VITRA DESIGN MUSEUM
Vitra Design Stiftung gGmbH

Charles-Eames-Str. 2 ● 79 576 Weil am Rhein

Tel.: 07621 / 702 3200 • Fax.: 07621 / 702 3590

www.design-museum.deDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dem Bauhaus-Schüler Marcel Breuer (1902-1981) widmete das Vitra Design Museum ebenso eine Retrospektive wie dem Gesamtwerk von Verner Panton (1926-1998), Themenausstellungen beschäftigen sich mit der Wohnkultur der Arabischen Welt oder Intelligentem Wohnen. Im Hauptgebäude von Frank Gehry präsentiert das Design-Museum jährlich zwei große Wechselausstellungen, parallel dazu werden in der benachbarten Vitra Design Museum Gallery kleiner Ausstellungen gezeigt. Grundlage der Arbeit des Museums ist eine Sammlung, die neben Schlüsselwerken der Designgeschichte auch die Nachlässe bedeutender Designer umfasst. 1989 gegründet, zählt das Vitra Design Museum heute zu den führenden Design-Museen weltweit. Foto: Vitra Design Museum 2010 in Weil am Rhein © Vitra Design Museum, Foto: Bettina Matthiessen • aktuelle Ausstellung: Making Africa, A continent of Contemporary Design, 14.03.2015 - 13.09.2015

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Dem Bauhaus-Schüler Marcel Breuer (1902-1981) widmete das Vitra Design Museum ebenso eine Retrospektive wie dem Gesamtwerk von Verner Panton (1926-1998), Themenausstellungen beschäftigen sich mit der Wohnkultur der Arabischen Welt oder Intelligentem Wohnen. Im Hauptgebäude von Frank Gehry präsentiert das Design-Museum jährlich zwei große Wechselausstellungen, parallel dazu werden in der benachbarten Vitra Design Museum Gallery kleiner Ausstellungen gezeigt. Grundlage der Arbeit des Museums ist eine Sammlung, die neben Schlüsselwerken der Designgeschichte auch die Nachlässe bedeutender Designer umfasst. 1989 gegründet, zählt das Vitra Design Museum heute zu den führenden Design-Museen weltweit. Foto: Vitra Design Museum 2010 in Weil am Rhein © Vitra Design Museum, Foto: Bettina Matthiessen • aktuelle Ausstellung: Making Africa, A continent of Contemporary Design, 14.03.2015 - 13.09.2015

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Schlüsselwerke der Design-Geschichte

Geschichte und Gegenwart des Design

Die Ausstellungen beschäftigen sich mit Designgeschichte und Zukunftstechnologien oder rücken bedeutende Designerpersönlichkeiten in den Fokus. Viele Ausstellungen, die weltweit gezeigt werden, entstehen in Zusammenarbeit mit bekannten Designern. 1989 gründete die Firma VITRA und deren Eigentümer Rolf Fehlbaum das Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Nach kleineren, exklusiven Ausstellungen in den Anfangsjahren entstanden während der 1990er Jahre die ersten großen, international beachteten Ausstellungen des Museums - Retrospektiven über das US-amerikanischen Designerpaar Charkes und Ray Eames oder den Architekten Frank Lloyd Wright, aber auch einflussreiche Themenausstellungen.

Parallel dazu begann das Museum mit der Entwicklung eigener Produktlinien sowie dem Aufbau eines Systems von Wanderausstellungen, die auch in anderen führenden Museen weltweit präsentiert werden. Renommierte Partner wie das Centre Georges Popmpidou (Paris) oder das Museum of Modern Art (New York) erhalten regelmäßig Leihgaben aus dem umfangreichen Sammlungsbestand des Museums. 2011 erhielt das Museum einen zweiten Ausstellungsraum, die Vitra Design Museum Gallery.

Foto links: Vitra Design Museum Frank Gehry 1989, © Vitra Design Museum; Foto: Bettina Matthiessen. Foto rechts: Vitra Design Museum Frank Gehry 1989, © Vitra Design Museum, Foto: Thomas Dix

Pro Jahr zeigt das Vitra Design Museum zwei bis drei Ausstellungen zu historischen und aktuellen Entwicklungen des Design. Die Schauen geben dem Besucher einen Einblick in die Vielfalt und die Bedeutung von Design, indem sie deren Quellen in anschaulichen Inszenierungen lebendig werden lassen und auch Bereiche wie Architektur, Kunst und die Alltagskultur mit einbeziehen. Alle Ausstellungen, die zu der von der Vitra AG weitgehend unabhängigen Finanzierung des Museums beitragen, sind vom Designmuseum selbst konzipiert.

Auf dem Vitra Campus ergänzt ein umfangreiches Rahmenprogramm die Ausstellungen des Museums, daneben werden täglich Architekturführungen zu Gebäuden weltbekannter Architekten angeboten. Im Museumsshop können Besucher Miniaturen von Möbelklassikern, Reeditionen bekannter Designklassiker und andere Designprodukte erwerben.

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.design-museum.de

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Vitra@home: Lieblingsstücke dominieren den Wohnraum, das bewusste Arrangement von Objekten, die von der Schöpferkraft großer Designer aus mehr als siebzig Jahren Designgeschichte inspiriert sind. Charles und Ray Eames etwa, die als Begründer des organischen Stils gelten, Verner Panton oder George Nelson, aber auch richtungsweisende Designer der Gegenwart wie Jasper Morrison, Antonio Cittero oder die Brüder Ronan & Erwan Bouroullec. In den neuen Wohnwelten der Vitra AG treffen Designklassiker auf Entwürfe der zeitgenössischen Design-Avantgarde.

Bild links: Klassiker des Möbel- & Interior-Design: Marshmellow Sofa, Design George Nelson, 1956 © Vitra Collections AG. George Nelson (1908-1986) war eine der prägenden Figuren des US-Design in der 2.Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Zusammenarbeit mit VITRA begann 1957. Bild rechts: anton Chair, Design Verner Panton; Photographer: Marc Eggimann, new colours, © vitra (www.vitra.com). Die Zusammenarbeit von Verner Panton (1926-1998) mit Vitra beginnt Anfang der 1960er Jahre. Die zeitlos-elegante Gestaltung des Panton-Stuhls, den er mit Vitra entwickelt, macht ihn zu einer Design-Ikone des 29. Jahrhunderts. Seit 2006 bietet Vitra den Panton junior - eine fröhliche Sitzgelegenheit für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter.

14.03. - 13.09.2015: Making Africa. A Continent of Contemporary Design

Zeitgenössisches afrikanisches Design in einem neuen Licht

Making Africa. A Continent of Contemporary Design.

Eine Ausstellung des Vitra Design Museum & GUGGENHEIM BILBAO
14. März - 13. September 2015

In einer großen Ausstellung wirft das Vitra Design Museum ein neues Licht auf das zeitgenössische Design Afrikas. Arbeiten von über 120 Künstlern und Designern machen deutlich, wie Design die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen des Kontinents begleitet oder sogar fördert. Eine besondere Rolle spielen in diesem Zusammenhang die neuen Medien, die diesen Perspektivenwechsel erst möglich machen.

Omar Victor Diop, »Mame«, Fotografie aus der Serie/ photograph from the series »The Studio of Vanities«, 2013 © Victor Omar Diop, 2014, Courtesy Magnin-A Gallery, Paris

Digital Natives
Wenn die Medien vom „afrikanischen Aufschwung” berichten, geht es häufig um das rapide Wirtschaftswachstum oder oder um eine rasant wachsende Mittelschicht - Entwicklungen, die innerhalb der nächsten Jahrzehnte einen tiefgreifenden Wandel auf dem Kontinent erzeugen werden. 

Eine andere Entwicklung hat jedoch bereits heute das Alltagsleben aller Afrikaner grundlegend verändert und prägt auch die Arbeit von Designern und Künstlern: Mehr als 650 Millionen Mobiltelefone sind heute in Afrika registriert - mehr als in Europa oder in den USA. Viele dieser Geräte haben Internetzugang und schaffen so eine Plattform für Kommunikation und Informationsaustausch. Dieses „Tor zur Welt” hat den Perspektivwechsel auf den afrikanischen Kontinent ermöglicht, der im Zentrum der Ausstellung „Making Africa - A Continent of Contemporary Design” steht.

Die Ausstellung richtet ihre Aufmerksamkeit daher auf eine neue Generation von afrikanischen Unternehmern, Denkern und Gestaltern, die als „digital natives” ein globales Publikum ansprechen - und dem Rest der Welt eine neue Sicht auf Afrika nahelegen. Sie arbeiten häufig in mehreren Disziplinen gleichzeitig und brechen mit althergebrachten - oft von westlichen Sichtweisen geprägten - Definitionen von Design & Kunst, Fotografie, Architektur oder Film.

Malick Sidibé, »Nuit de Noël (Happy Club)«, 1963, Fotografie photograph, © Malick Sidibe, Courtesy CAAC, Courtesy Magnin-A Gallery, Paris

„Making Africa” präsentiert den „schwarzen Kontinent” als Experimentierfeld, von dem aus neue Ansätze und Lösungen in die Welt gehen - und als Triebfeder für eine neue Diskussion, was Design im 21. Jahrhundert leisten kann. Die Schau präsentiert eine Vielfalt an Arbeiten in den unterschiedlichsten Medien, etwa die Brillenskulpturen des kenianischen Künstlers Cyrus Kabiru und die Möbel des malischen Designers Cheik Diallo, Fotografien von Mario Macilau aus Mosambik und die Architektur von Francis Kéré, die markanten Stadtmodelle  aus Pappe von Bodys Isek oder die animierten Kurzfilme des Südafrikaners Robin Rhode.

Was alle diese Werke verbindet ist die Tatsache, dass sie Fragen der materiellen Kultur und Alltagsästhetik - kurzum: des Design - thematisieren. Sie zeigen, dass Design in Afrika viel umfassender verstanden wird als in westlichen Kulturkreisen - und wie gerade dieses Verständnis zukunftsweisende Gestaltungsansätze hervorbringt.

Bild links: Amunga Eshuchi and Cyrus Kabiru, »Big Cat«, 2012, Aufnahme aus der »C-Stunners« Fotografie-Serie, Edition von 10, © Courtesy Ed Cross Fine Art Ltd, London, Foto: Amunga Eshuchi; Bild rechts: Omar Victor Diop, »Aminata«, Fotografie aus der Serie/ photograph from the series »The Studio of Vanities«, 2013, © Victor Omar Diop, 2014, Courtesy Magnin-A Gallery, Paris

Ein besonderes Merkmal der Ausstellung ist ihr Entstehungsprozess. In der zweijährigen Recherchephase wurden zahlreiche Think Tanks und Interviews in afrikanischen Metropolen wie Lagos, Dakar, Kapstadt, Kairo und Nairobi abgehalten, in denen etwa 70 Designer, Künstler, Wissenschaftler, Architekten, Galeristen und Kuratoren aufgesucht wurden. Auf diese Weise wurde eine bislang einzigartige Menge an Quellenmaterial zu Design in Afrika zusammengetragen, das die Ausstellung und den begleitenden Katalog in Form von Interviews und Texten bereichert. 

Im Anschluss an die erste Präsentation im Vitra Design Museum wird die Ausstellung ab Herbst 2015 im Guggenheim Museum Bilbao zu sehen sein.

Vigilism, »Idumota Market, Lagos 2081A.D.« aus der » Our Africa 2081A.D.« Serie, Illustration für die Heritage Menswear Kollektion von Ikiré Jones, 2013, © Olalekan Jeyifous [vigilism.com] & Walé Oyéjidé [ikirejones.com. In der Ausstellung werden historische Dokumente und Exponate den zeitgenössischen Werken gegenübergestellt. Sie machen deutlich, dass die heutige Generation oft ganz bewusst an das Schaffen einer Ära anknüpft, deren Aufbruchsstimmung mit der heutigen Zeit vergleichbar ist.

Während der Ausstellungsdauer findet ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Workshops oder Filmvorführungen statt. Unter den Gästen sind der Kurator Okwui Enwezor, der Fotograf Iwan Baan, der Gründer des Lagos Foto Festival Azu Nwagbogu und der Designer Cheik Diallo.

Infos. zur Ausstellung & dem Veranstaltungsprogramm finden Sie auch unter www.design-museum.de http://makingafrica.net/

07.02. - 01.06.2014: Visiona 1970 - Revisiting the Future

Experimentelle Wohnlandschaft mit psychedelischem Charakter

Die Wohnlandschaft „Visiona 2”, die der dänische Designer Verner Panton im Jahr 1970 gestaltet, gehört zu den Höhepunkten im Design des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung im Vitra Design Museum zeigt eine originalgetreue und begehbare Rekonstruktion der „Fantasy Landscape”, dem Herzstück von Pantons Design-Universum.

Verner Panton: The Collected Works Published by Vitra Design Museum Edited by Alexander von Vegesack, Mathias Remmele. Text by Hanne Horsfeld, Mathias Remmele, Poul Hvidberg-Hansen, Bärbel Birkelbach, Sabeine Epple, Bazon Brock.

Der Raum ist rund und weich. Er ist in leuchtende Farben getaucht, die an Sciene-Fiction und Pop-Art erinnern. Der Raum ist eine Landschaft, aus zahllosen Wohnskulpturen geformt, die es hockend, kletternd oder liegend zu erobern gilt - organisch geschwungene Sessel wie die „Amöbe”, deren Rückenlehne sich bis über den Kopf des Sitzenden zieht, oder der „Living Tower”, ein skulpturales Sitzmöbel aus zwei Elementen, dessen verschieden hohe Sitzflächen vollkommen neue Sitz- und Liegemöglichkeiten erschließen. „Der Living Tower bietet die Befreiung von dem Zwang, den ganzen Abend in einer Sitzposition gefangen zu sein”, zeigt sich Verner Paton begeistert, „wie zufällig ergeben sich Plätze zum Lungern, Sitzen und Liegen”.

Vom Ende der 1960er bis zu den frühen 1970er Jahren mietete der Chemiekonzern Bayer jeweils während der Kölner Möbelmesse einen Ausflugsdampfer, der von bekannten zeitgenössischen Designern in einen temporären Ausstellungsraum zum Thema „Wohnen heute” umgewandelt wurde. Der dänische Designer Verner Panton erhielt gleich zwei Mal den Auftrag zur Gestaltung dieser als „Visiona” bezeichneten Ausstellung: Seine wegweisenden Gestaltungsentwürfe „Visiona 0” (1968) und „Visiona 2” (1970) waren Traumräume und Raumträume in ungewöhnlichen Formen und Farben, die sich über den gesamten Innenraum des Schiffes erstreckten.

Ließ sich die „Visiona 0” noch als Abschied von traditionellen Wohnformen beschreiben, so war die „Visiona 2” ganz auf die Frage nach dem Wohnen von morgen ausgerichtet. Sie brach das traditionelle Raumverständnis mit seinen klaren Zuordnungen von Funktionen auf, um eine Umgebung zu schaffen, die dem Wohlbefinden, der Kommunikation und der Erholung gewidmet war. „Ich möchte den Menschen neue Möglichkeiten geben”, erklärt Panton, „die neuen räumlichen Dialoge werden einen lebendigen Umgang miteinander bewirken und damit auch auch die menschlichen Beziehungen verändern”.

Als Herzstück der „visiona 2” gestaltete Panton die „Phantasy Landscape”, eine psychedelische Wohnlandschaft, in der zahlreiche Designobjekte wie Möbel, Textilien, Leuchten, Wand- und Deckenverkleidungen in fantasievollen Arrangements eine Abfolge unterschiedlichster Räume bilden. Als integrativen Bestandteil der Installationen entwickelte er sowohl ein Lichtkonzept als auch die atmosphärische Untermalung der einzelnen Räume mit verschiedenen Klängen wie beispielsweise Nachtigallengesang, Uhu-Stimmen, Bienensummen, Katzengejammer oder Wellengeräuschen.

Die „Phantasy Landscape” - auch Wohnhöhle genannt - auf dem Hauptdeck der „Loreley” ist als der eindrucksvollste Raum der „Visiona 2” im Gedächtnis geblieben - ein fensterloser Raum ohne Verbindung zur Außenwelt, der alle traditionellen Architekturvorstellungen über den Haufen war. Böden, Wände, Decken und Möblierung schienen eine organische, aus einem Guß geformte Landschaft, die durch die farbliche Anordnung der einzelnen „Living Tower” - die Blautöne außen, die Rottöne immer heller werdend im Innern - von innen heraus zu glühen schien.

Die Besucher der Ausstellung erfahren die Hintergründe einer großen Zukunftsvision und können sich in der begehbaren Rekonstruktion der „Phantasy Landscape” zugleich selbst auf eine Zeitreise begeben - back to the future!

Verner Panton wird am 13. Februar 1926 in Garntofte / Dänemark, geboren. Nach einem Architekturstudium an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen arbeitet er von 1950-1952 im Architekturbüro von Arne Jacobsen. 1963 zieht er nach Basel und beginnt die Zusammenarbeit mit Willi Fehlbaum, dem Chef von Vitra, der sich bereit erklärt, den Panton Chair zu produzieren - den vielleicht bekanntesten Stuhl-Entwurf des 20. Jahrunderts. 1968/1969 setzt Verner Panton mit dem Living Tower erneut einen Meilenstein im Möbeldesign. Der Designer wird für seine Entwürfe mit mehreren International Design Awards geehrt, auf dem Höhepunkt seines Schaffens verleiht ihm die dänische Königin Margarete das „Ritterkreuz vom Dannebrog-Orden” für sein Lebenswerk. Verner Panton stirbt 1998 im Alter von 72 Jahren in Kopenhagen.

26.03.2011 - 03.10.2013: ZOOM. Italienisches Design & die Fotografie von Aldo und Marirosa Ballo

ZOOM. Italienisches Design und die Fotografie von Aldo und Marirosa Ballo

Ausstellung vom 26.03.2011 - 03.10.2013

Treffpunkt der Mailänder Designkultur: Das Studio Ballo
Sie haben italienische Designgeschichte geschrieben - spektakuläre Objekte wie Archizooms Sitzlandschaft „Safari” von 1968 und Klassiker wie Mario Bellinis Stereoanlage „Totem” von 1970. Nirgendwo sonst zeigt sich der harmonische Einklang von Kunst, Kultur, Design und Industrie so deutlich wie im italienischen Design der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts.

Maßgeblichen Anteil an der weltweiten Anerkennung der Designkultur Italiens hatten die Mailänder Fotografen Aldo Ballo und Marirosa Toscani Ballo. Ihre Fotos vermitteln die Schönheit und Funktion der Objekte ebenso wie deren kulturelle Botschaft und trugen so entscheidend zum Mythos bei, der das italienische Design bis heute umgibt.

Aldo Ballo und Marirosa Toscani Ballo in ihrem Studio in Mailand, 1971/72, Fotograf unbekannt © Vitra Design Museum Weil am Rhein

Ende der 1940er Jahre lernen sich Aldo Ballo (1931-1994) und Marirosa Toscani (geb. 1931) als Studenten der Mailänder „Academia di Belle Arti di Brera” kennen. Ihr erstes gemeinsames Fotoatelier, das sie 1953 in Mailand gründen, teilen sie mit Freunden - einem Grafikdesigner und einem Maler. Im gleichen Jahr heiraten sie und beziehen eine neue Wohnung, die zugleich als Studio und Ausstellungsraum dient. Die ersten wichtigen Aufträge kommen von der Firma „Pirelli”, dem Energiekonzern „Eni” und der Kaufhauskette „La Rinascente”, bald folgen auch Arbeiten für neue Design- und Architekturzeitschriften wie „Abitare” (Wohnen) und „Arianna” - häufig vermittelt über befreundete Designer und Architekten. In den folgenden drei Jahrzehnten, die den Ruhm des italienischen Design begründen, avanciert das Studio Ballo zu einem Epizentrum der Szene, in dem sich Designer wie Enzo Mari oder Ettore Sottsass mit den Art Direktoren der großen Zeitschriften und Herstellern von Alessi bis Zanotta treffen. 

Die große Präzision, die ihre Arbeit auszeichnet, spiegelt auch die Sorgfalt in einem kontinuierlich aufgebauten Archiv mit heute etwa 146.000 Aufnahmen. Nach dem Tod Aldo Ballos im Oktober 1994 wird das Studio aufgelöst. Marirosa Toscani Ballo arbeitet als Fotografin bis heute. In der Ausstellung „Zoom” arbeitete sie mit dem Kurator Mathias Schwartz-Clauss eng zusammen.

Die Zusammenarbeit von Aldo Ballo und Marirosa Toscani zwischen 1953 bis 1994 fällt genau in die Blütezeit des italienischen Design - von Anfang an gehört das Paar zu den bevorzugten Objektfotografen für Coverbilder, Werbekampagnen und redaktionelle Beiträge. Die Fotografien der Ballas zeichnen sich aus durch ihre besondere Frische und die Konzentration auf die den Objekten eigenen Qualitäten. Charakteristisch für ihre Aufnahmen sind die präzisen und klaren Inszenierungen sowie der sparsame Anteil von Requisiten. Aldo und Marirosa Ballo arbeiteten für wichtige Unternehmen wie Pirelli, Olivetti, Artemide oder Danese und für Zeitschriften wie Casa Vogue, Domus und Abitare.

Neben den Objektportraits fotografierten die Ballas auch aufwendig arrangierte Inszenierungen, Architektur und Wohnungseinrichtungen oder Persönlichkeiten des Mailänder Designs wie etwa Ettore Sottsass. Bis heute finden sich ihre Aufnahmen in allen maßgeblichen Publikationen zum italienischen Design - sie haben sich dem kollektiven Gedächtnis eingeschrieben und unser Bild der Designkultur Italiens entscheidend geprägt.  

Im Zentrum der Ausstellung „Zoom” stehen die Aufnahmen der Ballos sowie eine Auswahl von etwa 75 Objekten aus der Sammlung des Vitra Design Museum, die heute allesamt als Klassiker der Formgestaltung gelten. Zusammen mit zahlreichen Originalpublikationen, Ausschnitten italienischer Spielfilme und einer Dokumentation der wichtigsten Ausstellungen handelt die Schau nicht nur von den legendären Designklassikern, sondern auch von deren Interpretation, Überlieferung und ihren Entwerfern. „Zoom” lädt dazu ein, die Exponate wie unter einer Lupe zu betrachten - und beleuchtet jenen intensiven Dialog zwischen Medien und Vermarktung, der die weltweite Verbreitung italienischen Designs erst ermöglichte. 

Die Ausstellung „Zoom” des VITRA Design Museums in Weil am Rhein zeichnet mit Designklassikern, Postern und Zeitschriften sowie den Fotografien der legendären Mailänder Fotokünstler Aldo Ballo und Marirosa Toscani Ballo ein neues Bild der Blütezeit des italienischen Design in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts. Begleitend zur Ausstellung veranstaltet das Vitra Design Museum ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Workshops, Familientagen, Sonderführungen, Filmabenden und italienischem Abendessen.

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