Reiss-Engelhorn-Museen
Museum Weltkulturen

Quadrat D 5 • 68159 Mannheim
(Toulonplatz)

Tel.: 0621 / 293 31 50 • Fax.: 0621 / 293 95 39

www.rem-mannheim.deDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nationale und internationale Beachtung finden vor allem die großen Sonderausstellungen. Passend zu den Ausstellungsthemen können Kinder & Jugendliche in den Mitmach-Programmen auf spannende Entdeckungstouren durch ferne Länder & Kulturen gehen. In vier Häusern vermitteln die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (rem) anregend und unterhaltsam Kulturgeschichte: im Stammhaus Museum Zeughaus mit dem Forum Internationale Fotografie und im Museum Weltkulturen, im Museum Schillerhaus sowie dem Museum Bassermannhaus mit ZEPHYR - Raum für Fotografie und den MusikWelten • aktuell:  Wilde Völker an Rhein & Neckar, ab 22.02.2015 im Museum Weltkulturen • Kosmos Kunst, ab 25.012015 • Ägypten - Land der Unsterblichkeit - 16.11.2014 - 16.05.2015

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Reiss-Engelhorn-Museen
Museum Weltkulturen

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Nationale und internationale Beachtung finden vor allem die großen Sonderausstellungen. Passend zu den Ausstellungsthemen können Kinder & Jugendliche in den Mitmach-Programmen auf spannende Entdeckungstouren durch ferne Länder & Kulturen gehen. In vier Häusern vermitteln die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (rem) anregend und unterhaltsam Kulturgeschichte: im Stammhaus Museum Zeughaus mit dem Forum Internationale Fotografie und im Museum Weltkulturen, im Museum Schillerhaus sowie dem Museum Bassermannhaus mit ZEPHYR - Raum für Fotografie und den MusikWelten • aktuell:  Wilde Völker an Rhein & Neckar, ab 22.02.2015 im Museum Weltkulturen • Kosmos Kunst, ab 25.012015 • Ägypten - Land der Unsterblichkeit - 16.11.2014 - 16.05.2015

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Von Atlantis bis heute - Naturkatastrophen

Von Atlantis bis heute.

Mensch. Natur. Katastrophe.
07. September 2014 - 01. März 2015

Die Reiss-Engelhorn-Musesn präsentieren in der Sonderausstellung „Von Atlantis bis heute” bekannte und weniger bekannte Katastrophen der Weltgeschichte - von Vulkanausbrüchen und verheerenden Erdbeben bis hin zur Havarie des Atomkraftwerks in Fukushima im März 2011. Im Mittelpunkt der Schau steht der menschliche Umgang mit den Naturgewalten. Ausgangspunkt der Präsentation ist das sagenumwobene Inselreich Atlantis, von dessen Untergang der griechische Philosoph Platon berichtet.

Plakat © rem gGmbH

Der Schrecken von Lissabon
Der Himmel war verdunkelt vom Staub der einstürzenden Gebäude. Überall lagen leblose Körper, blutüberströmt, mit grotesk abstehenden Gliedmaßen. Dann rollte die Flut auf die Stadt zu und riss die Menschen in die Tiefe, die sich an das Ufer gerettet hatten. Und dann kam das Feuer - sechs Tage und Nächte wüteten die Flammen in den Ruinen der Stadt. Dem verheerenden Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755 mit Tausenden von Toten folgt wenig später ein Beben des Geistes: Wie kann ein allmächtiger und gütiger Gott dieses Leid zulassen? Nahezu alle zeitgenössischen Dichter und Literaten beteiligten sich an der Debatte - wie der französische Philosoph Voltaire, der mit seinem „Gedicht über das Erdbeben von Lissabon” zu einem Wegbereiter der atheistischen Weltanschauung wird. 

Seismoskop, Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, H.14,5, D. 13,5 cm, Aluminium, © rem, Foto: Carolin Breckle. Das erste Seismoskop der Welt wurde im Jahr 132 von Zhang Heng in China entwickelt. Das Originalgerät ist nicht erhalten, die Rekonstruktion geht auf histoische Quellen der Han-Zeit zurück. Im Innern befand sich ein Pendel, das durch Erschütterung in Bewegung gesetzt wurde. Das Pendel löste eine Kugel aus, die über einen der Drachenköpfe in das darunter liegende Krötenmaul fiel. Auf diese Weise konnte das Epizentrum des Bebens ermittelt werden. Mit der Erfassung der Dauer des Bebens, der Zahl der Nachbeben und der Gebäudeschäden gab das Erdbeben von Lissabon den Anstoß für die Entwicklung der modernen Erdbebenforschung, der Seismologie.

Schon immer fasziniert und ergreift uns die zerstörerische Gewalt der Natur. Die Ausstellung „Von Atlantis bis heute”  in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zeigt die Auslöser und Folgen der Katastrophen und wie die Menschen in den unterschiedlichen Jahrhunderten und Kulturen auf die Naturgewalten reagiert haben. Das Spektrum der ausgewählten Exponate reicht von historischen Gemälden und japanischen Holzschnitten über Alltagsgegenstände, wissenschaftliche Messinstrumente bis hin zu Originalberichten und Fotografien. Panoramen, Filme, Hörbeispiele und interaktive Stationen runden das Erlebnis ab.

So facettenreich wie das Thema ist auch die Präsentation, die sich Vulkanausbrüchen in Europa und Asien, Bergstürzen, den verheerenden Erdbeben in Lissabon, San Francisco und Kanto sowie den Hochwassern der 1960er Jahre in Florenz und Hamburg widmet. An jeder der ausgewählten Naturgewalten Feuer, Erde und Wasser wird ein Aspekt des menschlichen Umgangs mit Katastrophen herausgestellt. 

Bild links: Vesusv-Ausbruch, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Reisende beobachten den Ausbruch des Vesuv, Gemälde von Pierre-Jaques Volaire, 1771, Ölfarben auf Leinwand, H. 76,0, B. 160,0 cm, © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Bild rechts: 4/26/2011. Kesennuma, Miyagi Präfektur. Foto: Nomachi Kazuyoshi. Japan Professional Photographers Society (JPS), Japanisches Kulturinstitut Köln, © Japan Professional Photographers Society (JPS) 2012. Ungeheuerliche Zerstörungskraft: Die Kyôtokumaru 18 (330t) wurde am 11. März 2011 durch den Tsunami vom Hafen der japanischen Stadt Kesennuma aus 500 Meter landeinwärts gespült. 

Auch der Umgang der Medien mit Naturkatastrophen ist ein Thema. Der Vulkanausbruch auf der Insel Krakatau im Jahr 1883 ging dank der Einführung des Telegrafen als erste Katastrophe um die Welt. In Zusammenarbeit mit RTL präsentiert die Ausstellung, wie Untergangsszenarien heute mit den Abendnachrichten ins heimische Wohnzimmer kommen. 

Die Ausstellung „Von Atlantis bis heute” basiert auf neuesten Forschungsergebnissen. Sie ist eine Kooperation der Reiss-Engelhorn-Museen mit dem Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext” der Universität Heidelberg sowie der Technischen Universität Darmstadt.

Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Verlag Schnell und Steiner (Regensburg),  Erscheinungstermin September 2014, ISBN: 978-3-7954-2880-8

Reiseführer für das Jenseits - Ägypten. Land der Unsterblichkeit

Mit der Gründung einer eigenen Abteilung für altägyptische Kunst und Kulturgeschichte etablieren die Reiss-Engelhorn-Museen einen neuen Standort für das Thema Altägypten in der deutschen Museumslandschaft. 

Ägypten

Land der Unsterblichkeit
16.11.2014 - 17.05.2015
Museum Weltkulturen D5 der Reiss-Engelhorn-Museen

Ausstellungsplakat, © rem gGmbH

Altägyptische Totenbücher
Was erwartet die Verstorbenen im Jenseits? Spektakulärer Höhepunkt der Ausstellung ist ein altägyptischer Totenbuch-Papyrus, der den Verstorbenen wie eine Art Reiseführer für das Jenseits mitgegeben wurde - mit Schutzsprüchen und detaillierten Anweisungen für die Jenseits-Reise. Die Papyrus-Schriftrolle ist rund 3500 Jahre alt und hat eine Länge von mehr als neun Metern. Das Totenbuch besticht sowohl durch seine künstlerische Gestaltung wie auch bis dahin unbekannte Bildmotive. Der einzigartige Kulturschatz, der erst vor wenigen Jahren von Restauratoren in einem aufwendigen Prozess entrollt werden konnte, wird in der Mannheimer Ausstellung erstmalig ausgestellt.

Totenbuchpapyrus des Amenemhat, Sammlung Thomas Liepser. Wohl aus Theben, Neues reich, 18. Dynastie, 1435-1400 v. Chr., Papyrus, beschriftet und bemalt; Länge ca. 9 m, Der fast 9 Meter lange Papyrus ist eine der frühesten bekannten ägyptischen Totenbuchtexte. Er ist mit zahlreichen farbigen Vignetten (Bilder) von hoher Qualität illustriert. © rem, Foto: Jean Christen

Ab dem 16. November 2014 präsentieren die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen Schätze aus ihrem neuen Sammlungsbestand altägyptischer Kunst und Kultur in der Sonderausstellung „Ägypten - Land der Unsterblichkeit”. Die Ausstellung öffnet dem Besucher die Pforten zur faszinierenden Welt der antiken Hochkultur am Nil. Die bis zu 6000 Jahre alten Exponate stehen im Mittelpunkt einer Schau, die mit eindrucksvollen Inszenierungen und Themenwelten einen kulturhistorischen Überblick in die Alltagswelt im Land der Pharaonen oder in die ganz eigenen Jenseitsvorstellungen gibt.

Anhand hochwertiger Originale zeigt die Ausstellung das Leben an den fruchtbaren Ufern des Nil in allen wichtigen Epochen des Alten Ägypten: von den Anfängen im 4. Jahrtausend v. Chr. über das Alte Reich und das Neue Reich, die ptolemäisch-römische Epoche bis zur koptischen Zeit im 6. und 7. Jahrhundert n. Chr.

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Der Ausstellungsrundgang gliedert sich in die Themenkomplexe „Leben am Nil”, „Leben im Tod”, „Gott und Götter” sowie dem „Weiterwirken bis in die spätantike Zeit”. Die Exponate stammen aus den neuen Sammlungsbeständen der Reiss-Engelhorn-Museen und des Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim sowie aus ausgewählten Privatsammlungen.

Die Auswahl der Exponate reicht von aufwendig gestalteten Papyri über Särge & Reliefs, Skulpturen, Metallarbeiten bis hin zu Schmuck. Viele Stücke sind Jahrtausende alte Grabbeigaben oder stammen aus Tempel- und Stadtkontexten, die vielfältige Informationen und spannende Überlieferungen in sich tragen. So erzählen sie uns beispielsweise über das Alltagsleben am Nil und die gottgleiche Stellung der Pharaonen, über die Bedeutung des Beamtenstaates und die vorherrschenden Glaubensvorstellungen, die Vielfalt der Götterwelt oder die künstlerischen und kulturellen Errungenschaften wie die Schrift. Herausragende Grabfunde vom Pyramidenfriedhof von Giza erhalten in diesem Zusammenhang einen besonderen Stellenwert.

Bild links: Scheintürtafel des Itju und der Initkaes, Roemer- und Pelizaeus - Museum, Hildesheim, Giza, Westfriedhof, Grab des Itju, Altes Reich, 6. Dynastie, um 2250 v. Chr., Kalkstein, bemalt; Br. 57 cm © Roemer- und Pelizaeus-Museum 2014, Foto: Sharokh Shalchi; nach zeitgenössischen Vorstellungen kann die Seele der Verstorbenen durch diese Scheintüren ins Dasein zurückkehren. Bild rechts: Großes Amulett in Form eines Udjat-Auges, Roemer- und Pelizaeus-Museum, Hildesheim, Herkunft unbekannt, Spätzeit, 25. Dynastie, 720-664 v. Chr., Fayence, polychrom glasiert; Br. 6,8 cm © Roemer- und Pelizaeus-Museum 2014, Foto: Sharokh Shachi

Dank Schenkungen von privaten Partnern und einem Kooperationsvertrag mit dem für seine umfassende Ägypten-Sammlung bekannten Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim konnten die Reiss-Engelhorn-Museen einen repräsentativen Sammlungsschwerpunkt aufbauen, der weite Bereiche der antiken Hochkultur aufgreift. Damit werden einzigartige Kulturschätze der Menschheitsgeschichte an einem Ort bewahrt, der beste Voraussetzungen für ihren Erhalt für nachfolgende Generationen bietet.

Aktuelle Informationen zum Begleitprogramm unter www.rem-mannheim.de

Richard Wagner in Mannheim

„Von diesem Augenblick war ich Wagner verschrieben, wie Faust sich dem Mephisto verschrieben”

„Von Feuerzauber und Gralsgesang”
Emil Heckel & Richard Wagner in Mannheim & Bayreuth

Gemeinsam mit dem Stadtarchiv Mannheim widmen sich die Reiss-Engelhorn-Museen in der Ausstellung „Von Feuerzauber und Gralsgesang” der einzigartigen Verbindung zwischen den Musikzentren Bayreuth und Mannheim im 19. Jahrhundert.

Dauer der Ausstellung: 29. September 2013 -16. Februar 2014

Ausstellungsplakat © CES. Collage aus: Richard Wagner, Fotografie von Franz Hanfstaengl, München 1871, Reiss-Engelhorn-Museen TMS (Theater- und Musikgeschichtliche Sammlungen), Emil Heckel, Fotografie von W. Höffert, Mannheim um 1885, Reiss-Engelhorn-Museen TMS, Hintergrund: Notentitelseite Albrecht Hänleins Parsifal-Version, Stadtarchiv Mannheim - Institut für Zeitgeschichte

In einer Vitrine glänzt das magische Schwert Notung des Drachentöters Siegfried. Wie die beiden Tarnhelme daneben ist auch das Schwert eine Leihgabe des Nationaltheaters Mannheim - Requisiten aus Mannheimer Inszenierungen von Richard Wagners „Ring der Nibelungen”. Ein ganz besonderes Ausstellungsstück ist ein Gralsglockenklavier, das wahrscheinlich aus dem Bayreuther Festspielhaus stammt - Richard Wagner ließ das Instrument eigens für das Glockengeläut in seiner Oper „Parsifal” anfertigen. Weltweit sind wahrscheinlich nur noch drei Klaviere dieser Bauart erhalten. Neben großformatigen Bühnenbildentwürfen aus Bayreuth und Mannheim ist auch eine so genannte Wagnertuba zu sehen, die - entgegen ihrem Namen - keine Tuba ist, sondern zur Familie der Waldhörner zählt - Wagner ließ auch dieses Instrument speziell für den Opernzyklus „Ring des Nibelungen” bauen. Herzstück der Ausstellung ist der umfangreiche Briefwechsel zwischen Richard und Cosima Wagner mit dem Mannheimer Musikalienhändler Emil Heckel.

Der Geburtstag des gefeierten Komponisten Richard Wagner (1813 - 1883) jährt sich 2013 zum 200., sein Todestag zum 130. Mal. Im Zentrum der Ausstellung der Reiss-Engelhorn-Museen zum Abschluss des Wagner-Jahres 2013 steht die enge, teils persönliche, teils künstlerische Freundschaft des Mannheimer Musikalienhändlers Emil Heckel (1831 - 1908) zu Richard und Cosima Wagner.

Bild links: Bühnenbildentwurf von Oscar Auer zur Mannheimer Erstaufführung von „Götterdämmerung” am 25. Mai 1885. Gouache auf Karton, 1885, © Reiss-Engelhorn-Museen, TMS. Bild rechts: Emil Heckel, © CES. Collage aus: Emil Heckel, Fotografie von W. Höffert, Mannheim um 1885. Reiss-Engelhorn-Museen TMS, Hintergrund: Notentitelseite Albrecht Hänleins Parsifal-Version, Stadtarchiv Mannheim - Institut für Zeitgeschichte

Im April des Jahres 1871 wandte sich Richard Wagner an die Öffentlichkeit. Förderer und Freunde sollten seinen Plan unterstützen, in Bayreuth ein Festspielhaus speziell für seinen Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen” zu errichten. Nur Emil Heckel aus Mannheim, der nach dem Besuch eines von Wagner dirigierten Konzerts zum enthusiastischen Wagner-Anhänger wurde, reagierte auf den Aufruf und bot seine Unterstützung an. Zur Finanzierung des ambitionierten Unternehmens gründete er 1871 den weltweit ersten Richard-Wagner-Verein in Mannheim - und brachte mit geschickten Marketing-Ideen bald eine staatliche Summe für das Projekt zusammen: Geldgeber und Sponsoren konnten in einem Losverfahren zu einer Eintrittskarte für die Aufführungen in Bayreuth gelangen.

Bild links: Richard Wagner, Fotografie von Franz Hanfstaengel, München 1871, © Reiss-Engelhorn-Museen TMS; Bild rechts: Plakat für das Mannheimer Wagner-Konzert am 20. Dezember 1871, © Reiss-Engelhorn-Museen TMS. Unter den Ausstellungsstücken befinden sich neben Requisiten, Konzert- und Theaterkarten auch zahlreiche Originalbriefe Richard und Cosima Wagners.

Erstmals nach 50 Jahren gewährt die Mannheimer Ausstellung wieder einen Einblick in den umfangreichen Nachlass Emil Heckels, der seit 1965 im Stadtarchiv Mannheim verwahrt wird. Der Nachlass enthält mit dem Briefwechsel zwischen Emil Heckel und Richard Wagner zu den Vorarbeiten des Bayreuther Festspielunternehmens auch die Korrespondenz zwischen Richard Wagner und König Ludwig II sowie mit dem Komponisten Franz Liszt. Leihgaben aus Bayreuth ergänzen die Objekte aus den Beständen der Reiss-Engelhorn-Museen und des Stadtarchivas Mannheim.

Mit den Augen von Emil Heckel blickt die Ausstellung auch hinter die Kulissen des Mannheimer Hof- und Nationaltheaters und auf die Heckel’sche Musikalienhandlung in der Kunststraße.

Die Medici-Sterne

Ein faszinierendes Exponat in der aktuellen Medici-Ausstellung der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen ist die originalgetreue Nachbildung des Fernrohrs, mit dem Galilei die Jupitermonde entdeckte.

Die Geschichte der italienischen Renaissance ist untrennbar verbunden mit der Familie der Medici. Als Bankiers und Händler, Fürsten und Päpste förderten sie bedeutendsten Künstler und Gelehrten ihrer Zeit - so auch den Astronomen Galileo Galilei (1564-1642). Zum Dank nannte Galilei die von ihm entdeckten Jupitermonde nach seinen Gönnern „Sidera Medicea” - Sterne der Medici”. Vor dem Hintergrund der Familiengeschichte behandelt die große Schau „Die Medici - Menschen, Macht & Leidenschaft” bis zum 28. Juli 2013 auch große Themen der Zeit wie das revolutionäre neue Weltbild durch Galileis Entdeckungen.

Ausstellungsimpression: Galileo Galilei; in der Ausstellung entführen u. a. ein historisches Planetenmodell und ein Fernrohr in die Welt des großen Astronomen - inszeniert vor einem Sternenhimmel © rem, Foto: Carolin Breckle

Der unvollkommene Himmel
In jeder wolkenlosen Nacht richtete er sein Fernrohr auf den Himmel. Der Mond, nein, das war keine vollkommene Kugel an einem vollkommenen Himmel, wie die Naturphilosophen behaupteten. Was er dort sah, waren zweifellos Berge, Täler und Krater. Und dann, wenig später, entdeckte er vier kleinere Himmelskörper, die den Jupiter umkreisten - ein offenkundiger Widerspruch zur herrschenden Lehre der Kirche, die Erde sei der Mittelpunkt aller Himmelsbewegungen.

Galileo Galileis Entdeckung der vier Jupitermonde in einer kalten, aber klaren Winternacht des Jahres 1610 löste zunächst nur skeptische Ablehnung aus. Wissenschaftliche Autoritäten und kirchliche Würdenträger lachten ihn aus und warfen ihm Betrug vor - oder weigerten sich überhaupt, durch das Teleskop auf den Himmel zu schauen: Was Galilei dort sehe, spotteten sie, existiere nur in den Linsen seines Fernrohrs.

Galilei selbst ließ sich durch diese Zweifel nicht beirren. Schon bald veröffentlicht er die Ergebnisse seiner astronomischen Beobachtungen im „Sidereus Nuncius”, den „Nachrichten von neuen Sternen”. Nach wenigen Tagen ist die erste Auflage der kleinen Schrift ausverkauft. Da Galilei zu dieser Zeit eine Rückkehr in die Toskana plant, widmet er - sicher nicht ohne Hintergedanken - das Werk seinem ehemaligen Schüler und Gönner Großherzog Cosimo II de’ Medici und nennt die Jupitermonde die „Gestirne der Medici”. Während eines Besuchs schenkt er Cosimo eine Ausgabe seiner später so berühmten Schrift zusammen mit dem Fernrohr, mit dem er die Jupitertrabanten entdeckt hatte. 

Galileis Entdeckungen brachten ihn besonders mit der Kirche in Konflikt. Im Machtkampf mit Rom unterlag Galilei und wurde von der Inquisition gezwungen, seinen Lehren abzuschwören - doch immerhin bewahrte ihn der Schutz der Medici vor Folter und dem Kerker.

Faszination Astronomie: Noch mehr Astronomie erleben Sie im Haus der Astronomie auf dem Heidelberger Königsstuhl

Machtpolitik mit der Steuerschätzung: Steuergerechtigkeit unter Cosimo Il Vecchio
Den einen half er, einen finanziellen Engpass zu überwinden oder bei der Gründung eines Geschäfts, einem anderen, der seine Tochter standesgemäß verheiraten wollte, gewährte er einen großzügigen Kredit. Mit klug verteilten kleinen Gefälligkeiten knüpfte Cosimo de’ Medici (Il Vecchio) ein dichtes Netz von Loyalitäten und Verpflichtungen, die beim Aufstieg der Medici zu einer der führenden Familien von Florenz überaus hilfreich waren.

Cosimo Il Vecchio (1389-1464) war ein überragender Geschäftsmann, der die Medici-Bank mit unternehmerischem Geschick und diplomatischer Weitsicht zu einem Institut von europäischer Bedeutung ausbaute - seine geschäftlichen Verbindungen reichten bis zum Papst und zum König von England. Die Sicherung der politischen Macht gelang Cosimo durch die Kontrolle der Wahlbeutel, aus denen die Amtströger der Stadt ausgelost wurden - und die Aufsicht über die Steuerschätzung: Verbündete wurden steuerlich entlastet, Gegner und Rivalen finanziell ruiniert. „Cosimo vernichtet seine Feinde nicht mit dem Dolch, sondern mit der Steuererklärung”, tuschelten die Florentiner Bürger.

Dennoch konnte Cosimo sich großer Wertschätzung und Unterstützung der Florentiner erfreuen - die Gründe hierfür waren neben seiner zurückhaltenden Bescheidenheit die Finanzierung öffentlicher Bauprojekte wie die Kirchen San Lorenzo oder San Marco, die erheblich zum glanzvollen Erscheinungsbild der Stadt beitrugen. Für seine Verdienste wurde Cosimo posthum der Ehrentitel „pater patriae” - Vater des Vaterlandes verliehen.


San Lorenzo Außenfassade, Basilika San Lorenzo in Florenz Ende 15.Jh. Im Kirchenkomplex von San Lorenzo befindet sich die Grablege der Familie Medici. Fast alle berühmten Familienmitglieder, mit Ausnahme von Königinnen & Päpsten, sind hier bestattet. © Wilfried Rosendahl, rem 

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Ein Mord während des Hochamts: Die Pazzi-Verschwörung
Als der Kardinal die Hostie erhebt, zücken die Verschwörer den Dolch und stürzen sich auf die beiden Medici. Lorenzos jüngerer Bruder Giuliano stirbt auf der Stelle, während Lorenzo selbst im Getümmel flüchten und sich in die Sakristei retten kann. Damit war der Staatsstreich gescheitert. Mit unerbittlicher Härte verfolgt Lorenzo seine Feinde - selbst Erzbischof Francesco Salviati, der in das Komplott verstrickt ist, wird noch in seinem Priestergewand an den Fenstern des Palazzo aufgehängt.

Als Lorenzo de’ Medici (1449-1492) nach dem frühen Tod seines Vaters Piero gerade einmal zwanzigjährig Familienoberhaupt wird, sind die Medici eine mächtige Familie mit vielen Freunden und einflussreichen Feinden - in Florenz ebenso wie in Rom. Im Konflikt zwischen Papst Sixtus IV mit Lorenzo fand der Vatikan Mitverschwörer aus Florenz: die Familie Pazzi, die in Lorenzos Machtpolitik ins Abseits geraten war. Da Lorenzos Rache auch hohe Geistliche trifft, verhängt der Papst nach der gescheiterten Verschwörung den Kirchenbann über Florenz. Doch dem Medici gelingt in der Folgezeit, sich mit seinen Gegnern zu versöhnen und seine Macht sogar dauerhaft zu festigen.

Seinen Beinmane „Il Magnifico” - der Prächtige - erwirbt sich Lorenzo wegen seiner großzügigen Förderung von Kunst und Wissenschaft, die Florenz zur Hauptstadt der Renaissance machen sollten - zu seinen Schützlingen zählten u. a. Leonardo da Vinci, Botticelli und Michelangelo.

FLORENZ GENIESSEN • Begleitausstellung im Cafe Prag (Mannheim) zur Sonderausstellung „DIE MEDICI”
Eine fotografische Reise durch die Stadt der Medici • 02.02.2013 - 28.07.2013

Die Toskana & Florenz erinnern an das italienische Lebensgefühl, Essen & Genuss. Adonis Malamos vom Cafe Prag hat sich unter dem Motto Florenzgenießen aufgemacht, um die kulinarischen Momente der Stadt der Medici fotografisch festzuhalten. Das Cafe Prag befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Reiss-Engelhorn-Museen - zu Fuß sind es nur wenige Minuten. Ein Besuch beider Ausstellungen lässt sich bestens verbinden.

Cafe Prag, E 4,17  68159 Mannheim 
Tel.: 0621 / 760 598 76 
Öffnungszeiten Mo-Sa 10.00-18.30 Uhr • So u. Feiertage 13.00 - 17.30 Uhr

Hauen und Stechen
„Calcio”, abgeleitet vom italienischen Wort „calciare”- treten, war ein Ballspiel, bei dem es darum ging, einen runden, mit Luft gefüllten Lederball in das gegnerische Tor zu befördern. „Dem Spieler, der mit dem Ball in der Hand in die gegnerische Hälfte läuft, sollen seine kräftigen Mitspieler Platz schaffen”, empfahl eine taktische Anweisung. Das hieß konkret: Den Spielern beider Mannschaften war im Prinzip alles erlaubt, um dem Gegner den Ball abzujagen - egal mit welchem Körperteil. Einzige Ausnahmen: Die Spieler durften nicht von hinten angegriffen und einer, der bereits am Boden lag, nicht weiter traktiert werden. 

Heute ist der Calcio Storico Fiorentino ein Spektakel, das auch die vielen Touristen begeistert. Die vier historischen Stadtviertel von Florenz treten im Juni auf dem Platz vor der Kirche Santa Croce gegeneinander an. Gespielt wird auf Sand und in Kostümen des 16. Jahrhunderts. Das Finale, dem ein großer Umzug vorangeht, findet am 24. Juni statt, dem Tag des Schutzheiligen der Stadt San Giovanni. Ein großes Feuerwerk beendet das Spektakel , das an die Calcio-Partie während der Belagerung von Florenz erinnert.

„Die Medici - Menschen, Macht und Leidenschaft” (2013), Hg. Alfred Wieczorek, Gaelle Rosendahl, Donatella Lippi, Verlag Schnell und Steiner, Regensburg, ISBN - 13: 978-3795426347. Das Buchcover ist zugleich auch Ausstellungsplakat.

Die Dynastie der Medici prägte über dreieinhalb Jahrhunderte Florenz & Europa. Bis zum 28. Juli 2013 widmen die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen der berühmten Familie eine große Ausstellung, die den Besuchern Höhen und Tiefen, Glanz und Elend dieser Dynastie vor Augen führt. Die Ausstellung spannt den Bogen von Gründungsvater Giovanni di Bicci bis zur letzten Medici, der Kurfürstin Anna Luisa von der Pfalz (1667-1743), die nach dem Tod ihres Mannes Deutschland 1717 verließ und nach Florenz zurückkehrte. Aktuelle Informationen zur Ausstellung & zum Begleitprogramm finden Sie im Internet unter www.medici.de

Schoko-Totenschädel

Bunte Totenschädel zu Ehren der Verstorbenen

Schädelkult • Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen
Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim • Museum Weltkulturen D5 • 68159 Mannheim
02. Oktober 2011 - 29. April 2012

Jahrtausende alte Schädelschalen und kunstvoll geschmückte Kopfjägertrophäen, geräucherte Schrumpfköpfe und bunt bemalte Totenschädel aus Schokolade oder Zucker. Erstmals weltweit widmet sich die Ausstellung „Schädelkult” der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen der Bedeutung von Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen. Sie spannt dabei den Bogen von den Neandertalern bis heute und folgt dem Phänomen „Schädelkult” quer über alle Kontinente. Die Ausstellung ist noch bis Ende April 2012 zu sehen.

Das Buch zur Ausstellung: Schädelkult. Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte der Menschheit. Hrsg. Alfred Wieczorek, Wilfried Rosendahl, Verlag Schnell & Steiner (2011). „Schädeldeformation, kunstvoll geschmückte Kopftrophäen, Ahnenschädel sowie verehrte Reliquien, Gefäße aus Schädelknochen oder Darstellungen in der Kunst von Leonardo da Vinci bis Damien Hirst belegen in mehr als 500 Abbildungen eine Urfaszination bis in die Gegenwart”. Der Ausstellungskatalog ist die erste umfassende Gesamtdarstellung, die sich mit der besonderen Bedeutung von Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen befasst.

Schädelfaszination heute
Der Tod ist ein Teil des Lebens. Am „Dia de los Muertos”, dem Tag der Toten, gedenken die Menschen in Mexiko mit einem farbenprächtigen Volksfest der Verstorbenen. Die Straßen werden mit Blumen geschmückt, in den Schaufenstern sind bunt bemalte Totenschädel aus Schokolade oder Zuckerwerk ausgestellt, mit den Namen der Toten auf der Stirnseite. 2003 wurde der „Dia de los Muertos” von der UNESCO in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen. Neben den mexikanischen Zuckerschädeln sind im Ausstellungsbereich zur „Schädelfaszination heute” der Mannheimer Ausstellung der Totenkopf als beliebtes Modeaccessoire, aber auch Exponate zu den Aspekten Hirnforschung und Kriminalistik zu sehen.

Die Schädelsammlung des Gabriel von Max
Einige besondere Exponate der Ausstellung stammen aus der Schädelsammlung des Münchner Künstlers und Darwinisten Gabriel von Max (1840-1915). Die Sammlung, die von Max in den 1870er Jahren durch Ankäufe aufgebaut hatte, war einer der größten dieser Art mit Objekten aus Amerika, Asien, Afrika, Ozeanien und Europa.

1917 wurde die Sammlung von der Stadt Mannheim erworben und gelangte in den Besitz der heutigen Reiss-Engelhorn-Museen. Große Teile der rund 500 Objekte umfassenden Sammlung gingen im Zug eines staatlich angeordneten Sammlungstausches 1935 an die Universität Freiburg. Erst Ende 2008 wurde die Sammlung, die bis dahin als verschollen galt, in einer anderen Freiburger Schädelsammlung wiederentdeckt - und wurde zum Anlass für das Ausstellungsprojekt „Schädelkult”.

Erbeutete Köpfe waren Siegtrophäen
„Die Köpfe der gefallenen Feinde hauten sie ab und nagelten sie dann als Ehrenzeichen an die Wand - gerade so, als hätten sie auf der Jagd ein Wild erlegt”, empört sich im ersten vorchristlichen Jahrhundert ein griechischer Geschichtsschreiber über die barbarischen Sitten der Kelten. Der Nagel des Trophäenschädels, der in der Mannheimer Ausstellung zu sehen ist, stammt wahrscheinlich von einem römischen Söldner und ist komplett erhalten.

Erbeutete Schädel gelten auch in Afrika als Siegtrophäen. In Kopf, Schädel oder dem Unterkiefer lebte nach lokalem Glauben die Kraft oder die Seele des getöten Feindes weiter und konnte durch Rituale kontrolliert werden. Einige Trophäenschädel in der Ausstellung sind aufwendig mit Menschenhaar, Kaurischnecken oder Spiegeln geschmückt. Aus Nigeria stammen beispielsweise Schädelaufsatzmasken, die bei Feierlichkeiten auf dem Kopf getragen werden konnten.

Schädelrituale
Zu Beginn der Ausstellung begrüßt ein besonderes Exponat die Besucher: Der Schädel des französischen Philosophen und Naturwissenschaftlers René Descartes (1596-1650). Mit seiner berühmten Erkenntnis „Ich denke, also bin ich” wurde Descartes zum Wegbereiter des modernen Denkens, das die Vernunft in den Mittelpunkt stellt.

Ein anderes bedeutendes Exponat der Ausstellung ist ein Ahnenschädel aus dem Israelischen Museum in Jerusalem. Der Schädel ist der erste bekannte Hinweis darauf, dass die Menschen schon vor vielen Tausend Jahren ihrer Verstorbenen gedachten, indem sie deren Antlitz aus Lehm über den Schädel modellierten.

Weltweit werden Schädel verehrt und gesammelt und finden auf unterschiedliche Weise Verwendung. In Indien dienen Schädel unter anderem auch als Trommeln, auf der Inselgruppe der Andamanen tragen Familienangehörige Schädel und Unterkiefer eines Verstorbenen als Schmuck um den Hals. Als Schmuck verwenden auch die Menschen in Neuguinea die Ahnenschädel - am Tag werden sie als Halskette getragen, nachts dienen sie als Schlafunterlage. In Afrika wurden Schädel mit Vorhängeschlössern, Fäden und einem Holzstück gesichert, weil der Geist des Verstorbenen noch immer darin wohnt. Im historischen Europa zeugen kunstvoll bemalte Schädel in Beinhäusern ebenso von der Schädelverehrung wie kostbare Heiligenreliquien in Kirchen und Klöstern.

Der Begriff Repatriierung steht für die Rückholung von menschlichen Überresten in ihre ursprüngliche kulturelle Heimat. In der Zeit der Entdeckung der Welt durch die Europäer entstand ein Markt für anthropologische Artefakte von Ureinwohnern. Der weltweite Handel führte teilweise zu einer regelrechten Jagd nach menschlichen Überresten. Bei vielen indigenen Gruppen (= eine Gemeinschaft von Ureinwohnern einer Region oder eines Landes) stehen die Toten zu den Lebenden in einer engen Beziehung - eine Rückholung ihrer Ahnen ist daher für sie von besonderer Bedeutung.

Museen haben die Aufgabe, die Zeugnisse vergangener Kulturen zu bewahren. Für die reiss-Engelhorn-Museen steht eine Rückgabe menschlicher Überreste aus einem nachgewiesenen Unrechtskontext außer Frage. Eine generelle Rückforderung aus einem politischen Zeitgeist heraus wird jedoch abgelehnt, wenn eine Zerstörung dieser Zeugnisse einer längst vergangenen Glaubensvorstellung der Ureinwohner droht.Bei der Vorbereitung der Ausstellung „Schädelkult” wurde darauf geachtet, dass keine Exponate mit Unrechtskontext gezeigt werden.

Panischer Schrecken

Berlins verborgener Olymp in Mannheim

DIE RÜCKKEHR DER GÖTTER

Vom 13.06.2010 bis zum 13.06.2011 sind die Götter zu Gast in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim

Als er zur Welt kam, erschrak seine Mutter, die Nymphe Penelope, über seinen behaarten Körper und die Bocksbeine. Doch sein Vater Hermes präsentierte seinen Sohn stolz den Göttern im Olymp, die sich über sein fröhliches Wesen amüsierten. Pan, der Hirtengott Arkadiens, liebte den Gesang und den Tanz, aber er galt auch als launenhaft und unberechenbar. Die tiefe Stille der heißen Mittagsstunde war ihm heilig, und wenn er zu dieser Zeit gestört wurde, versetzten seine durchdringenden Schreie die Viehherden in derart „panischen” Schrecken, dass sie blindlings in den verderblichen Abgrund rannten. Ab dem 13. Juni 2010 sind Pan und viele andere Götter der antiken Griechen und Römer zu Gast in Mannheim.

Ausstellungsplakat

Ein Spielball rivalisierender Götter

Wer kennt sie nicht: den Göttervater Zeus, die verführerische Liebesgöttin Aphrodite oder den Beherrscher des Meeres Poseidon? Die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim geben einen umfassenden Einblick in die bunte Götterwelt der antiken Griechen und Römer. Die Ausstellung „Berlins verborgener Olymp in Mannheim. Die Rückkehr der Götter” zeigt einmalige, bis vor Kurzem völlig unbekannte Schätze aus der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Kostbarkeiten, die lange Zeit in Depots der ehemaligen DDR schlummerten und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich waren. Nach aufwendiger Restaurierung erstrahlen die herausragenden Kunstwerke jetzt wieder in altem Glanz.

Intrigen und göttliche Seitensprünge
Rund 180 Marmorskulpuren und Bronzestatuetten, Terrakotten, Vasen, Gebrauchsgegenstände und Schmuck illustrieren eindrücklich die Vielfalt und die enorme Wandelbarkeit der antiken Götterbilder. Die olympischen Götter herrschten über Himmel und Erde, Meer und Unterwelt. Sie besaßen besondere Gaben und große Macht, waren aber auch nicht frei von menschlichen Schwächen. Streit, Intrigen und Seitensprünge waren im Olymp an der Tagesordnung und nicht selten wurden die Menschen zum Spielball rivalisierender Götter.

In Tempeln, Altären oder heiligen Hainen fanden sich unterschiedlichste Skulpturen und Weihegaben, mit denen die launischen Götter wohlwollend gestimmt werden sollten. Eine große Auswahl hiervon wird in der Ausstellung zu sehen sein. Außerdem zeigt die Schau figürliche Originalfragmente vom Pergamonaltar, dem größten und schmuckreichsten Altar der Antike und ein eigener Bereich widmet sich dem Theater als Kultort des Dionysos.

Die Ausstellung in den Reiss-Engelhorn-Museen vereint hochwertige Kunstwerke aus einem fast 1000jährigen Zeitraum. Die Werke aus den unterschiedlichen Epochen zeigen, wie sich das Erscheinungsbild der einzelnen Götter im Lauf der Zeit verändert hat und dem jeweils herrschenden Schönheitsideal angepasst wurde.

Die Ausstellung erfolgt in Kooperation mit der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender und reich bebildeter Katalog.

Info:
Die Rückkehr der Götter
Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
13. Juni 2010 - 13. Juni 2011

Öffentliche Führungen sonntags, 15.00 Uhr • mit umfangreichem Begleitprogramm

Internet: www.goetter-2010.de

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