„Bereits durch die Ergebnisse der ersten Versuche fand ich mich darin bestätigt, dass der Wein von der Sangiovese-Rebe den Hauptanteil seines Buketts und eine gewisse Kräftigkeit der Empfindung bezieht ...”. Im September 1872 entwickelt Baron Bettino Ricasoli seine berühmte Chianti-Formel - und legt damit die Grundlagen für den Paradewein der Toskana. Auch zwei Jahrhunderte nach der berühmten Formel ist die Winzertradition auf dem Familiengut Castello di Brolio lebendig wie eh und je - und der heutige padrone Francesco Ricasoli keltert Weine von Weltruhm.

„Bereits durch die Ergebnisse der ersten Versuche fand ich mich darin bestätigt, dass der Wein von der Sangiovese-Rebe den Hauptanteil seines Buketts und eine gewisse Kräftigkeit der Empfindung bezieht ...”. Im September 1872 entwickelt Baron Bettino Ricasoli seine berühmte Chianti-Formel - und legt damit die Grundlagen für den Paradewein der Toskana. Auch zwei Jahrhunderte nach der berühmten Formel ist die Winzertradition auf dem Familiengut Castello di Brolio lebendig wie eh und je - und der heutige padrone Francesco Ricasoli keltert Weine von Weltruhm.

Experimente mit Sangiovese

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Baron Bettino Ricasoli ist der Vater des Chianti

Das älteste Weingut Italiens
Friedlich auf einem flachen Hügel in den Chianti-Bergen thront die von Weingärten und Olivenhainen umrahmte Burganlage. Malerisch taucht die untergehende Sonne den eleganten, im Renaissance-Stil erbauten Wohntrakt der Burg in das leuchtende, für die Landschaft des Chianti so typische Terracotta-Rot. Das „Castello di Brolio” im Herzen der Toskana ist Stammsitz des Adelsgeschlechts der Ricasoli - und ein traditionsreiches Weingut, auf dem seit vielen Jahrhunderten Weinbau betrieben wird.

Castello di Brolio. Bild rechts: Der Garten. Foto: Barone Ricasoli S.p.A.

Barone Ricasoli und das Castello di Brolio sind seit Jahrhunderten untrennbar mit dem Weinbau der Region Chianti verbunden. Seit 1141 residieren die Ricasoli auf dem Schloss und produzieren Wein - damit gilt Barone Ricasoli als das älteste Weingut Italiens. Bereits im 16. Jahrhundert wurden Weine nach Amsterdam und London exportiert. Nachdem die Fehden des Mittelalters geschlagen und die Waffengänge der Napoleonischen Kriege beendet, nachdem in ungezählten Vereinigungskriegen Italiens Einheit errungen war, hatten die Barone auf dem Castello endlich Zeit für andere Dinge. Sie widmeten sich der Landwirtschaft und Viehzucht - und ganz besonders dem Wein.

Eingang zur Rüstkammer des Castello. Foto: Barone Ricasoli S.p.A

Der „eiserne Baron”
Baron Bettino Ricasoli, im März 1809 in Florenz geboren, ging auch in die politische Geschichte Italiens ein: Ricasoli stand an der Spitze einer politischen Bewegung, die Mitte des 19. Jahrhunderts den Zusammenschluss des Großherzogtums Toskana mit dem unabhängigen Königreich Piemont-Sardinien forderte. In einem Volksentscheid stimmte eine Mehrheit der Toskaner 1860 für den Anschluss und setzte damit den ersten, wichtigsten Schritt im Prozess der Einigung Italiens. In den Jahren 1861/62 und dann nochmals 1866/67 war der wegen seiner strengen, schroffen Art „eiserner Baron” genannte Ricasoli Premierminister des jungen, nunmehr geeinten Staates Italien. Nach Ende seiner politischen Laufbahn zog sich der Baron auf sein Gut auf Brolio zurück. Bis zu seinem Tod 1880 experimentierte Ricasoli an der optimalen Rebsortenmischung für einen charakteristischen & repräsentativen Wein seiner Heimatregion Chianti.

Die Chianti-Formel
„Den Hauptanteil seines Buketts und eine gewisse Kräftigkeit bezieht der Wein von der Sangiovese-Rebe; die Lieblichkeit von der Canaiolo-Rebe, welche die Härte der Ersteren abmildert, ohne deren Bukett zu schmälern. Die Malvasia-Rebe, die man bei zur Lagerung bestimmten Weinen weglassen könnte, neigt dazu, das Produkt der beiden ersten Rebsorten zu verdünnen, verstärkt diesen Geschmack und macht es leichter und schneller verfügbar für den täglichen Gebrauch bei Tisch”. Das also war sie: Ricasolis berühmte „Chianti-Formel” vom September 1872, die das Ergebnis seiner jahrelangen Versuchsreihen mit verschiedener Rebsorten auf den Punkt brachte - und den Baron zum „Erfinder” und „Vater des Chianti” werden ließ. Ricasoli bestimmt die Sangiovese-Traube als Hauptbestandteil des Weins und erlaubt einen Zusatz von Canaiolo. Bei Weinen, die weder zur Alterung noch zum Transport bestimmt waren, toleriert der Baron auch geringe Anteile Malvasia. Der Baron hatte also bereits das Alterungspotential des Sangiovese erkannt, sich jedoch gleichzeitig auch für die Produktion eines Alltagsweines eingesetzt.

Castello di Brolio 2007. Bild links: Etikett Castello di Brolio. „Es erregte damals gehöriges Aufsehen, dass wir den Castello, also einen Chianti Classico, als besten und teuersten Wein unseres Gutes vorstellten” (Francesco Ricasoli). Der Castello machte den Chianti als Weintyp wieder groß und rückte auch das Chianti-Gebiet als unverwechselbares Terroir wieder deutlich in das Bewusstsein. Zur Erinnerung an den 200. Geburtstag Bettino Ricasolis wurde das Etikett mit einem Gedenksiegel versehen, der auch das von Bettino Ricasoli 1852 eingeführte Motto zitiert: „Rien sans peine” - etwa: „Kein Erfolg ohne Anstrengung”. Fotos: Barone Ricasoli S.p.A

Bettino Ricasolis Ergebnisse sind - historisch betrachtet - geradezu erstaunlich: Auch heute muss Chianti aus mindestens 80 Prozent Sangiovese bestehen. Für den Rest sind andere rote Trauben wie die heimischen Canaiolo und Colorino bzw. die französischen Sorten Merlot, Cabernet und Syrah zugelassen.

Meilensteine im Chianti. Mehr auf der nächsten Seite

„Der Hügel dort drüben”

Er hat den Schlüssel der Burg wieder in der Hand.
„Seit 1993 widme ich mich der Wiederentdeckung von Werten, die diesen Ort und seine Weine seit Jahrhunderten zu etwas Einzigartigem machen”, erklärt Francesco Ricasoli. „So erforschen wir alte Varietäten des Brolio-Sangiovese und experimentieren mit neuen, und wir studieren ausführlich die Böden unserer Weingärten, um die besten Lagen herauszufinden. Wir wollen auch in Zukunft Meilensteine im Chianti Classico”.

Francesco Ricasoli (August 2012). Foto: Barone Ricasoli S.p.A.

Nachdem Francesco Ricasoli, Ur-Enkel von Bettino und 32. Barone Ricasoli 1993 das Weingut ins Familieneigentum „zurückgekauft” hatte, blieb kein Stein mehr auf dem anderen, und das alte Familienmotto „Riens sans Peine” - „Nichts ohne Anstrengung” - bekam eine neue Bedeutung. Sofort leitete Ricasoli eine ambitionierte Neustrukturierung auf dem 240 Hektar großen Weingut ein: Er legte die Qualitätslatte dramatisch höher, modernisierte mit großem Aufwand die Keller und ließ die Weingärten nach und nach roden und neu auspflanzen. „He has the key to the castle again” - „er hat den Schlüssel der Burg wieder in der Hand” - war in der Zeitschrift „Wine Today” über den feinsinnigen Baron zu lesen - der fest entschlossen war, mit dieser „Schlüsselgewalt” das Gut zu neuer - alter - Größe zu führen. Als beratenden Önologen engagierte der Baron den als absoluten Meister seines Faches geltenden und vielfach ausgezeichneten Carlo Ferrini - einen wahren Wein-Zauberer, der am Erfolg Ricasolis einen nicht zu unterschätzenden Einfluss hat.

Ausbau im Barrique - der Weinkeller. Fotos: Barone Ricasoli S.p.A.

Die Rebgärten Brolios finden sich in unmittelbarer Nähe der Burg. Hautrebsorte ist natur- und traditionsgemäß Sangiovese, daneben sind Merlot, Cabernet Sauvignon und lokale toskanische Sorten von Bedeutung. Die Weingärten liegen auf 180 bis 500 Metern Höhe, vorwiegend auf Hügeln mit Süd- und Südwestexposition. Die Böden sind vielfältig: In den höheren Lagen dominiert „Macigno del Chianti” - Sandstein mit Auflagen von Kalk, Mergel und Ton. In mittleren Lagen herrscht „Montemorello” vor - karge Kalkböden, die unter den Namen Alberese und Galestro bekannt sind. Die „Pliocene” genannten Böden in der Ebene schließlich sind von Kies und Sand gepägt.

Colledilà & Etikett. Fotos: Barone  Ricasoli S.p.A. Der Colledilà, ein Chianti Classico besteht aus 100% Sangiovese. Alle Trauben stammen aus der gleichnamigen, sieben Hektar großen Weinbergslage Colledilà - übersetzt: „Der Hügel dort drüben”. Ein großartiger, 18 Monate im Eichenfaß gereifter Wein, der die Besonderheiten des Weingartens und der Rebsorte auf einzigartige Weise zum Ausdruck bringt. Das Etikett zeigt den Ausschnitt einer historischen Chianti-Landkarte aus dem Jahr 1584, die vor einigen Jahren auf Brolio unter dem Staub der Geschichte entdeckt wurde. Die Karte ist vermutlich die älteste ihrer Art.

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Das Weinhaus Fehser (Heidelberg) führt den Chianti Classico Brolio DOCG

Parallel zur Neuübernahme startete startete Francesco Ricasoli 1993 ein wissenschaftlich fundiertes Programm zur Selektion und Weitervermehrung der besten alten Sangiovese-Rebstöcke des Weinguts: „Diese alten Sangiovese-Reben waren ein ungehobener Schatz”. Zu den gemeinsam mit verschiedenen Universitäten durchgeführten Forschungsprogrammen auf Brolio gehört auch die Analyse der einzelnen Weinbergslagen. Ricasoli: „Wir möchten unsere Weingärten und den Einfluss des Bodens auf den Wein besser verstehen, um die charakteristischen Eigenheiten des jeweiligen Bodens und der hier wachsenden Trauben möglichst unbeeinträchtigt in die Flasche zu transportieren”. Die Römer nannten diesen Gedanken genius loci - den „Geist des Ortes”. Heute sagt man dazu „Terroir”.


Barone Ricasoli S.p.A. Agricola

Cantine del Castello di Brolio
53013 Gaiole di Chianti (Siena)
Aktuelle Informationen finden Sie im Internet unter www.ricasoli.it

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