Kunsthalle Mannheim

Friedrichsplatz 4 • 68165 Mannheim

Tel.: 0621 / 293 64 52 • Fax: 0621 / 293 64 12

www.kunsthalle-mannheim.euDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit herausragenden Gemälden des 19. und 20. Jahrhunderts u.a. von Édouard Manet und Paul Cézanne über Otto Dix bis Francis Bacon und der bedeutenden Skulpturensammlung mit Werken etwa von Constantin Brâncusi und Auguste Rodin zählt die Kunsthalle Mannheim zu den renommiertesten Sammlungen der deutschen und intrenationalen Moderne bis zur Gegenwart. Neben der ständigen Sammlungspräsentation bietet die Kunsthalle jährlich Sonderschauen internationaler zeitgenössischer Kunst. Mit speziellen Kunstvermittlungsangeboten werden Kinder, Jugendliche & Erwachsene anregend & spielerisch an Kunst herangeführt • Foto: Jugendstilbau der Kunsthalle Mannheim © Foto: Kunsthalle Mannheim / Brigida Gonzalez 2013 • aktuelle Ausstellungen: „ARCHE. Die Sammlung kehrt zurück” - 18.04. 2014 - 01.05.2016

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Mit herausragenden Gemälden des 19. und 20. Jahrhunderts u.a. von Édouard Manet und Paul Cézanne über Otto Dix bis Francis Bacon und der bedeutenden Skulpturensammlung mit Werken etwa von Constantin Brâncusi und Auguste Rodin zählt die Kunsthalle Mannheim zu den renommiertesten Sammlungen der deutschen und intrenationalen Moderne bis zur Gegenwart. Neben der ständigen Sammlungspräsentation bietet die Kunsthalle jährlich Sonderschauen internationaler zeitgenössischer Kunst. Mit speziellen Kunstvermittlungsangeboten werden Kinder, Jugendliche & Erwachsene anregend & spielerisch an Kunst herangeführt • Foto: Jugendstilbau der Kunsthalle Mannheim © Foto: Kunsthalle Mannheim / Brigida Gonzalez 2013 • aktuelle Ausstellungen: „ARCHE. Die Sammlung kehrt zurück” - 18.04. 2014 - 01.05.2016

Kunsthalle für alle

Zu ihren Schätzen zählen Spitzenwerke der Kunstgeschichte von Vincent van Gogh und Paul Cezanne über Franz Marc und Max Beckmann. Der deutschlandweit bekannte Skulpturenschwerpunkt umfasst Schlüsselwerke von Auguste Rodin über Henry Moore bis zu Wilhelm Lehmbruch und Max Ernst. Neben den etwa 2.150 Gemälden und weit über 800 Skulpturen gehören zu ihrem Bestand ca 33.000 Blatt Handzeichnungen und Aquarelle sowie eine Sammlung von Bildhauerzeichnungen und Druckgraphiken u.a. von Albrecht Dürer und Rembrandt Die Kunsthalle Mannheim prägt seit über 100 Jahren das kulturelle Leben der Quadratestadt und ist zugleich das bedeutendste Bürger-Museum für moderne und zeitgenössische Kunst im Südwesten Deutschlands.

Bild links: Kunsthalle Billing-Bau vor der Sanierung 2010-2013 © Kunsthalle / Cem Yücetas. Der Jugendstil-Bau der Kunsthalle entstand 1907 nach Plänen des Karlsruher Architekten Hermann Billing. Bild rechts: Hermann Volz: Kranzträgerinnen an der Fassade der Kunsthalle Mannheim, 1906-1907, Sandstein. © Kunsthalle / Cem Yücetas

Schon wenige Monate nach der Eröffnung des Museumsbetriebs im Dezember 1909 kann der erste Direktor der Kunsthalle, der Kunsthistoriker Fritz Wichert (1878-1951), das bis heute berühmteste Gemälde im Sammlungsbesitz erwerben - Édouard Manets „Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko”. Mit seinem Weg weisenden Sammlungskonzept, das u. a. den Ankauf französischer Malerei der Moderne und den Aufbau einer modernen grafischen Sammlung einschließt, gestaltet Wichert die Mannheimer Kunsthalle zu einem ersten Museen für moderne Kunst weltweit.

Nachfolger von Fritz Wichert wird ab 1923 Gustav Friedrich Hartlaub (1884-1963). Die besten Sammlerstücke, die Hartlaub während seiner Direktionszeit erwirbt - Meisterwerke der Kunstgeschichte u. a. von Max Beckmann und Otto Dix, George Grosz und Robert Delauny oder Marc Chagall - werden unter den Nationalsozialisten beschlagnahmt und gehen der Kunsthalle verloren. Hartlaub organisiert immer wieder bedeutende Schauen umstrittener europäischer Künstler - und prägt mit einer Ausstellung 1925 den kunstgeschichtlichen Begriff „Neue Sachlichkeit”.

In den späten 1950er und früher 1960er Jahren gelingt unter der Leitung von Heinz Fuchs (1917-2001) der Sprung in die Internationalität. Ein Höhepunkt dieser Zeit ist 1962 die Erstausstellung von Francis Bacon auf dem Kontinent - zu den spektakulärsten Erwerbungen gehört Bacons Gemälde „Schreiender Papst”. Im Mittelpunkt des Sammlungsprogramms von Fuchs steht jedoch die Skulptur: Unter anderem gelangen unter Fuchs’ Vorsitz die Figurengruppe „Capricorne” von Max Ernst und Constantin Brâncusis „Der große Fisch” nach Mannheim.

Kunsthalle Mitzlaff-Bau © Kunsthalle / Cem Yücetas. Das Erweiterungsgebäude des Mannheimer Büros Lange Mitzlaff Böhm Müller wurde 1983 am Friedrichplatz eröffnet.

Unter der Direktorin Dr. Ulrike Lorenz (seit 2009) widemet sich die Kunsthalle verstärkt aktuellen internationalen künstlerischen Entwicklungen und knüpft mit vielseitigen Kunstvermittlungen an ihr Gründungsmotto an: „Kunsthalle für alle”.

Brancusis Fisch begrüßt die Besucher

Der Jugendstilbau erstrahlt in neuem Glanz

Ein Foto vom Mai 1975 zeigt den damaligen Kunsthallendirektor Heinz Fuchs, wie er in der Eingangshalle des Jugendstilgebäudes eine Rede hält. Nicht irgendeine: Gerade sind Sanierungsarbeiten durchgeführt und letzte Kriegsschäden beseitigt worden. Direkt vor ihm, im Zentrum des strahlenförmig gemusterten Marmorbodens, ist die hochglanzpolierte Bronze „Le grand poisson” von Constantin Brancusi auf weißem Sockel platziert. Bis zum Beginn der Generalsanierung 2010 war genau dort der Ausstellungsort eben jener Plastik gewesen, die auf Betreiben von Fuchs als Schlüsselwerk der Skulpturensammlung des Hauses angekauft worden war. Ein ähnliches Foto könnte es bald wieder geben, wenn nach der Wiedereröffnung des Billingbaus der Mannheimer Kunsthalle der „Fisch” die Besucher in in der Eingangangshalle begrüßt.

Das Löwenportal des Jugendstilbaus der Kunsthalle Mannheim. © Brigida Gonzalez / Kunsthalle Mannheim

Die neue Kunsthalle, die der Karlsruher Architekt Hermann Billing (1867-1946) im Jahr 1905 entwift, ist ein zwei-flügeliges Gebäude mit einer imposanten, überkuppelten Eingangszone. In der zweigeschossigen Jugendstilanlage löst der Architekt das Thema Beleuchtung, indem er im Erdgeschoss Seitenlicht durch hoch gelegene Fenster fallen lässt und im Obergeschoss die Ausstellungssäle mit Tageslichtdecken ausstattet.

Rechtzeitig zum Stadtjubiläum eröffnet am 1. Mai 1907 in der Kunsthalle die „Internationale Kunst- und Große Gartenbauausstellung” - eine Leistungsschau, bei der Meisterwerke moderner Malerei und Skulptur mit einer auf Ästhetik zielenden Gartenkunst eine Verbindung eingehen. Unter dem Motto „Harmonie von Kunstwerk und Raum” sind namhafte Künstler mit der Gestaltung einzelner Räume beauftragt, unter ihnen Peter Behrens, der mit dem Entwurf des AEG-Logos zu den Begründern des Industrie-Designs in Deutschland gehört, Josef Maria Olbrich und Josef Hoffmann mit den Wiener Werkstätten.

Hermann Billing hat aus der Bestimmung des Gebäudes eine Form entwickelt, in der alles sichtbar ineinandergefügt und einheitlich zusammengeschlossen ist und trotzdem verschiedene Bereiche klar voneinander getrennt sind. In erster Linie hat er eine Art „Rohbau” konzipiert, in dem sich insgesamt 30 Kuben zu Ausstellungszwecken aneinanderreihen. Aufwendige Wandverkleidungen, Bodenbeläge und Inventar werden nach dem Ende der Jubiläumspräsentation am 20. Oktober 1907 vollständig entfernt. Am 04. Dezember 1909 wird das Gebäude als Museum in Betrieb genommen.

Bild links: Der Jugendstilbau von Hermann Billing, historische Aufnahme von 1907. Bild rechts: Eindrücke von der Innenraumgestaltung von 1907: Athene-Trakt © Kunsthalle Mannheim

Grand Opening (18. - 21. Oktober 2013)
Nach dreijähriger Generalsanierung feiert die Kunsthalle Mannheim die Wiedereröffnung des Billingbaus in einem großen Festakt. An insgesamt vier Tagen besteht für die Besucher Gelegenheit, die alten Räume in neuem Glanz zu bestaunen. Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm lädt ein zum Verweilen, u. a. mit Festkonzerten und hochkarätigen Vorträgen. Zu jeder vollen Stunde informiern 20-minütige Führungen über den Jugendstilbau. Die erste große Ausstellung ist dann ab November Otto Dix und Max Beckmann gewidmet: Unter dem „Titel Dix/Beckmann: Mythos Welt” knüpft die Kunsthalle Mannheim ab 22. November 2013 an den Epochenbegriff der „Neuen Sachlichkeit” an, den der Direktor der Kunsthalle Gustav Friedrich Hartlaub geprägt und der 1925 in der gleichnamigen Ausstellung die beiden großen Maler des deutschen Nach-Expressionismus schon einmal präsentiert hatte.

Informationen zum „Grand Opening” finden Sie im Internet unter www.kunsthalle-mannheim.de

Ólafur Eliason: Starbrick, 2009 (commissioned by Zumtobel), erworben aus den Mitteln der Wilhelm-Müller-Stiftung, 2013. © Kunsthalle Mannheim, Foto: Cem Yücetas, VG Bild-Kunst, Bonn 2013. Direkt über Brancusis Bronze „Le grand Poisson” im Eingangsbereich der Kunsthalle sorgen 35 sternförmige, zu einem wolkenähnlichen Gebilde arrangierte Lichtmodule in luftiger Höhe für eine atmosphärische Illumination. Die Idee zu diesem Lichtobjekt stammt von dem dänisch-isländischen Künstler Ólafur Elíasson. In den vergangenen Jahren hat sein Studio eine Reihe von Experimenten mit Raum, Geometrie und Licht durchgeführt, die u. a. zur Entwicklung des Starbrick führten. Der Starbrick ist ein komplexer geometrischer Baustein, der in verschiedenen Formationen zu Lichtobjekten gruppiert werden kann.

Meisterwerke-Katalog zur Wiedereröffnung
Auch wenn die Zeichen auf Veränderung stehen: Sammeln und Bewahren gehören nun einmal zu den Kernaufgaben eines Museums. Letztmals waren 1995 in einer Publikation Schlüsselwerke der Malerei wissenschaftlich bearbeitet worden. Weil die Kunsthalle zu den wenigen Häusern in Deutschland zählt, in denen Malerei und Plastik annähernd gleichrangig erworben werden, widmet sich die aktuelle Publikation auch dem Skulpturenschwerpunkt des Museums und vereint erstmals beide Gattungen in sieben reich bebilderten Kapiteln. 

Vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart richtet sich der Blick auf über 200 Jahre Kunst- und Sammlungsgeschichte. Dabei werden herausragende Werke und Künstlerpersönlichkeiten gewürdigt.

Rund 1.900 Gemälde sind im Besitz der Kunsthalle - darunter Hauptwerke der Romantik, des französischen Impressionismus, des deutschen Expressionismus und der internationalen Moderne. Der Skulpturenbestand umfasst rund 850 Werke der Bildhauerei aus einem Zeitraum von 150 Jahren. Neben figürlicher Plastik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts reicht das Spektrum von internationalen Positionen nach 1945 bis zur zeitgenössischen Skulptur und Installationen.

Meisterwerke
Malerei und Skulptur
- Kunsthalle Mannheim
Hg. Inge Herold, Ukrike Lorenz, Stefano Patruno
Wienand Verlag Köln 2013, ISBN 978-3-86832-164-7

Der doppelte Kirchner

„Aber die Leinwand hat Gott sei Dank zwei Seiten”.

Die Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim widmet sich den Rückseitenbildern im Werk des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner

Der doppelte Kirchner. Die zwei Seiten der Leinwand
06. Februar - 31. Mai 2015
Ein Kooperationsprojekt der Kunsthalle Mannheim mit dem Kirchner Museum Davos und dem Ernst Ludwig Kirchner Archiv in Wichtrach/Bern

Ernst Ludwig Kirchner, Fünf Badende an einem Stein, 1913. Öl auf Leinwand, 11,5 x 88,5 cm, © Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen / Rhein

Mit „Der doppelte Kirchner. Die zwei Seiten der Leinwand” würdigt die Kunsthalle Mannheim einen der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Durch seine avantgardistische Lebenseinstellung und seinen befreiten Umgang mit Form und Farbe hat er hat er die Malerei des frühen 20. Jahrhunderts revolutioniert. Im Werk Kirchners, der zu Lebzeiten sein eigenes Schaffen in Form von selbst geschriebenen Kunstkritiken und anhand strikter testamentarischer Vorgaben redigierte, fasziniert ein besonderes Phänomen, das in dieser ausgeprägten Form wohl bei keinem anderen Künstler der Klassischen Moderne zu finden ist: die Rückseitenbilder als eigenständige Werkkategorie. 

Das Phänomen beidseitig bemalter Leinwände ist keineswegs auf das Schaffen Kirchners beschränkt. Auch im Werk seiner Künstlerkollegen Erich Heckel, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff finden sich Rückseitenbilder, allerdings haben sie hier nicht die gleich große Bedeutung wie bei Kirchner.

In Kooperation mit dem Kirchner Museum Davos und dem Ernst Ludwig Kirchner Archiv in Wichtrach/Bern widmet sich die Kunsthalle Mannheim erstmalig der Werkkategorie der Rückseitenbilder. Anlass der Ausstellung ist die im Jahr 2010 abgeschlossene Restaurierung des doppelseitigen Kirchner-Gemäldes „Gelbes Engelufer, Berlin” (1913) aus der Sammlung der Kunsthalle Mannheim, bei der die in Vergessenheit geratene Rückseite „Marokkaner” (1909/1910) wiederentdeckt wurde. Die Schau zeigt mit 17 exemplarischen Gemälden die vielfältigen Ausprägungen der Rückseitenbilder im Werk Kirchners.

Bild links (recto): Ernst Ludwig Kirchner, Gelbes Engelufer, Berlin 1913. Kunsthalle Mannheim © Foto: Kunsthalle Mannheim / Cem Yücetas. Bild rechts (verso): Ernst Ludwig Kirchner, Marokkaner, 1909/1910, Kunsthalle Mannheim © Foto: Kunsthalle Mannheim / Cem Yücetas.

Im Zusammenhang der doppelseitigen Bemalung fällt auf, dass Kirchner die Mehrzahl der Leinwände drehte, bevor er sie erneut bemalte, erklärt Kuratorin Dr. Inge Herold von der Kunsthalle Mannheim. „Kirchner löste eine Vielzahl seiner Gemälde aus ihrem Rahmen, drehte sie um und bemalte die Rückseite der Leinwand erneut”. Besonders die nicht-formatkonformen Doppelbilder, d.h. Gemälde, deren Vorderseitenformat nicht dem der Rückseite entspricht, bilden so eine kuratorische Herausforderung - in der Ausstellung muss eine der Ansichten immer entweder auf dem Kopf oder seitlich liegend präsentiert werden. Um die Rückseiten als gleichwertigen Bestandteil in Kirchners Schaffen zu würdigen, werden deshalb zur Halbzeit der Ausstellung einige Bilder gewendet.

Am Ende des Ausstellungsparcours erwartet die Besucher ein Bilder-Wald, in dem die Fülle der 138 bekannten doppelseitigen Gemälde in einer interaktiven Installation zu erleben ist.

Publikation zur Ausstellung:
Der doppelte Kirchner. Die zwei Seiten der Leinwand (2015)
Hg. Inge Herold, Ulrike Lorenz, Thorsten Sadowsky
Wienand Verlag GmbH (Köln)
ISBN 978-3-86832-256-9


Im Rahmenprogramm:

Filmatinée „Zeichnen bis zur Rasererei. Der Maler Ernst Ludwig Kirchner”
Dokumentarfilm von Michael Trabitzsch • D. 1999
Cineplex Mannheim, P7,13 • Termine: So 08.03, 29.03. & 19.04 

arte Edition: Zeichnen bis zur Raserei. Der Maler Ernst Ludwig Kirchner, D. 2001, © arte Edition

„Ich muss zeichnen bis zur Raserei, nur zeichnen. Nur arbeiten, arbeiten und an sonst nichts denken”, so beschreibt Ernst Ludwig Kirchner selbst seinen Schaffensdrang. Mit dem gleichnamigen Film begibt sich Regisseur Michael Trabitzsch auf Spurensuche nach einem der größten Maler des 20. Jahrhunderts. Entstanden ist ein spannend erzähltes, filmisches Portrait einer außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit.

Der Film erzählt Kirchners tragisches Leben anhand seiner Werke, nachgestellter Szenen und Interviews mit Zeitzeugen. Angefangen bei seinem Schaffen in Berlin über seine Flucht in die Schweiz während des 1. Weltkrieges bis hin zu seinem Selbstmord im Jahr 1938.

Förderkreis für die Kunsthalle Mannheim: Die Sammlung Jacques Outin

„Freude spenden & beim Betrachter Neugierde wecken”

Der Sammler Jacques Outin vermacht seinen Nachlass dem Förderkreis für die Kunsthalle Mannheim e.V.

Allein die Augen wussten. 
Die Sammlung Jacques Outin.
12.12.2014 - 15.02.2015

„Ich finde, man sollte geben, was man erhalten hat”, erklärt Jacques Outin, „man hat die moralische Pflicht, so etwas weiterzugeben”. Der emeritierte Professor & Sammler Jacques Outin wird seine gesamte Sammlung - die nach eigenen Angaben über 700 Werke umfasst - nach seinem Tod dem Förderkreis für die Kunsthalle Mannheim vermachen. Schon jetzt gibt die Ausstellung „Allein die Augen wussten. Die Sammlung Jacques Outin.” in Form eines Guckkastens einen ersten Einblick.

Blick in die Ausstellung, © Foto: Kunsthalle Mannheim / Cem Yücetas. Outin sieht seine Sammmlung als „Work in Progress” - als eine Installation, die sein komplexes Wesen widerspiegelt. Outin hat seine Lust am Sammeln im Laufe seines Lebens in ganz unterschiedliche Richtungen schweifen lassen. Neben Kunstwerken von Wolf Vostell und Pablo Picasso spiegeln Masken aus Afrika und Asien, Totempfähle aus Nordamerika, buddhistische Skulpturen aus Laos und Sri Lanka sowie Tempelschreine aus China nicht nur persönliche Interessen Outins wider, sondern zeichnen sein Leben nach - sie sind ebenso Belege seiner Reisen um die Welt wie auch seiner Künstlerfreundschaften.

Ein Sammler bietet dem Förderkreis eines Kunstmuseums sein gesamtes Vermögen als Erbgut an - ein alles andere als alltäglicher Vorgang. „Bereits bei der ersten Begegnung mit Jacques Outin stelte sich heraus, dass hier ein außergewöhnlicher Mensch subtil ein eigenes Reich aus Kunst, Poesie und Gegenständen zusammengetragen hat”, erzählt Dr. Hanns-Dieter Hasselbach, Vorsitzender des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim begeistert. „Seine Sammlung ist ihm Freude in normalen und Unterstützung in stürmischen Zeiten des Lebens. Alles, was er gesammelt hat, ist für ihn von hoher persönlicher Bedeutung. Ich freue mich über die Großzügigkeit des Sammlers, der den gemeinnützigen Verein als seinen Alleinerben eingesetzt hat”.

Sammlung Jacques Oution: Robert Häusser - Das Haus des Tagelöhners, 1994. © Robert Häusser - Robert-Häusser-Archiv in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Der Umgang des Sammlers mit den Dingen dieser Welt ist von Neugierde geprägt und von der inneren Beziehung, die zu ihnen entsteht. Outin interessiert sich nicht für den materiellen wert der Dinge - ihn berühren die die Lebensspuren, die das Dingliche sichtbar trägt oder zum Ausdruck bringt.

Aus Liebe zur Kunst • Der Förderkreis für die Kunsthalle Mannheim e.V.
Die Kunsthalle Mannheim ist dem überaus aktiven und inspirierenden Förderkreis dankbar für seine fortwährende, großzügige Unterstützung, auf die das Museum schon seit 1977 bauen kann. Der Verein mit seinen über 2000 Mitgliedern setzte von Anfang an einen programmatischen Schwerpunkt in der Erweiterung und Aktualisierung der Sammlung durch mutige Kunstankäufe.

Darüber hinaus fördert der Verein Sonderprojekte in der Kunstvermittlung wie das alljährliche Sommerferienprogramm Besonderen Anteil an der Förderung hat der Vereinsvorsitzende Hanns-Dieter Hasselbach. Der Mannheimer Arzt (Jahrgang 1945) ist seit 30 Jahren im Vorstand des Förderkreises aktiv und wirkt seit 2002 als Vorsitzender des Vereins. Unter seiner Leitung entstanden die Initiative Freunde der Kunst sowie 2006 die ARTgenossen - Kunstbegeisterte unter 30, die sich zusammen mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten einmal monatlich treffen und mit Kunst beschäftigen. 

Weiter Informationen zum Förderkreis für die Kunsthalle Mannheim erhalten Sie unter www.foerderkreis-kunsthalle-mannheim.de

Your Trust. Olafur Eliasson

Your Trust. Olafur Eliasson

21.11.2014 - 15.02.2015

Olafur Eliasson, Foto: Ari Magg, © 2013 Olafur Eliasson. Seit 1995 entwickelt Olafur Eliasson in seinem Berliner Studio mit inzwischen rund 80 Mitarbeitern Kunstwerke, neue Ausstellungskonzepte & bauliche Projekte.

Wahrnehmungsmaschinen
Im Green River-Projekt färbte er das Wasser verschiedener Flüsse giftgrün ein - die Reaktionen der Betrachter, die fast alle eine Umweltkatastrophe vermuteten, waren Teil des Kunstwerks. In der Turbinenhalle der Londoner Tate Modern ließ er eine künstliche Sonne aufgehen, und in den New Yorker East River ließ er vier gigantische künstliche Wasserfälle stürzen. Aktuell verwandelt er einen ganzen Flügel des dänischen Louisiana Museum für Moderne Kunst in eine steinige Flusslandschaft

Olafur Eliasson, der in seinen raumgreifenden Installationen Naturphänomene oft in ungewohnte Zusammenhänge rückt, erkundet wie kein anderer Künstler der Gegenwart kreativ & mit großer Leidenschaft Wahrnehmungsprozesse & Sehgewohnheiten. Nun präsentiert der dänisch-isländische Künstler neue Glasarbeiten aus der Werkserie „Your Trust” in der Kunsthalle Mannheim - und damit erstmals in einem Museum.

Die Präsentation „Your Trust” ist eine Einladung an das Publikum, sich beim Sehen und Erleben bewusst zu erleben. Das Herzstück der Ausstellung bilden fünf Arbeiten aus Glas, die den Betrachter als Ko-Produzenten der Kunst aktivieren. Denn die Wirkung dieser Wahrnehmungsmaschinen ist abhängig vom Lichteinfall, mehr aber noch von der Position und Bewegung des Besuchers. Jede Arbeit besteht aus je sechs farbigen, auf Abstand hintereinander gereihten Scheiben, aus denen Formen vom schmalen Oval bis zum Kreis geschnitten wurden. Beim Blick in diese Schichtungen zeigt sich, wie sehr unsere Wahrnehmung von räumlichen Bedingungen beeinflusst wird. Sechs Aquarelle vervollständigen die konzentrierte Präsentation.

In der historischen „Alten Bibliothek” von 1907 sind Eliassons großformatiges Buch aus verschiedenfarbigem Glas („A View Becomes a Window”, 2013) sowie die im Raum schwebende Skulptur „Navigation star” (2011) ausgestellt. Auch diese Arbeiten spielen mit dem Einfluss von Raum und Bewegung auf Prozesse des Sehens und Wahrnehmens.

Olafur Eliasson zeigt die pointierte Werkauswahl in zwei Räumen der Kunsthalle Mannheim. Er knüpft damit inhaltlich wie formal an seine Installation in der zentralen Kuppelhalle des Jugendstilbaus an: Dort prägt sein Lichtobjekt „Starbrick”, das mit Hilfe der Wilhelm-Müller-Stiftung im Herbst 2013 erworben werden konnte, im Zusammenspiel mit Brancusis „Großem Fisch” den ersten Eindruck der Besucher (vgl. oben „Der Jugendstilbau erstrahlt in neuem Glanz”, Grand Opening).

Starbrick (2009) von Olafur Eliasson in der Kuppelhalle der Kunsthalle Mannheim, Foto: © Kunsthalle Mannheim / Brigida Gonzalez

„Little Sun”: Kleine Sonne, große Wirkung

Bringen Sie Licht ins Dunkel! Ein weltweites Projekt von Olafur Eliasson

Foto: Little Sun, © 2014 Little Sun

Die kleine solarbetriebene LED-Lampe macht es möglich, die Kraft der Sonne bequem in der eigenen Hand zu halten. Und auch ohne Sonnenlicht kann die Lampe bis zu 10 Stunden Licht spenden und ist so eine langlebige, nachhaltige und sichere Lichtquelle für unterwegs. Doch sie ist weit mehr als das - sie ist Herzstück eines globalen Projekts und eines sozial nachhaltigen Unternehmens.

Gemeinsam mit dem Ingenieur Frederik Ottesen hat Olafur Eliasson „Little Sun” (2012) entwickelt. Mit der „Little Sun” möchte das gleichnamige Unternehmen 1,2 Milliarden Menschen mit Licht versorgen - Menschen, die bislang keinen Zugang zu Elektrizität besitzen. Normalerweise werden in diesen Gegenden der Welt Kerosinlampen als Lichtquellen benutzt. Jedoch entstehen beim Verbrennen des Kerosins giftige Gase und die Gefahr von Brandwunden und Hausbränden ist hoch. „Little Sun” spendet mit ihrer solarbetriebenen LED-Leuchte emissionsfrei Licht und ist darüberhinaus auch sicher.

Foto links: Olafur Eliasson with Little Sun, Foto: Tomas Gislason © 2012 Little Sun; Foto rechts: Living Goods, © 2014 Little Sun

Zur Zeit ist „Little Sun” in acht afrikanischen Ländern erhältlich, außerdem wird sie in Europa, den USA, Kanada, Australien und Japan verkauft. Dabei nutzt das Unternehmen Investitionen aus den Ländern, in denen ein Stromanschluss eine Selbstverständlichkeit ist, um dort kleine Unternehmen aufzubauen, wo Elektrizität ein absoluter Luxus ist. Dazu schult das Team von „Little Sun” vor Ort Verkäufer, stattet sie mit finanziellen Mitteln aus und hilft ihnen, ein eigenes Geschäft zu gründen. Dort werden die kleinen Lampen an die Bevölkerung verkauft - immer zu lokal erschwinglichen Preisen.

Weitere Informationen im Internet unter www.littlesun.com
Die „Little Sun” , Durchmesser: 12 cm, Gewicht: 120 gr., ist im Museumsshop der Kunsthalle erhältlich.

ARCHE. Vom Überleben der Bilder

ARCHE. Die Sammlung kehrt zurück

18. April 2014 - 01. Mai 2016

Veranstaltungen in der Dauerausstellung „Arche” ohne Aufpreis:
Egal ob öffentliche Führung, „Kunstgenuss am Vormittag” oder „Kunst im Dialog” - sobald sich die Veranstaltung thematisch um die ARCHE dreht, ist sie von November 2014 an gratis.

Eine große Flut würde kommen. Doch im Sinnbild der Arche klingt Rettung an. Denn Urvater Noah baute ein Riesenschiff, in dem er mit seiner Familie und allen Tierarten überlebte. Kunstliebhaber können sich freuen: Während der dreijährigen Brückenzeit bis zur Eröffnung der neuen Kunsthalle am Friedrichsplatz ist der Jugendstilbau gewissermaßen zum rettenden Schiff geworden, das die Preziosen der Sammlung bis zur Vollendung des Museumsquartiers 2017 in seinen edel sanierten Tageslichträumen beherbergen wird.

Ferdinand Hodler (1853-1918): Das Lied aus der Ferne, 1906, © Kunsthalle Mannheim / Foto: Cem Yücetas. Mit einer Kampagne möchte die Kunsthalle die Vielfalt der Exponate der Ausstellung im Stadtraum und in den Printmedien aufgreifen. Fünf Motive, die sich bis 2016 abwechseln, werden die Neuhängung der Mannheimer Sammlung der Moderne bewerben - den Anfang macht Ferdinand Hodler, der in frischen Farben auf die Ausstellung einstimmt.

Rund 240 Gemälde überdauern öffentlich zugänglich die Interimszeit, darunter vor allem Schätze des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Um das Herzstück der Sammlung, Édouard Manets Schlüsselwerk „Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko” (1868-1869), spannt sich der Bogen von Caspar David Friedrich und der Romantik über die Epoche der Moderne bis zu den internationalen Künstlerpersönlichkeiten Fernand Léger und Francis Bacon.

Die verdichtete Form der Präsentation eröffnet neue Zusammenhänge - Kostbarkeiten des Impressionismus, des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit sind mit regionalen Perspektiven und Überraschungen aus dem Depot vereinigt. Eine „Wunderkammer” als das Urbild der heutigen Museen eröffnet im Obergeschoss den Parcours von insgesamt acht Themenräumen, in denen Auswahl und Hängung der Bilder Einblicke in die Anfangsjahre der Kunsthalle und die Ankaufspolitik bedeutender Museumsdirektoren gewähren.

Bild links: Franz Marc: (1880-1916): Drei Tiere (Hund, Fuchs & Katze), 1912, © Kunsthalle Mannheim / Foto: Cem Yücetas. Bild rechts: Max Slevogt (1868-1932): Ruhender Tiger, 1901, © Kunsthalle Mannheim / Foto: Cem Yücetas. Die beiden Bilder hängen in Themenraum 7, betitelt mit: ARCHE. Vom Überleben der Bilder, in dem den Werken mit Tiermotiven auch verheißungsvolle Landschaften zu bewunder sind, die von der Romantik bis hin zum französischen Fauvismus reichen.

Bewahren & Erhalten. Restaurierungsarbeiten & das Projekt der BildPaten

In der Ausstellung präsentieren sich 92 Bilder, fast ein Drittel der Werke, sowie 57 Rahmen restauriert oder oberflächengereinigt - Vincent van Gogh, Auguste Renoir und Claude Monet sind nur einige der Highlights, die anlässlich der ARCHE in neuem Glanz zu sehen sind. Unter den prominenten deutschen Gemälden, die von den Restaurierungen profitiert haben, befinden sich neben anderen Carl Rottmann und Anselm Feuerbach.

Die bürgerschaftliche Initiative der BildPaten, die in Kooperation mit dem Förderkreis für die Kunsthalle Mannheim e.V. und unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz - 2009 ins Leben gerufen wurde, besteht fort. Ohne das Engagement zahlreicher Privatpersonen, hätten dringend notwendige Restaurierungsarbeiten nicht durchgeführt werden können. Allein 15 Gemälde haben in den vergangenen Jahren einen Paten gefunden - darunter mit Unterstützung des Förderkreises Ernst Ludwig Kirchners „Gelbes Engelufer” und Lovis Corinths Portrait von Gerhard Hauptmann, die beide in das Konzept der ARCHE integriert sind.

Bild links: Anselm Feuerbach (1829-1880): Kinder am Wasser, 1859, © Kunsthalle Mannheim / Foto: Cem Yücetas. Bild rechts: Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938): Gelbes Engelufer, Berlin 1913, © Kunsthalle Mannheim / Foto: Cem Yücetas

Noch ist einiges zu tun. Aus diesem Grund gibt die Ausstellung Hinweise auf geplante Vorhaben im Bereich der Restaurierung - und die Kuratorinnen scheuen sich nicht, in einer temporären „Werkstatt” in Raum 7 ein Bild auch in nicht makellosem Zustand zu präsentieren.

Aktuelle Informationen zur Ausstellung & dem Begleitprogramm unter www.kunsthalle-mannheim.de

Manet, Cézanne, Van Gogh - aus aller Welt zu Gast

Cézanne’s Revolution & die Geburt des Impressionismus

Filmmatinée zur Sonderausstellung Manet, Cézanne, Van Gogh - aus aller Welt zu Gast 
Kooperation mit dem Cineplex Mannheim • sonntags 11.00 Uhr • Cineplex Mannheim, P7, 13.
Erste Veranstaltung: Sonntag 05. Oktober 2014

Ausstellungsdauer: 26.09.2014 - 18.01.2015

Édouard Manet (1832-1883), Die Erschießung Kaiser Maximilians, 1868/69, Öl auf Leinwand, 252 x 302 cm. Kunsthalle Mannheim, © Foto: Kunsthalle Mannheim / Cem Yücetas.

Seine Bilder lösten regelmäßig Skandale in den Pariser Salons aus: Als 1865 die „Olympia” von Édouard Manet (1832-1883) präsentiert wird, müssen Wachposten zum Schutz des Bildes aufgestellt werden. Das Bild ist eine Provokation - zu groß ist die Entrüstung der Menge über die Darstellung der nackten Göttin, die zweifellos als eine Pariser Kurtisane zu erkennen ist. 

Die Kooperation der Mannheimer Kunsthalle mit dem Cineplex Mannheim erfreute sich im Rahmen der Sonderausstellung „Dix/Beckmann: Mythos Welt” so großer Beliebtheit, dass die beiden Kooperationspartner ihre erfolgreiche Zusammenarbeit auch bei der aktuellen Ausstellung „Manet, Cézanne, Van Gogh - aus aller Welt zu Gast” wieder aufnehmen. Ab 05. Oktober 2014 laden Kunsthalle und Filmpalast zur sonntäglichen Matinée mit Dokumentarfilmen des französischen Regisseurs Alain Jaubert zu Künstlern der Ausstellung. Gezeigt werden im Wechsel die Filme „Die Revolution Cézanne: Gauguin / Van Gogh / Cézanne” & „Die Geburt des Impressionismus: Manet / Renoir / Monet”. Beide Filme sind in der Reihe Palettes in der Arte Edition des TV-Senders erschienen.

Paul Cézanne (1839-1906), Der Raucher mit aufgestütztem Arm, 1890, Öl auf Leinwand, 92,5 Xx 73,5 cm. Kunsthalle Mannheim, © Kunsthalle Manheim / Cem Yücetas

Jaubert nimmt sich in seinen Filmen jeweils ein herausragendes Werk des jeweiligen Künstlers vor. In „Die Revolution Cézanne: Gauguin / Van Gogh / Cézanne” (F 2006, 90 min.) ist dies bei Vincent van Gogh  „Das Zimmer von Arles” (1888/89), in dem alles aus den Fugen geraten scheint - die Farben, die Perspektiven, die Komposition. Bei Paul Gauguin fällt Jauberts Wahl auf das Werk „Arearea” - Vergnügen -, das Gauguin 1892 auf der Flucht vor der der europäischen Zivilisation auf Tahiti gemalt hatte. Schließlich Paul Cézanne, dem sich Jaubert mit dem Bild „Der Mont-Saint-Victoire” nähert. Der Maler hatte von seinem Atelier einen großartigen Blick auf das Gebirgsmassiv, das zu einer Art Obsession für ihn wurde - Cézanne hat zahllose Aquarelle und Gemälde vom St. Victoire angefertigt.

Claude Monet (1840-1926), Die Rue de la Bavolle in Honfleur, 1864, Öl auf Leinwand, 58 x 63 cm. Kunsthalle Mannheim, © Foto: Kunsthalle Mannheim / Cem Yücetas

„Die Geburt des Impressionismus: Manet / Renoir/ Monet” (F 2000; 90 min) ist der zweite Film in der Sonntagsmatinée. Alain Jaubert entscheidet sich für die nackte Göttin „Olympia” (1865), um Édouard Manet vorzustellen. Die Aktdarstellung dieser selbstbewussten Prostituierten hatte damals einen großen Skandal in der Kunstszene ausgelöst - und Manet zum Helden der Impressionisten erhoben. 

Bezaubernd wirkt der „Tanz im Moulin de la Galette” (1876) von Pierre-Auguste Renoir: ein Fest des Flüchtigen und Flackernden im Reich der Arbeiterinnen und Künstler der Pariser Bohéme. Für Claude Monet konzentriert sich der Filmemacher ganz auf den „Seerosenteich” (1899) - eine Bildikone der Moderne. Fast fünfzig Mal hat Monet zwischen 1899 und 1924 den Teich in seinem Garten gemalt. Mit seiner kühnen Pinselführung und mutigen Farbgebung wurde Monet zum Vollender des Impressionismus - und zum Vorbild für die abstrakte Malerei von Piet Mondrian bis Ellsworth Kelly.

Informationen zu den Filmaufführungen unter www.kunsthalle-mannheim.de www.cineplex.de

In „Manet, Cézanne, Van Gogh - aus aller Welt zu Gast” rückt die Kunsthalle Mannheim erstmals ihre herausragende Sammlung französischer Moderne  des späten 19. Jahrhunderts in den Fokus einer Ausstellung. Mit einzigartigen Werkgegenüberstellungen von höchster künstlerischer Qualität eröffnet die Schau den Blick auf die Geburt der abstrakten Malerei aus dem Geist der französischen Moderne. Gastkuratorin Dr. Marie-Amélie zu Salm-Salm präsentiert 31 handverlesene Meisterwerke und stellt den Mannheimer Gemälden ausgewählte Pendants aus bedeutenden europäischen und amerikanischen Museen gegenüber.

Alfred Sisley (1839-1899), Eine Straße in Marly, 1876, Öl auf Leinwand, 50 x 65 cm. Kunsthalle Mannheim, © Foto Kunsthalle Mannheim / Cem Yücetas

„Die Welt” ist zu Gast in Mannheim und rückt die Verankeriung der Kunsthalle im internationalen Kontext wieder ins Bewusstsein: Das konzentrierte Zwiegespräch unter Wegbereitern der Moderne beginnt. 

Allein das Menschliche zählt. Retrospektive Germaine Richier

Germaine Richier. Retrospektive 

09.05. 2014 - 24.08.2014

Insektenfrauen

Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs findet sie in den 1940er Jahren ihren unverwechselbaren Stil. Sie beginnt, hybride Mischwesen zu gestalten, die sie im Moment der Verwandlung darstellt. 1944 entsteht eine erste Figur dieser Art: eine weibliche Heuschreckengestalt in Angriffshaltung. In der Gleichsetzung von Mensch und Tier findet sie eine Metapher für die Verletzlichkeit und Bedrohung der menschlichen Existenz.

Die französische Bildhauerin Germaine Richier (1902-1959) zählt zu den Pionierinnen der europäischen Bildhauerkunst. Die Kunsthalle Mannheim zeigt in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bern vom 09. Mai bis 24. August 2014 die Ausstellung „Germaine Richier. Retrospektive". Mit ca. 50 Plastiken gibt die Werkschau einen Überblick über die Entwicklung und Vielschichtigkeit ihrer Kunst, die der sie das fragile Menschenbild ins Zentrum rückt.

Ihr Werk fehlt in keinem Überblick zur Skulpturengeschichte des 20. Jahrhunderts, und doch ist Germaine Richier eine Ausnahmekünstlerin. Inspiriert von der Mythen- und Sagenwelt ihrer provenzalischen Heimat verbindet sie in ihren Fantasiewesen figürliche/menschliche Elemente mit Naturmaterialien aus dem Pflanzen- und Tierreich - Insekten & Tier-Skelette, knorrige Äste & Steine, mit denen sie die „organische Wahrheit” ihrer Kunst betont. „Alle Imagination braucht einen Ausgangspunkt”, erklärt die Künstlerin. Bei einigen Modellen baut sie den Gips über in Wachs getränkte Hanf-Fäden auf, wodurch im Guss besonders feine Strukturen entstehen. Auch wenn Richier zu Beginn ihres Schaffens noch in der Tradition der klassisch-antiken Akt- und Bildnisfigur steht, vermeidet sie die Darstellung idealtypischer Schönheit und setzt stattdessen auf Ausdruck und nachvollziehbare Empfindung.

Die zerklüftete, schrundig aufgerissene Oberfläche ihrer Figuren führte dazu, dass Richiers Werk oft in Zusammenhang mit dem Existenzialismus gestellt wurde. In einer ihrer letzten Großskulpturen, dem „Gebirge”(1955/56), zelebriert sie noch einmal die Aushöhlung und Durchlöcherung des plastischen Körpers. Zusammen mit den lang gestreckten Arm-Ästen hinterlässt die geöffnete Körperform den Eindruck einer sich auflösenden Substanz.

 

Germaine Richier Retrospektive, Hg. Matthias Frehner, Ulrike Lorenz, Daniel Spanke, Stefanie Patruno, Wienand Verlag (Köln), ISBN 978-3-86832-179-1

Nicht lange nach Vollendung der Arbeit erkrankt die Künstlerin. Germaine Richier stirbt 1959 in Montpellier an Krebs.

Dix/Beckmann: Mythos Welt

Zeichnen heißt Überleben

Dix/Beckmann: Mythos Welt • 22.11.2013 - 23.03.2014

Der eine erlebt den Krieg als Sanitätssoldat nur acht Monate, der andere steht als MG-Schütze die vollen vier Kriegsjahre im Schützengraben. Aus der Hölle des Ersten Weltkriegs kehren sie heim in die Hölle der Nachkriegsjahre - die großen Kriegsgemälde und Graphikzyklen, in denen sie die Apokalyse erinnern, gehören zu den Schlüsselwerken der Moderne.

Max Beckmann (1884-1950) und Otto Dix (1891-1969) sind sich persönlich wohl nie begegnet. Als Künstler treffen sie jedoch gemeinsam den magischen Moment, wenn das Gewohnte plötzlich fremd und die Welt zum Mythos wird. Die Ausstellung „Dix/Beckmann: Mythos Welt”, mit der die Kunsthalle Mannheim die Wiedereröffnung ihres Jugendstilbaus feiert, umfasst 100 Gemälde und 165 Papierarbeiten, darunter hochkarätige Leihgaben u.a. aus dem Museum of Modern Art (New York), dem Musée National d’Art Moderne (Paris) sowie zahlreicher renommierter deutscher Häuser.

Existenzmalerei
Kriegskrüppel und Witwen, Barrikadenkämpfe und Maschinengewehre - näher als in den graphischen Blättern zwischen 1919 und 1922 sind sich die Künstler nie gekommen. In zehn großformatigen Lithographien des Mappenwerks „Hölle” gestaltet Max Beckmann 1919 die Großstadt als Inferno, schlaglichtartig leuchtet Otto Dix 1922 in den kleineren Radierungen des Zyklus „Tod und Auferstehung” die Widersprüche der menschlichen Existenz aus: sechs bizarre Szenen im Bordell und auf der Barrikade, bei Selbstmord und Soldatentod, Schwangerschaft und Seelenwanderung. In Malerei gefasste Kommentare, die in beklemmender Eindringlichkeit die Isolation und Einsamkeit des Menschen enthüllen. Ob in den Trümmern deutscher Großstädte oder im Exil in Holland und später in Amerika - Dix’ und Beckmanns Maskeraden erweisen sich als Allegorien der prekären Existenz des Menschen.

Die Nazi-Diktatur diffamierte Max Beckmann und Otto Dix als „entartet” und entfernte ihre Werke aus der Öffentlichkeit. 1933 verloren sie ihre Anstellungen. Der Stadtmensch Dix zieht sich an den Bodensee zurück, Beckmann geht nach Berlin - beide malen sie nun Landschaften, deren Trostlosigkeit das Zeitgeschehen spiegelt. Nach dem Krieg stellt sich für beide Maler die Frage nach dem weiteren künstlerischen Weg. Beckmann gelang in den USA mit philosophisch inspirierten Stoffen der Neuanfang, Dix blieb in Deutschland - die biblische Geschichte wird ihm Symbol für die Heillosigkeit seiner Zeit: Sein Christus wird in der Großstadt gekreuzigt, vor den Augen einer gaffenden Menge, von einem wohl genährten Mann in kurzen Hosen und Zylinder.

Zur Ausstellung erschien im Hirmer-Verlag München der Katalog „Dix/Beckmann: Mythos Welt”. Hg. Roger Diederen, Ulrike Lorenz, Beatrice Von Bormann, 248 Seiten, 219 Abbildungen in Farbe, 67 in Schwarz-Weiß, 24 × 28 cm, gebunden, ISBN: 978-3-7774-2009-7

Nur Skulptur!

Skulpturen - zum Leben erweckt

„Vermögt ihr Götter alles zu geben”, bat er schüchtern, „so gebt meiner Schöpfung das Leben”. Gerührt durch sein flehentliches Bitten gewährt ihm Venus, die Göttin der Liebe, den Wunsch. Und als er sich seinem Werk erneut zuwendet, gibt das Elfenbein seinen Fingern nach und verliert seine Starrheit - „Fleisch ist’s und Bein! Von den Fingern betastet pochen die Adern”. Die elfenbeinerne Skulptur des antiken Bildhauers Pygmalion erwacht in der berühmten Erzählung des römischen Dichters Ovid zu Leben - so wie es gelungen ist, den Skulpturen der Mannheimer Kunsthalle in der Ausstellung „Nur Skulptur!” neues Leben einzuhauchen.

Ausstellung „Nur Skulptur!” Installationsansicht II, im Vordergrund Brâncusis „Fisch” © Kunsthalle / Cem Yücetas

Es ist wohl die größte Skulpturenschau, die bislang zu sehen war - und zugleich ein Abschied vom Mitzlaff-Bau, der bald abgerissen wird. Die Ausstellung „Nur Skulptur!” präsentiert noch bis zum 17. November 2013 mit etwa 400 Exponaten fast die Hälfte der gesamten Skulpturen-Sammlung der Mannheimer Kunsthalle - darunter Meisterwerke der Kunstgeschichte ebenso wie in Vergessenheit Geratenes oder vollkommen unbekannte Arbeiten oder Werke aus dem Depot. In 20 Räumen auf drei Ebenen inszenierte das Ausstellungsteam den historischen Skulpturenbestand in teils ungewöhnlichen Perspektiven und verwandelt die Kunsthalle Mannheim in ein Experimentierfeld für das Thema Skulptur im Museum. Gespickt mit großartigen Einzelstücken bietet die Mannheimer Skulpturensammlung ein bemerkenswertes Gesamtbild der Bildhauerkunst von der Moderne bis ins 21. Jahrhundert - und eine erfrischende Alternative zu traditionellen Präsentationsformen wie Sockel oder Vitrine. In ihrer bislang größten Skulpturen-Schau nutzt die Kunsthalle diese Ressource und interpretiert die Bestände aus zeitgenössischer Sicht.

Ausstellung „Nur Skulptur!” Installationsansicht VIII & Installationsansicht VII © Kunsthalle / Cem Yücetas

Nur Skulptur! ist mehr als eine Ausstellung. Mit dem Ziel, künstlerische Praxis und Kunstwissenschaft miteinander zu vernetzen, werden zwischen März und November 2013 in einem umfangreichen Begleitprogramm mit Vorträgen und Künstlergesprächen Fragen der Präsentation, Wahrnehmung und Vermittlung von Werken der Bildhauerkunst diskutiert. Am 21. & 22. September 2013 veranstaltet die Kunsthalle Mannheim in Kooperation mit der Universität Regensburg das wissenschaftliche Symposium „Skulptur pur”.

Zur Ausstellung erscheint im Kehrer Verlag Heidelberg/Berlin ein Katalog mit Beiträgen von Kunsthallendirektorin Dr. Ulrike Lorenz, Ausstellungskuratorin Stefanie Patruno sowie Bogomir Ecker, Bildhauer und Professor für Interdisziplinäre Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

Nur Skulptur!
16. März - 17. November 2013
Öffnungszeiten Di - So / Feiertage 11.00 - 18.00 Uhr • Mi. 11.00 - 20.00 Uhr (18.00 - 20.00 Uhr Eintritt frei) • Mo geschlossen
www.kunsthalle-mannheim.eu

Publikation
Kunsthalle Mannheim • Skulptur Pur!

Wie werden Skulpturen wahrgenommen? Wie verändern sie Räume? Über diese und weitere Fragen ist während des interdisziplinären Symposiums Skulptur pur im Rahmen der Ausstellung Nur Skulptur! in der Kunsthalle Mannheim diskutiert worden. Am Beispiel von Werken aus der Sammlung des Museums wurden aktuelle Forschungen zu Plastik und Skulptur aus dem Blickwinkel der Kunstgeschichte, Medien- und Bildwissenschaft sowie Psychologie vorgestellt. Die gesammelten wissenschaftlichen Beiträge der Tagung eröffnen neue Perspektiven und Erkenntnisse im Hinblick auf die Präsentation, Wahrnehmung und Vermittlung von Werken der Bildhauerkunst.

In der Skulpturenschau stand die Mannheimer Sammlung im Zentrum, die ein bemerkenswertes Gesamtbild der Bildhauerei von der Moderne bis ins 21. Jahrhundert aufzeigt. Mit 431 Arbeiten von Auguste Rodin über Henry Moore bis Thomas Hirschhorn nutzte die Kunsthalle ihre Ressource und interpretierte – in Zusammenarbeit mit Bogomir Ecker und seinen Bildhauerkollegen John Bock, Thomas Hirschhorn, Thomas Rentmeister, Roman Signer sowie Kiki Smith – rund die Hälfte der Bestände aus zeitgenössischer Sicht. 

Nur Skulptur! Gestaltet von Kehrer Design, Festeinband, 17 x 24 cm, 144 Seiten, 90 S/W-Abb. Deutsch Lieferbar ISBN 978-3-86828-487-4  

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