TECHNOSEUM • Landesmuseum für Technik & Arbeit in Mannheim
Stiftung des öffentlichen Rechts
Museumstr. 1 • 68165 Mannheim

Tel.: 0621 / 42 98-0

www.technoseum.deDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In verschiedenen Ausstellungsbereichen erhalten die Besucher im TECHNOSEUM einen Überblick über 200 Jahre Technik- & Sozialgeschichte in Deutschland. Ausgewählte Vorführstationen bieten einen vertiefenden Einblick in vergangene Arbeitswelten. Mit regelmäßigen Sonderausstellungen zu Themen aus Naturwissenschaft und Gesellschaft ist das Museum zugleich Forum für aktuelle Diskussionen. Im TECHNOclub können technikinteressierte Kinder & Jugendliche selbst Experimente durchführen. Mitmach-Ausstellungen für die ganze Familie, Kinderführungen, sieben Tage die Wochen geöffnet - das TECHNOSEUM in Mannheim ist ein lebendiges Museum - und eines der drei großen Technik-Museen in Deutschland • Nach dem Vorbild der Natur: Das TECHNOSEUM widmet dem Wissenschaftsfeld der BIONIK in seiner Dauerausstellung einen eigenen Bereich • Deutsche Rundfunkgeschichte im TECHNOSEUM Mannheim • aktuell Schneckenkratzer und Wolkenhaus. Wie Menschen und Tiere bauen, 06. August bis 15. November 2015

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TECHNOSEUM • Landesmuseum für Technik & Arbeit in Mannheim
Stiftung des öffentlichen Rechts
Museumstr. 1 • 68165 Mannheim

Tel.: 0621 / 42 98-0

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In verschiedenen Ausstellungsbereichen erhalten die Besucher im TECHNOSEUM einen Überblick über 200 Jahre Technik- & Sozialgeschichte in Deutschland. Ausgewählte Vorführstationen bieten einen vertiefenden Einblick in vergangene Arbeitswelten. Mit regelmäßigen Sonderausstellungen zu Themen aus Naturwissenschaft und Gesellschaft ist das Museum zugleich Forum für aktuelle Diskussionen. Im TECHNOclub können technikinteressierte Kinder & Jugendliche selbst Experimente durchführen. Mitmach-Ausstellungen für die ganze Familie, Kinderführungen, sieben Tage die Wochen geöffnet - das TECHNOSEUM in Mannheim ist ein lebendiges Museum - und eines der drei großen Technik-Museen in Deutschland • Nach dem Vorbild der Natur: Das TECHNOSEUM widmet dem Wissenschaftsfeld der BIONIK in seiner Dauerausstellung einen eigenen Bereich • Deutsche Rundfunkgeschichte im TECHNOSEUM Mannheim • aktuell Schneckenkratzer und Wolkenhaus. Wie Menschen und Tiere bauen, 06. August bis 15. November 2015

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Technische & historische Zusammenhänge

LEBENDIGES MUSEUM - DAS TECHNOSEUM IN MANNHEIM 

An Sonn- und Feiertagen können große wie kleine Besucherinnen und Besucher beim Mitmach-Programm „Familie-aktiv” selbst Hand mit anlegen und zu monatlich wechselnden Themen in der Ausstellung tüfteln und experimentieren. Modelle und Nachbauten, aber auch Original-Exponate dürfen berührt und benutzt werden - denn so lassen sich technische Funktionen und historische Zusammenhänge am besten und im Wortsinn „be-greifen”. Und: Der museumsfreie Montag entfällt - das TECHNOSEUM Mannheim hat an sieben Tagen die Woche geöffnet.

Der Haupteingang des Technoseum mit der Skulptur „Springing Rain” des US-amerikanischen Künstlers Marc di Suvero; Bildquelle Technoseum

Das TECHNOSEUM in Mannheim gehört neben dem Deutschen Museum in München und dem Deutschen Technikmuseum in Berlin zu den größten Technikmuseen in Deutschland. Die Entwicklungen in Naturwissenschaften und Technik vom 18. Jahrhundert bis heute sowie der soziale und wirtschaftliche Wandel, den die Industrialisierung in Deutschland ausgelöst hat, sind die übergreifenden Themen der Dauerausstellung. Maschinen werden nicht einfach gezeigt, sondern in Ensembles inszeniert, um einen lebendigen Eindruck einstiger Arbeitswelten zu vermitteln. Vorführtechniker erklären Arbeitsabläufe und beantworten individuell die Fragen der Besucher. Selbst aktiv werden die Besucher in der Experimentier-Ausstellung Elementa, die an mehreren Orten auf dem Rundgang durch das Museum zum Tüfteln einlädt: Technische Erfindungen lassen sich hier durch eigenes Ausprobieren nacherleben.

Ergänzend bietet das TECHNOSEUM Experimentierworkshops an, die Kindern und Jugendlichen auch unabhängig von einem Familien- oder Schulbesuch die Möglichkeit bietet, sich mit dem Themenfeld Technik zu beschäftigen.

Bild links: „Maschinenmensch”, eines der Wahrzeichen des Technoseum; Bildquelle Technoseum; Bild rechts: Das Museumsschiff ist Ausflugsdampfer, Ausstellungsstück und Ausstellungsort zugleich. Beim Besuch unternehmen die Passagiere eine Reise durch die Geschichte der Binnenschifffahrt und erfahren Wissenswertes zur Bergungstaucherei.

Auf rund 8000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird die Geschichte der Industrialisierung mit Exponaten, interaktiven Experimenten und Vorführungen zum Leben erweckt. Regelmäßige Vorführungen zeigen, wie beispielsweise eine Dampfmaschine funktioniert oder wie sich Kunststoff in Form bringen lässt.

Das Museum wurde 1990 eröffnet. Das avantgardistische Gebäude am Eingang der Stadt entwarf die Berliner Architektin Ingeborg Kuhler. 1992 wurde das Haus mit dem Preis „European Museum of the Year” ausgezeichnet, den das Europäische Museumsforum jährlich vergibt. Zu Beginn des Jahres 2010 hat das Museum seinen bisherigen Namen „Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim” geändert und heißt fortan TECHNOSEUM.

TECHNOSEUM - 
Landesmuseum für Technik und rbeit
Museumstraße 1 • 68169 Mannheim
Tel.: +49 (0)621 / 42 98-9

Öffnungszeiten: täglich 9.00 - 17.00 Uhr

Museumsbibliothek: Dienstag . Donnerstag 9.00 - 16.00 Uhr
(und auf telefonische Anfrage)

Aktuelle Informationen zu Ausstellungen und Besucherprogramm unter www.technoseum.de

Herzblut: Geschichte & Zukunft der Medizintechnik

Das geht unter die Haut

Große Landesausstellung Baden-Württemberg „Herzblut – Geschichte und Zukunft der Medizintechnik“ vom 5. November 2014 bis zum 7. Juni 2015 im TECHNOSEUM

Plakat Herzblut, © TECHNOSEUM

Der weltweit erste Zahnbohrer war aus einer Handbohrmaschine und einer Nähmaschine zusammengebaut, über ein Fußpedal wurde der Bohrer in Rotation gesetzt. Wegen der geringen Drehzahlen brachen die Bohrspitzen häufig ab und mussten wieder aus dem Zahn gefräst werden. 1871 ließ sich der US-amerikanische Zahnarzt James Beall Morrison diese Konstruktion patentieren Auch wenn noch immmer viele Patienten  beim Bohrgeräusch eine Gänsehaut bekommen, so ist doch heute dank des elektrischen Bohrers ein Zahnarztbesuch deutlich angenehmer.

Zahnarztstuhl „Modell A“, Arnold Biber AG, Durlach, um 1920 und Pedalbohrmaschine von einem unbekannten Hersteller, 1890 bis 1910, Bildquelle TECHNOSEUM

In der Großen Landesausstellung Baden-Württemberg „Herzblut - Geschichte und Zukunft der Medizintechnik”, die vom 05. November 2014 bis zum 07. Juni 2015 im TECHNOSEUM zu sehen ist, erfahren die Besucher u. a., dass die Wurzeln der ästhetischen Chirurgie von heute in der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie liegen: Zahlreiche Versehrte aus zwei Weltkriegen stellten die Medizin einst vor gewaltige Herausforderungen.

Außerdem zeigt die Schau, wie stark die moderne Medizin und ihre technischen Hilfsmittel heute unseren Alltag prägen, ganz gleich ob es sich um Impfungen, Vorsorge-Untersuchungen oder Brillen handelt: Wir leben heute nicht nur länger, sondern auch besser, vormals tödliche Krankheiten haben ihre Gefährlichkeit verloren oder wurden wie etwa die Pocken in den 1970er Jahren gleich ganz ausgerottet. Debatten um Organspende und Stammzellenforschung zeigen indessen, dass die Medizin und ihre Möglichkeiten auch Fragen aufwerfen, die unsere Einstellung zu Gesundheit und Krankheit sowie zu Leben und Tod prägen.

Von der Amputation bis zur Prothetik
Die Ausstellung gibt mit über 500 Exponaten auf 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche einen Überblick über die moderne Medizingeschichte - angefangen bei einem Amputationsbesteck aus den 1840er Jahren über elektronisch gesteuerte Prothesen aus heutiger Zeit bis hin zu Entwicklungen wie dem „Schlauen Pflaster”, das sich zurzeit noch in der Erprobungsphase befindet.

Orthopädisches Korsett um 1870, © TECHNOSEUM

An interaktiven Stationen stellen die Besucher u. a. einen so genannten minimalinvasiven Eingriff nach oder lassen sich von TECHNOscouts erklären, wie Tomographen dreidimensionale Darstellungen des Körpers errechnen.

Experten auf Hausbesuch im Museum
Begleitend zur Ausstellung lädt das TECHNOSEUM zu Vorträgen zur Naturmedizin, zur Psychosomatik oder den Einsatzmöglichkeiten von Robotern im Operationssaal. Am 05. November 2014 zeigt der Medizinkabarettist Dr. Eckhart von Hirschhausen, wie die menschliche Wahrnehmung funktioniert und warum Placebos auch dann wirken, wenn man nicht an sie glaubt.

Immer freitags sowie an Sonn- und Feiertagen lädt das Museum um 14.00 Uhr zur öffentlichen Führung durch die Ausstellung, die im regulären Eintrittspreis inbegriffen ist. Junge Forscher können sich in der „Kinder-Uni Medizin” Vorlesungen über medizinische Phänomene anhören oder gemeinsam mit ihren Eltern einen Erste-Hilfe-Kurs des Deutschen Roten Kreuzes absolvieren. 

Das Mannheimer kommunale Kino Cinema Quadrat begleitet „Herzblut” mit einer Filmreihe. Alle Filme laufen im Collini-Center, der Auftakt findet jedoch im TECHNOSEUM statt: am 18. November mit dem Stummfilm „Orlacs Hände” aus dem Jahr 1924. Das Besondere: Die Kino-Orgel des Museums, die aus dem Jahr 1929 stammt, wird bei der Vorführung zum Einsatz kommen.

Wer möchte, kann sich die Schau in Form des 450-seitigen Ausstellungskataloges mit nach Hause nehmen. Und wenn es mal wieder juckt oder zieht, kann man unter www.technoseum.de einen - nicht ganz ernst gemeinten - Hypochondertest durchführen.

Die Natur als Lehrmeister

Wenn die Technik von der Natur lernt

Mikroskopisch kleine Kristalle auf der Blattoberfläche der Lotusblume bewirken, dass die Wassertropfen abperlen und Schmutz- und Staubpartikel dabei mitnehmen. Indem die selbstreinigende Kraft des Lotus-Effekts auf künstlichen Oberflächen eingesetzt wird, lassen sich chemische Reinigungsmittel sparen. Wie gelingt es einem Gecko, mühelos an der Decke zu spazieren und nicht herunterzufallen? Die kleinen Echsen, die auf den unterschiedlichsten Materialien klettern und sogar über Kopf laufen können, sind Vorbild für flexible technische Greif- und Verbindungssysteme. Nach dem Ortungsprinzip der Eule, die auch in völliger Dunkelheit eine Maus noch in 60 Metern Entfernung aufspürt, funktioniert die „akustische Kamera”, die selbst etwa bei einem landenden Flugzeug die Position einer Geräuschquelle bestimmen kann.

Bild links: Die Saugnäpfe der Krake dienten Ingenieuren als Vorbild für neuartige Sauggreifer für Roboterarme, mit denen im Automobilbau Karosserieteile schnell und passgenau eingesetzt werden können. Foto: TECHNOSEUM. Bild rechts: Eine Strelitzie, auch Paradiesvogelblume genannt. Forscher ließen sich von den Blüten der Strelitzie inspirieren, um eine Jalousie zu konstruieren, die ohne Scharniere auskommt. Die Klappbewegungen der Blüten der Paradiesvogelblume erfolgen vollkommen elastisch - sie kommen ohne jegliches mechanisches Gelenk aus. Foto: TECHNOSEUM.

Pflanzen und Tiere als Inspirationsquelle für technische Innovationen nutzen: Das macht das interdisziplinäre Wissenschaftsfeld der BIONIK aus. Der Name „BIONIK” setzt sich zusammen aus den Begriffen „Biologie” und „Technik” und steht für ein Konzept, das Natur und Technik nicht als Gegensätze versteht, sondern deren wechselseitige Beeinflussung in den Vordergrund rückt. Seit November 2013 widmet das TECHNOSEUM diesem spannenden und hochaktuellen Thema einen eigenen Bereich in seiner Dauerausstellung.

Die Schau auf der Ebene F des Museums ist in unterschiedliche Teilbereiche untergliedert. Im Bereich „Bauen” können sich die Besucher etwa darüber informieren, wie Architekten Seifenhaut-Modelle in ihre Arbeiten einfließen ließen, im Bereich „Schwimmen und Fliegen” wird illustriert, wie Ingenieure das Wissen um die strömungsgünstige Spindelform des Körpers der Pinguine nutzen, um energieeffiziente Transportmittel zu entwickeln. Problemlösungen der Natur, die sich in Jahrmillionen entwickelt und stetig verbessert haben, dienen als Ideen für moderne, technische Innovationen und Erfindungen - frei nach der Maxime „besser gut abgeschaut als schlecht erfunden”.

Roboter Paul, das Maskottchen der BIONIK-Ausstellung. Täglich, immer zur halben Stunde, ist Paul in Aktion und stellt sich mit Gymnasikübungen und einem Tanz vor. Foto: TECHNOSEUM.

An so genannten Aktionstischen werden die kleinen wie die großen Besucher selbst aktiv und können beispielsweise mit Papier Faltstrukturen nachbilden und dabei erfahren, dass dieses Wissen heute u. a. in der Verpackungsindustrie eingesetzt wird. Historische Referenzen kommen ebenfalls nicht zu kurz, die eines zeigen: „Schon Leonardo da Vinci und Otto Lilienthal folgten bei ihren Experimenten zu Flugapparaten Vorbildern aus der Natur und können zu den ersten Bionikern gerechnet werden”, so Projektleiter Dr. Reiner Bappert. Die BIONIK-Ausstellung ist Teil eines umfassenden Überarbeitungskonzepts auf der Ebene F des Museums, welches das TECHNOSEUM in den kommenden Jahren umsetzen wird. „Neben der BIONIK werden auch Stationen zum Automobilbau, zur Kommunikation und zur Energie hier eine Heimat finden”, kündigt Museumsdirektor Prof. Dr. Hartwig Lüdtke an.

Aktuelle Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm unter www.technoseum.de

Rundfunk- & Mediengeschichte

Deutsche Rundfunkgeschichte findet eine Heimat

5.500 Objekte aus den Beständen des SWR und des Deutschen Rundfunkarchivs gehen an das TECHNOSEUM in Mannheim

Im TECHNOSEUM in Mannheim wird eines der bedeutendsten Sammlungen zur Rundfunk- und Mediengeschichte entstehen. Hierzu überlassen der Südwestrundfunk (SWR) und das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) ihre gesamten historischen Objekte unentgeltlich dem Technikmuseum in Mannheim. Es handelt sich dabei um insgesamt rund 5.500 Objekte, vom alten Rundfunkempfänger über Mikrofone bis zum komplett erhaltenen Rundfunkstudio aus den 1960er Jahren. Diese Objekte werden in Mannheim dauerhaft erhalten, wissenschaftlich bearbeitet und im Rahmen von Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht

In den Funkhäusern und Lagern des SWR in Baden-Baden, Stuttgart und Mainz befinden sich derzeit noch große Bestände an technischem Equipment. Die SWR-Bestände umfassen etwa 3.800 Objekte, die aus den Anfangszeiten des SDR und SWF stammen und bis weit in die 1990er Jahre der Nachfolgeanstalt SWR reichen. Darunter befinden sich komplette Produktions- und Sendetechnikanlagen, zahlreiche Plattenspieler, Mikrofone und Rundfunkempfänger sowie ein komplett erhaltenes Rundfunkstudio aus den 1960er Jahren, das sich derzeit noch am ursprünglichen Ort in Baden-Baden befindet. SWR-Intendant Peter Boudgoust: „Diese Sammlung erzählt Geschichte, und zwar Technikgeschichte, Rundfunkgeschichte  und Mediengeschichte. Deshalb haben wir haben ein großes Interesse daran, dass  diese wertvolle Sammlung als ein Ganzes erhalten bleibt, dokumentarisch erschlossen und der Öffentlichkeit präsentiert wird und so der Nachwelt erhalten bleibt. Mit dem TECHNOSEUM haben wir einen Partner gefunden, der diese Bedingungen ohne Einschränkung erfüllen kann.“

Foto (v.l.n.r.): TECHNOSEUM-Direktor Prof. Dr. Hartwig Lüdtke, SWR-Intendant Peter Boudgoust und DRA-Vorstand Bernd Hawlat © SWR

Darüber hinaus erhält das TECHNOSEUM auch 1.700 Objekte aus dem Bestand des Deutschen Rundfunkarchivs in Frankfurt am Main und Potsdam-Babelsberg. Die DRA-Bestände wiederum reichen bis in die 1910er Jahre zurück und umfassen vor allem Endgeräte wie Rundfunkempfänger und Fernseher, darunter auch eine größere Anzahl von Geräten aus DDR-Produktion. Der Verein Deutsches Rundfunkmuseum trug diese Sammlung einst zusammen und betrieb von 1967 bis 1997 ein Museum unterhalb des Berliner Funkturms. Nach dessen Auflösung kamen die Bestände in die Obhut des DRA. Bernd Hawlat: „Geräte zum Empfang von Hörfunk und Fernsehen sind nahezu in jedem Haushalt vorhanden. Als Massenprodukt bilden sie geradezu eine Schablone für die Geschichte der technischen Entwicklung und der damit verbundenen Arbeit in der Produktion, der Gestaltung von Programmen und der Medienpolitik, des Designs und der jeweiligen Zeitgeschichte. Angefangen vom Jahr 1923, über die Zeit des Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit bis hin zur Gegenwart stellt die an das Mannheimer TECHNOSEUM unentgeltlich übereignete Gerätesammlung ein einzigartiges Archiv für über 90 Jahre Rundfunk in Deutschland dar.“

Thomas Kosche, Sammlungsleiter des TECHNOSEUM, ergänzt:  „Mit den Sammlungen von SWR und DRA können wir unsere eigenen Bestände mit Objekten zur Mediengeschichte erheblich erweitern und markant aufwerten. Auf diese Weise  wird eine der größten und umfassendsten Sammlungen dieser Art in Europa entstehen.“

Bis Ende dieses Jahres sollen sämtliche Objekte nach Mannheim überführt werden, anschließend werden sie am TECHNOSEUM gesichtet, sortiert und inventarisiert. Im Rahmen der derzeit stattfindenden Überarbeitung der Dauerausstellung wird das Museum auch dem Thema Kommunikation und Mediengeschichte einen eigenen Bereich widmen. Dieser wird voraussichtlich 2017 fertiggestellt – und wird dann auch eine Auswahl von Objekten des SWR und DRA zeigen. 

Die Sammlung 2: Der elektrische Haushalt

Technisches Kulturgut im Technoseum:

Sonderausstellung „Die Sammlung 2: Der elektrische Haushalt”
20. Februar - 27. Juli 2014

Das TECHNOSEUM widmet sich in der zweiten Präsentation seiner Sammlungsbestände Objekten aus der Anfangszeit der Elektrifizierung um 1900 bis in die Gegenwart - von Staubsaugern und Heizdecken bis hin zu Kuriositäten wie Rauchverzehrern und Krawattenbüglern. Sie alle geben Einblicke in den Zeitgeist und in die Technisierung des Alltags, aber auch in die Bewahrung technischen Kulturgutes und die Sammlungsarbeit eines Museums.

Ausstellungsplakat. © TECHNOSEUM

Das bisschen Haushalt
Elektrogeräte, die der Körperpflege dienen, sind mit Rasierapparaten oder Trockenhauben vertreten. Ein anderer Abschnitt der Präsentation widmet sich dem Heizen und Kühlen mit elektrischem Strom - vor allem bei den Ventilatoren finden sich ausgefallene Designstücke. Und auch die Sammlung zur Kaffeekultur verfügt über viele Ausstellungsobjekte vom Kleinröster über Mühlen bis zu allen erdenklichen Formen von Kaffeebereiten. Die größte Anzahl von Einzelobjekten bieten indessen die verschiedenen Geräte-Gruppen, die ab den 1970er eine erhebliche Arbeitserleichterung im Haushalt brachten - Staubsauger und Waschmaschinen, Herd und Gefrierschrank, aber auch die Palette nützlicher Kleingeräte wie Wasserkocher und Brotschneidemschinen, Toaster, Eierkocher oder Küchenmaschinen.

Bild links: Toaster, Bild rechts: Trockenhaube, Fotos © TECHNOSEUM

Im Jahr 1980 begann der Aufbau einer Sammlung für das damalige Landesmuseum für Technik und Arbeit, die heute rund 170.000 Objekte umfasst. Unter dem Oberbegriff „technisches Kulturgut” gehören dazu Dinge, die anschaulich machen, wie sich Arbeits- und Alltagskultur in den letzten 250 Jahren verändert haben - von der Stecknadel bis zum Rheindampfer, vom astronomischen Instrument über Arbeitsmaschinen der beginnenden Industrialisierung bis zum Ölbild mit dem röhrenden Hirsch.

Dass es vor der Inbetriebnahme eines Elektrogerätes einer ausgeklügelten technischen Infrastruktur einer ausgeklügelten Infrastruktur aus Anschlüssen, Sicherungskästen, Schaltern und Steckdosen bedarf, ist heute allgemein bekannt. Vor 100 Jahren war dies alles neu - und nicht ganz frei von Gefahr für Leib und Leben. Die Ausstellung zeigt daher auch Warnschilder und Plakate, die auf den sicheren und gesundheitsschonenden Umgang mit elektrischen Geräten hinweisen.

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Das TECHNOSEUM zeigt die Ergebnisse seiner Sammlungstätigkeit in einer eigenen Ausstellungsreihe. „Die Sammlung 2: Der elektrische Haushalt” ist die zweite Präsentation in diesem Format, die 2011 mit der Ausstellung „Die Sammlung. 1001 Objekt zum Hören und Sehen” gestartet war. Wieder sind ebenso wertvolle Unikate zu sehen wie Alltägliches und weit Verbreitetes, Werkssammlungen und Raumensembles sowie Beispiele von Werbeschildern und Plakaten aus den Museumsbeständen ergänzen die Schau. Im Filmprogramm stellt die zeitgenössische Werbung noch einmal die Vorzüge der Geräte heraus, die man vor etlichen Jahren über den Sperrmüll entsorgte - oder sie dem Museum für die Sammlung überließ.

Kuriosa: Ein besonderes Highlight der Ausstellung bieten skurrile Erfindungen aus dem letzten Jahrhundert - Krawattenbügler & Rauchverzehrer, ein beleuchteter Porzellanhund, eine Teetasse mit Stromanschluss oder das von Konrad Adenauer zum Patent angemeldete, innenbeleuchtete Stopfei. Foto: Ein Pekinese als Rauchzverzehrer, © TECHNOSEUM

Im Begleitprogramm
Kurzschluss? Was tun, wenn der Strom ausbleibt.
Jeden Sonn- & Feiertag im April & Mai, 11.00 - 16.00 Uhr die Mitmachaktion, bei der sich spielerisch erkunden lässt, wie es auch ohne Strom geht.
Jeden Samstag, Sonn- & Feiertag: Schnupperführungen mit den TECHNOscouts, 11.00, 14.00 & 16.00 Uhr
Internationaler Museumstag am 18. Mai 2014 unter dem Motto: „Sammeln verbindet - Museum collections make connections”
weitere Informatiuonen unter www.technoseum.de

Jugend für Technik

Guerilla-Aktion auf der Goethestrasse

Initiative für mehr Nachwuchs in Naturwissenschaft und Technik

Es ist ein großes gesellschaftspolitisches Thema, das zwar unter Fachleuten und in Unternehmerkreisen längst bekannt ist, in der allgemeinen Politik und Gesellschaft jedoch noch immer zu wenig Aufmerksamkeit erhält: der drohende und bereits auch schon vorhandene Fachkräftemangel in den technischen und naturwissenschaftlichen Berufen. Der Verein Deutscher Ingenieure VDI hatte bereits 2012 ermittelt, dass in Deutschland 100.000 Ingenieurstellen unbesetzt bleiben, weil geeignete Bewerber fehlen - ein Zustand, an dem sich bis heute kaum etwas geändert hat.

Plakataktion Filderstadt. Foto: TECHNOSEUM

Aus diesem Grund startet das TECHNOSEUM Mannheim die großangelegte bundesweite Initiative „Jugend für Technik”. Mit einer Guerilla-Aktion in allen baden-württembergischen Städten sorgte die Initiative in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober 2013 für Aufmerksamkeit. 21 Teams waren in allen 91 größeren Städten des Landes unterwegs und plakatierten die Goethestraßen des Landes mit dem Dichterfürsten - abgebildet mit Laptop und der Frage: „Hätte Goethe so Faust III geschrieben?”

„Wir wollen das Thema in die Diskussion bringen - schließlich ist es für uns alle von Bedeutung, wie sich unser Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort entwickelt”, erklärt Vince Ebert, der die Schirmherrschaft der Initiative übernahm. „Ohne die Erfindung der Glühbirne müssten wir zum Beispiel heute noch bei Kerzenlicht fernsehen”, lächelt der aus der ARD-Sendung „Wissen vor 8 - Werkstatt” bekannte Physiker und Kabarettist. „Und dass es total spannende und auch komische Themen sind, beweise ich regelmäßig in meinen Programmen.”

Guerilla-Aktion: Studenten-Teams plakatieren für die Initiative „Jugend für Technik” über Nacht alle Goethestraßen Baden-Württembergs in der Goethestraße. Foto: TECHNOSEUM

Das TECHNOSEUM möchte mit der Initiative „Jugend für Technik” eine breite Öffentlichkeit und in besonderer Weise Kinder und Jugendliche an naturwissenschaftliche und technische Themen heranführen - über klassische museale und museumspädagogische Aktivitäten hinaus. Ziel ist, durch ungewöhnliche Aktionen viele Menschen zu erreichen und für die zentralen Fragen zu sensibilisieren. „Darüber hinaus schaffen wir ein Dach, unter dem Aktivitäten und Partner zusammenkommen”, erläutert Museumsdirektor Prof. Dr. Hartwig Lüdtke. Dabei sind vor allem Kooperationen mit Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, politischen Entscheidungsträgern, anderen Bildungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen im Blick.

Die Guerilla-Aktion in allen Städten des Landes bildet den Startschuss der Initiative. Parallel dazu soll in den kommenden Wochen ein Kino-Spot mit Johann Wolfgang von Goethe als Hauptdarsteller in allen Cinemaxx-Kinos in Deutschland für Aufmerksamkeit sorgen. Das TECHNOSEUM möchte diese Impulse nutzen, um Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft als Unterstützer zu gewinnen und sich mit anderen, ähnlich ausgerichteten Initiativen zu vernetzen. „So können wir Potentiale bündeln und Synergien nutzen, um Jungen und Mädchen für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern”, ist Lüdtke überzeugt.

Mehr Informationen zur Initiative auf www.technoseum.de

Kabarettist Vince Ebert, Schauspieler Antonio Denscheilmann in der Rolle des Goethe und Prof. Dr. Hartwig Lüdtke, Direktor des TECHNOSEUM (v.l.n.r.). Foto: TECHNOSEUM

Physik ist sexy - Schirmherr Vince Ebert
Vince Ebert ist Diplom-Physiker und Kabarettist. Er moderiert die ARD-Sendung „Wissen vor 8 - Werkstatt”, in der er alltägliche Phänomene erforscht und erklärt, tritt mit Programmen zu verschiedenen naturwissenschaftlichen Themen auf und schreibt Bestseller-Bücher (bisherige Gesamtauflage: über eine halbe Million Exemplare). Sein Anliegen ist die Vermittlung wissenschaftlicher Zusammenhänge, gewürzt mit einer Prise Humor.

Vince Ebert wurde 1968 in Amorbach im Odenwald geboren und studierte Physik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Nach absolviertem Diplom arbeitete er zunächst in einer Unternehmensberatung sowie in der Marktforschung, bevor er 1998 seine Karriere als Kabarettist begann.

Vince Ebert: Denken Sie Selbst! Sonst tun es andere für Sie. Rowohlt-Verlag (2008), ISBN 978-3-499-62386-8

Seine Bühnenprogramme „Physik ist sexy” (2004), „Denken lohnt sich” (2007) und „Freiheit ist alles” (2010) machten ihn als Wissenschaftskabarettist deutschlandweit bekannt. Seine beiden Bücher „Denken Sie selbst! Sonst tun es andere für Sie” und „Machen Sie sich frei! Sonst tut es keiner für Sie” standen monatelang auf den Bestsellerlisten.

Original-Handschrift von Marx

In der Großen Landesausstellung „Durch Nacht zum Licht?” würdigt das Mannheimer TECHNOSEUM die 150jährige Geschichte der Arbeiterbewegung.

Arbeitslöhne, die nicht zum Leben reichen. Kinder mit einem 16-Stunden-Arbeitstag. Keine Absicherung gegen Krankheit oder einen Unfall. Vor dem Hintergrund der katastrophalen Lage der Arbeiter und kleinen Handwerksmeister zu Beginn der Industrialisierung entsteht Mitte des 19.Jahrhunderts die Arbeiterbewegung. An ihrer Spitze setzen sich Visionäre wie Karl Marx oder Ferdinand Lasalle für eine Veränderung der bestehenden Ordnung ein - die Errungenschaften des modernen Sozialstaates sind ohne diese Anfänge nicht zu denken.

Am 23. Mai 1863 gründet Ferdinand Lassalle gemeinsam mit zehn Delegierten in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV). Zum 150. Jahrestag widmet das TECHNOSEUM dem Thema eine umfassende Ausstellung: „Durch Nacht zum Licht? Die Geschichte der Arbeiterbewegung 1863 - 2013” ist vom 02.02. - 25.08.2013 in Mannheim zu sehen. Die Schau gibt in einem chronologischen Rundgang einen Überblick über die gesellschafts- und sozialpolitische Entwicklung der letzten 200 Jahre. Ein faszinierendes Exponat der Ausstellung ist eine Original-Handschrift von Karl Marx.

Ausstellungsplakat © Technoseu

Mitgestalter des Sozialstaats und der Demokratie
Selbstbewusst, ja schon fast anmaßend, verglich er die Wirkung seines Schreibens mit den Thesen, die Luther an die Türen der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen hatte. Ferdinand Lassalles „Offenes Antwortschreiben” vom März 1863, in dem er seine Vorstellungen zur Einberufung und Durchführung eines deutschen Arbeiterkongresses erläutert, gab den Anstoß für die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV), der ersten politischen Organisation der deutschen Arbeiterbewegung. Lassalle kann den Erfolg der Partei nicht mehr selbst erleben - im August 1864 wird er in einem Pistolenduell tödlich verwundet.


Bild links: Portrait von Ferdinand Lassalle (1825-1864); © IISH Amsterdam. Unter dem Vorsitz von Lassalle wird 1863 die erste deutsche Arbeiterpartei gegründet. Bild rechts: Zigarrenkiste zum 100jährigen Jubiläum der Sozialistischen Internationale 1964: Als Präsent für die Delegierten in Brüssel und in Erinnerung an die Gründung der I.Internationale 1864 in London dokumentieren die Portraits die Vielfalt der Strömungen in der Internationalen Arbeiterbewegung. V.l.n.r.: Marx, Engels, Adler, Jaures, Bebel, Branting, Troelstra, Hardie, De Paepe und Bakuniin © IISH Amsterdam

„Die Arbeiterbewegung wurde in Deutschland bis gegen Ende des 19.Jahrhunderts ausgegrenzt und unterdrückt, doch seit dem Kaiserreich fand sie Schritt für Schritt ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft”, erklärt Dr. Horst Steffens, der Projektleiter der Großen Landesausstellung „Duch Nacht zum Licht? Geschichte der Arbeiterbewegung 1863 - 2013” im Mannheimer TECHNOSEUM. Ihre Blütezeit in den 1920er Jahren endete allerdings in ideologischer Zerrissenheit und Schwächung bei der Abwehr des Natiionalsozialismus. Auf Verfolgung und Widerstand während des Dritten Reiches folgte im geteilten Deutschland ein doppelter Neuanfang: einmal als Gestaltungsfaktor des demokratischen Aufbaus im Westen, sodann als Vermittler der Partei-Ziele im „Arbeiter- und Bauernstaat” DDR.

Auch heute, so Dr. Steffens, ist die Arbeiterbewegung ein wichtiger Mitgestalter des Sozialstaates - vor dem Hintergrund neuer Entwicklungen muss sie ihre gesellschaftliche Rolle und Relevanz allerdings neu bestimmen. War im 19. Jahrhundert der Übergang von der Hand- zur Maschinenarbeit eine grundlegende und beängstigende Erfahrung vieler Arbeiter - Chaplins Film „Moderne Zeiten” zeigt in bestürzenden Bildern das Schreckgespenst der Industriialisierung - werden die Arbeitsplätze heute ebenso durch Globalisierung wie durch Digitalisierung beeinflusst. In unterschiedlichen Produktionsmilieus der Ausstellung wie der Bergarbeit oder einem Call-Center-Arbeitsplatz können die Ausstellungsbesucher die sich wandelnden Arbeitsbedingungen nachvollziehen.

Ein Prozess, der nie zum Stillstand kam

Schon der Pathos der Revolution, der darin anklingt, lässt das Wort „Arbeiterbewegung” als nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Allerdings zeigen die verschiedenen sozialen Bewegungen, die sich spätestens seit der Jahrtausendwende eröffnen, dass die Themen der Arbeiterbewegung nach wie vor aktuell sind. Die Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2007 führt vor allem in den südeuropäischen Ländern zu einem Zusammenbruch des Arbeitsmarktes vor allem für junge Arbeitssuchende. In der Ausstellungsgestaltung kommen Baugerüste und Zahnräder zum Einsatz, die Aufstieg und Krise der industriellen Arbeit in einer sich auf- und wieder abbauenden Maschine symbolisieren. „Damit wird verdeutlicht, dass die Arbeiterbewegung vor allem als ein Prozess zu verstehen ist, der nie zum Stillstand oder gar zu einem Ende kam”, erklärt Matthias Hühnlein von der gleichnamigen Agentur, die für das TECHNOSEUM die Gestaltung konzipiert und umgesetzt hat.

Bild links: Der Streik als Waffe im Arbeitskampf beschäftigt Karl Marx offensichtlich auch in seiner Freizeit: Brettspiel „Strikes” (Streiks) aus dem Besitz der Familie Karl Marx; © IISH Amsterdam (International Institute of Social History Amsterdam) Bild rechts: Bild links: Tür aus einem Jugendzimmer, 1970-1989, © Haus der Geschichte Bonn (HDG).

Undercover-Agenten, ein Work-o-Mat, um die Tagesform zu treffen und spannende Begleitausstellungen.
Auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt das TECHNOSEUM über 500 Exponate von mehr als 70 Leihgebern, darunter eine Original-Handschrift von Karl Marx, einen vom gelernten Drechsler August Bebel selbst gefertigten Türknauf, den Haftbefehl gegen Erich Honecker und eine Guy-Fawkes-Maske der Occupy-Bewegung. Während der Ausstellung kommen namhafte Referenten wie der Undercover-Journalist Günter Wallraff oder der SPD-Chef Sigmar Gabriel zu Wort, in speziellen Führungen begleiten Gewerkschaftsmitglieder durch die Ausstellung und auch die Interaktivität kommt nicht zu kurz: Schulklassen können bei einem Rollenspiel Tarifverhandlungen durchführen oder Streikplakate entwerfen.

Zwei Begleitausstellungen im Vorraum zur Sonderausstellung informieren über Aspekte der regionalen Sozialgeschichte. Das Mannheimer Stadtarchiv - Institut für Stadtgeschichte präsentiert vom 23. Februar - 14. April 2013 unter dem Titel „24 Köpfe der Mannheimer Arbeiterbewegung” die Biographien prägender Akteure der Mannheimer Arbeiterbewegung, zwischen dem 24. April - 9. Juni 2013 entdeckt der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur die Geschichte der Konsumvereine in der Region. In Zusammenarbeit mit der Hans-Böckler-Stiftung und der Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert eine bewegende Wanderausstellung des Deutschen Gewerkschaftsbundes ab dem 17. Juli 2013 an Gewerkschafter in Konzentrationslagern.

Bild oben: Führende badische Sozialdemokraten um 1906; sitzend von rechts: Emil Eichhorn, Ludwig Frank, Wilhelm Kolb, Georg Monsch, stehend von rechts: Adolf Geck, übrige Personen unbekannt. Bild rechts: Ludwig Frank, um 1910; © beide Fotos: Stadtarchiv-ISG

„Hinein in den Konsumverein” 

Sonderausstellung des Vereins Rhein-Neckar-Industriekultur im Rahmen der Ausstellung „Durch Nacht zum Licht”, TECHNOSEUM Mannheim • 25. April - 9. Juni 2013

Bild links: Ausstellungsplakat Rhein-Neckar-Industriekultur.

Weil sie nicht länger schlechte Ware zu überhöhten Preisen kaufen wollten, schlossen sich um 1900 in ganz Deutschland insbesondere Arbeiterfamilien zu Konsumgenossenschaften zusammen: Den Mitgliedern wurden preiswert Lebensmittel und Haushaltswaren von guter Qualität geboten. Die Bewegung wuchs rasant, überall eröffneten Konsum-Läden - gegen den Widerstand des Einzelhandels. Einkaufen beim Konsum - das war für Generationen selbstverständlich. Der Verein „Rhein-Neckar Industriekultur” (RNK) präsentiert vom 25. April bis zum 9. Juni 2013 im TECHNOSEUM zahlreiche Sammlerstücke,um die Geschichte dieses alternativen Wirtschaftssystems lebendig werden zu lassen. Die Ausstellung „Hinein in den Konsum” zecihnet die Geschichte der Mannheimer Konsumgenossenschaft von 1900 bis in 1980er Jahre nach.

 
Nachbau eines Original-Konsumladens aus den 1950erJahren in der Ausstellung. Foto: Elsa Hennseler-Etté (Mannheim)

Der Mannheimer Konsumverein betrieb bereits ab 1904 die Bier-Abfüllung in einer Abfüllerei und eine Sauerkraut-Schneiderei, schnell folgten Limonadenabfüllung, Großbäckerei und Kaffeerösterei. Im Jahr 1930 baut die Großeinkaufsgesellschaft (GEG) im Mannheimer Industriehafen die so genannte „Burg”, eine Produktionsstätte im Stil der Neuen Sachlichkeit, die bis heute erhalten. Nach der Gleichschaltung im nationalsozialistischen Regime begann für die Konsumvereine in der Nachkriegszeit eine neue Blüte. Aus Konsum wurde co op. Ende der 1980er Jahre kam durch Konkurrenzdruck und eigene Mißwirtschaft schließlich das Aus - die Genossenschaftsidee allerdings ist gerade in Zeiten der Finanzkrise wieder lebendiger denn je.

Mit zahlreichen Exponaten, Fotos, Filmen und in Gesprächsrunden wird in der Ausstellung des Vereins Industriekultur Rhein-Neckar an eine Bewegung erinnert, die Arbeiterfamilien Hilfe zur Selbsthilfe anbot und ihre Lebensbedingungen positiv beeinflusste.

Der Schneewittchensarg

Der Schneewittchensarg & weitere Designklassiker aus der Sammlung des TECHNOSEUM Mannheim

Die Ausstellung „Die Sammlung. 1001 Objekt zum Hören und Sehen” präsentiert noch bis zum 24. Juli 2011 verborgene Schätze aus seiner Sammlung.

Die Abdeckung aus Plexiglas trug der Radio-Phono-Kombination der Firma Braun aus dem Jahr 1956 rasch den Spitznamen „Schneewittchensarg” ein. Das TECHNOSEUM Mannheim zeigt in seiner aktuellen Ausstellung das von dem Designer Hans Gugelot gestaltete Radiogerät, das auch im Museum of Modern Art in New York als Klassiker des Industrie-Design zu sehen ist.


 
 
Bild links: Grammophon Typ „Riesenlyra” (1910) ©TECHNOSEUM Mannheim; Bild oben: Braun SK 4 „Schneewittchensarg”(1956), Radio-Phono-Kombination der Firma Braun Mannheim © TECHNOSEUM Mannheim

Die Radio-Phono-Kombination besteht aus Holz, Metall und Plexiglas, bei ihrer Gestaltung zählen allein Funktion und leichte Bedienbarkeit. 1956 entwirft der Designer Hans Gugelot für die Firma Braun das Radiogerät SK 4, eines der ersten Beispiele für funktionales Design bei einem Gebrauchsgegenstand für den Alltag. Die Haube aus Plexiglas - zum damaligen Zeitpunkt ein völliges Novum - wurde danach bei Plattenspielern zum Standard.

Filmplakat in der Ausstellung: Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer © TECHNOSEUM Mannheim

Die Sammlung des TECHNOSEUM Mannheim umfasst über 150.000 Objekte, von denen jedoch deutlich weniger als zehn Prozent ständig ausgestellt sind. Noch bis zum 24. Juli 2011 können die Besucher der aktuellen Sonderausstellung einen Teil dieser Schätze aus dem Sammlungsschwerpunkt Medientechnik bewundern - Radiogeräte wie den „Schneewittchensarg” oder das Grammophon Typ „Riesenlyra” aus dem Jahr 1910, Fotoapparate und Kameras, aber auch Filmplakate und anderes.  

Das Sammeln und Bewahren von technischem Kulturgut, zu dem gewichtige Objekte der Technikgeschichte ebenso gehören wie scheinbar banale Zeugnisse der Alltagskultur, begann schon lange vor der Eröffnung des TECHNOSEUM. Ein Ziel der Ausstellung besteht darin, anhand der Exponate das Sammeln im Museum selbst zu thematisieren - von der Auswahl und dem Ankauf der Objekte über restauratorische Fragen bis hin zum Sammeln der entsprechenden Archivalien wie etwa Gebrauchsanweisungen.

Info:
Die Sammlung. 1001 Objekt zum Hören und Sehen.
Sonderausstellung noch bis 
zum 24. Juli 2011

TECHNOSEUM Mannheim
Museumstr. 1 • 68165 Mannheim

Öffnungszeiten tägl. 9.00 - 17.00 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

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