer und sozialer Wandel. Zahlreiche technische Neuerungen bahnen sich ihren Weg - besonders im Bereich der Datenverarbeitung, da Computer nun dank neu gegründeter Unternehmen wie Apple und Microsoft massentauglich werden. Zugleich nimmt die Radikalisierung politischer Gruppen zu und mündet Ende der 1970er Jahre in eine neue Form des Extremismus.

Für Heidelberg symbolisiert diese Zeit einen Aufbruch im doppelten Sinne: Gesellschaftliche Veränderungen treffen auf neue städtebauliche Konzepte. Anti-Atomkraft-Bewegungn & Frauen-Bewegung, Spontis, K-Gruppen und Wohngemeinschaften - die 70er Jahre waren das Jahrzehnt, das Heidelberg am meisten verändert hat - mit außerordentlichen Nach- und Auswirkungen bis heute. „Sexuelle Revolution”, „internationale Solidarität” oder „selbstverwaltete Alternativprojekte” gehören zu den Schlagworten der Zeit.

Die Studentenbewegung befand sich auf ihrem Höhepunkt. Parallel dazu beschlossen Stadtverwaltung und Gemeinderat, die Altstadt durch Sanierungsmaßnahmen grundlegend zu verändern und mit dem Emmertsgrund einen neuen Stadtteil zu schaffen. In dieser Umbruchzeit, in der die Grundlagen für die großen politischen Veränderungen der 1980er Jahre gelegt wurden, stand Heidelberg neben Berlin und Frankfurt im Zentrum des bundesweiten Interesses.

Zeitzeugeninterviews, „Fundstücke” aus den 70ern, Gemälde, Grafiken, Filmplakate und Installationen bereiten im KMH dieses faszinierende Stück Zeitgeschichte auf.

Zur Ausstellung erscheint eine Ausstellungszeitung von Studierenden der Übung „Oral History in der zeithistorischen Forschung: Das alternative Milieu der 60er und 70er Jahre” (Sommer-Semester 2013) und des Hauptseminars „Eine Stadt bricht auf. Heidelbergs wilde 70er” (Winter-Semester 2013/2014) zum Preis von 70 Cent.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Verlag „Das Wunderhorn”, dem Historischen Seminar und dem Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg.

Ausstellungsplakat © Kurpfälzisches Museum Heidelberg

Die Wittelsbacher in Heidelberg

Sprechende Steine - Die Grablegen der Wittelsbacher in Heidelberg

Sie herrschten viele Jahrhunderte über die Pfalz - und bis zur Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg war Heidelberg das Zentrum der Politik des mächtigen Adelsgeschlechts der Wittelsbacher. Die Ausstellung „Die Grablegen der Wittelsbacher in Heidelberg. Tod und Gedächtnis im Mittelalter” im Kurpfälzischen Museum Heidelberg ist Teil der großen Drei-Länderausstellung „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa”.
Die Ausstellung in Heidelberg ist vom 08. September 2013 bis 02. März 2014 zu sehen.

Die so genannte Pfalzgrafschaft bei Rhein zählte zu den bedeutendsten Fürstentümern im Heiligen Römischen Reich. Ihr Regent wählte als einer der sieben Kurfürsten vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit den römisch-deutschen König. Im Jahr 1214 übertrug der Staufer-Kaiser Friedrich II die Pfalzgrafschaft an die Familie der Wittelsbacher. Was folgte, war eine klassische Aufsteigergeschichte: Mitglieder der Familie avancierten zu Pfalzgrafen, Kurfürsten und sogar einem König, die bedeutende Spuren in Kunst und Kultur hinterließen - weder die Universitätsstadt Heidelberg noch die Rhein-Neckar-Metropole Mannheim wären ohne sie denkbar.

Zeugnis von der Herrschaft der Dynastie der Wittelsbacher geben bis heute das Heidelberger Schloss und die Heiliggeistkirche im Herzen der Heidelberger Altstadt, in der sich bedeutende Mitglieder der Familie beisetzen ließen: Der einzige König aus der Kurpfalz Ruprecht I (1352-1410) wurde ebenso in der Heidelberger Heiliggeistkirche beigesetzt wie Kurfürst Ottheinrich (1502-1559), dessen prachtvolle Bibliothek, die „Bibliotheca Palatina”, legendären Ruf erlangte oder Kurfürst Friedrich III der Fromme (1515-1576), der den Heidelberger Katechismus erließ, ein neues Handbuch zur Unterweisung in den wichtigsten Glaubensgrundlagen.

Die Grablegen der Wittelsbacher in Heidelberg. Tod und Gedächtnis im späten Mittelalter, Frieder Hepp (Hg.), Jörg Peltzer (Hg.) (2013). Universitätsverlag Winter Heidelberg, ISBN 978-3-8253-6212-6. Das Thema Tod und Gedächtnis berührt einen zentralen Aspekt des Wirkens und der Präsenz der Wittelsbacher in Heidelberg. Die Pflege der Erinnerung an die verstorbenen Pfalzgrafen diente dem Seelenheil der Verstorbenen ebenso wie der Selbstvergewisserung der Herrscherfamilie (Verlagstext)

Die Ausstellung im Kurpfälzischen Museum Heidelberg widmet sich den verschiedenen Grablegen der Wittelsbacher Pfalzgrafen - von schon lange nicht mehr existierenden Erinnerungsstätten wie dem Augustinerkloster und dem  Franziskanerkloster bis zur von König Ruprecht I als würdige Grablege ausgebauten Heiliggeistkirche. Sterbeszenen auf spätmittelalterlichen Holzschnitten sowie steinerne Monumente wie etwa künstlerisch aufwendig gestaltete Denkmale ergänzen die Ausstellung.

Vortrag:
„Wie kommen die Wittelsbacher zu ihrem Löwen?”
Löwen, Adler & anderes Gethier in Biologie und Heraldik der frühen Neuzeit

Prof. Dr. Frieder Hepp, KMH, Dr. Klaus Wünnemann, Tiergarten Heidelberg
KMH • 14. November 2013 • 19.00
In Kooperation mit dem Heidelberger Tiergarten

Foto links: Tiergarten Heidelberg. Foto rechts: Solitaire Elisabeth Augusta mit einem Löwen, © Kurpfälzisches Museum Heidelberg

Löwe, Adler & Co. stehen seit jeher für Macht, Stärke und Ruhm. Doch ihre Biologie hat sehr viel mehr Facetten, als früher angenommen wurde. So gewinnen sie als faszinierende Botschafter ihrer Lebensräume eine zusätzliche bedeutende Qualität, die über ihren Einsatz als Wappentiere adliger Macht weit hinausgeht.