„Erfindungen kommen aus der Tiefe der Seele”, erklärt Artur Fischer, mit weit über tausend Patenten einer der erfolgreichsten Erfinder weltweit. Erfindungen, die dem Menschen dienen, brauchen einen langen Atem, weiß Artur Fischer aus eigener Erfahrung - und sie verlangen nach hohen Tugenden. Und so ist das Erfinden für ihn vor allem eine Sache der Herzensbildung, die sich gegen viele Widerstände jeden Tag neu bewähren muss. Zum Internationalen Tag der Erfinder am 9. November ein Lebensbild des Gründers der Fischerwerke.•

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„Erfindungen kommen aus der Tiefe der Seele”, erklärt Artur Fischer, mit weit über tausend Patenten einer der erfolgreichsten Erfinder weltweit. Erfindungen, die dem Menschen dienen, brauchen einen langen Atem, weiß Artur Fischer aus eigener Erfahrung - und sie verlangen nach hohen Tugenden. Und so ist das Erfinden für ihn vor allem eine Sache der Herzensbildung, die sich gegen viele Widerstände jeden Tag neu bewähren muss. Zum Internationalen Tag der Erfinder am 9. November ein Lebensbild des Gründers der Fischerwerke.•

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Der Mut, seinen Ideen treu zu bleiben

„Erfindungen kommen aus der Tiefe der Seele”, erklärt Artur Fischer, mit weit über tausend Erfindungen, darunter der nach ihm benannte Fischer-Dübel aus Polyamid, einer der erfolgreichsten Erfinder weltweit. Erfindungen, die dem Menschen dienen, brauchen einen langen Atem, weiß Artur Fischer aus eigener Erfahrung - und sie verlangen nach hohen Tugenden: Aufmerksamkeit und Interesse, Hingabe an die Sache, aber auch den Mut, seinen Ideen gegenüber allen Widerständen treu zu bleiben. Und so ist das Erfinden für Artur Fischer vor allem eine Sache der Herzensbildung, die sich jeden Tag neu bewähren muss. 

Zum Internationalen Tag der Erfinder, der in Europa am 9. November gefeiert wird, ein Lebensbild von Artur Fischer.


Prof. Dr.-Ing. E.h., Dr. h.c., Senator E.h.  Artur Fischer, Erfinder und Unternehmer © fischerwerke

Ein missglückter Fototermin
„Das ist mir viel zu gefährlich”, erklärt die Fotografin den erstaunten Eltern und packt ihre Ausrüstung erst gar nicht aus. Wegen der schlechten Lichtverhältnisse in der kleinen Dachgeschoßwohnung müsse sie ihren Blitzbeutel benutzen, der an einem Draht an der Lampe aufgehängt und durch ein Streichholz gezündet wird. Die Brandgefahr bei diesen niedrigen Decken aus Holz sei einfach zu groß. Artur Fischer, der sich für das Familienalbum ein Foto seiner kleinen Tochter gewünscht hatte, ist enttäuscht, aber mehr noch ist er unzufrieden mit dem Stand der fotografischen Technik. In Gesprächen mit Fotografen der Nachbarschaft erfährt er von weiteren Problemen ihrer Berufsausübung: Umständlich, ja geradezu entmutigend sei es, im Lichtblitz des Leuchtpulvers in Sekundenschnelle den Auslöser der Kamera zu drücken und dabei möglichst noch das Motiv im Auge zu behalten.


Artur Fischer führt die Synchronauslösung vor © fischerwerke 

Artur Fischers Erfindergeist war geweckt. Mit elektrischem Strom müsste es doch möglich sein, den Auslöser der Kamera und die Lichtquelle des Blitzgerätes gleichzeitig - synchron - auszulösen. In seiner Werkstatt arbeitet er in den folgenden Wochen bis spät in die Nacht an der Umsetzung seiner Idee - mit Erfolg: Nachdem er einen Schalter, der in das Gewinde für den Selbstauslöser am Fotoapparat eingeschraubt werden kann, per Kabel mit der Blitzvorrichtung verbunden hat, flammt das Blitzlicht immer genau dann auf, wenn sich der Objektverschluss der Kamera öffnet. Das erste synchron gesteuerte Blitzlicht war erfunden.

 
Blitzer-Parade © fischerwerke

Am 9.Juli 1949 wird Artur Fischers erste Erfindung unter der Bezeichnung „Magnesiumblitz für Fotoapparate” vom Deutschen Patentamt in München in die Rolle Deutscher Patente eingetragen. Mit seiner Erfindung wird Artur Fischer Zulieferer und Partner der Weltfirma AGFA in München. Als er den Einkäufern von AGFA bei seinem ersten Geschäftsabschluss die Lieferung von 50.000 Blitzgeräten im Jahr zusichert, hätte er auch in einem Pokerspiel eine gute Figur gemacht - mit keiner Mine gibt er zu erkennen, dass er zu diesem Zeitpunkt noch nicht die geringste Vorstellung darüber hat, wie er in seinem Kleinbetrieb diese Produktionsmenge erreichen kann. 

Ein Glücksfall für Handwerker. Mehr auf der nächsten Seite.

Glücksfall für Handwerker

Glücksfall für Handwerkerprofis und Hobbyheimwerker
Artur Fischer spannt den Rundstab aus Kunststoff in den Schraubstock. Dann greift er zu Feile und Säge und bearbeitet den Rohling so lange, bis er die gewünschte Form hat. Nach einigen Stunden samstäglicher Arbeit hält er einen Kunststoff-Dübel in der Hand, der sich beim behutsamen Eindrehen der Schraube mächtig auseinander spreizt - wie bei einem Krokodil mit außen sitzenden Zähnen. Ein praktischer Test bestätigt Artur Fischers Überlegungen: Wie einbetoniert hält die Schraube im Dübel und der Dübel an der Wand. Artur Fischer lächelt zufrieden, genau so hatte er sich das vorgestellt. Wenig später vollendet er seinen „Spreiz-Dübel”, indem er zwei seitliche „Dübelschwänzchen” ansetzt, Sperrzungen, die dem Dübel Halt geben und verhindern, dass er in der Tiefe des Bohrlochs verschwindet - der Dank ungezählter Handwerkerprofis und Gelegenheitsheimwerker dürfte Artur Fischer gewiss sein.

 
Amtlich: Patenschrift für den Spreiz-Dübel vom 8. November 1958 © fischerwerke

Nylon, das Material, aus dem der Dübel bestand, war einer der edelsten Kunststoffe überhaupt - witterungsbeständig, unempfindlich gegen Wärme, dehnbar und langlebig - und entsprechend teuer. Alle wohl gemeinten Spar-Ratschläge - „Nehmen Sie doch ein preiswerteres Material, Herr Fischer, das Ding verschwindet doch eh’ in der Wand” - wehrt Artur Fischer standhaft ab. Eben weil der Dübel in der Wand verschwindet und man nicht sehen kann, was mit ihm geschieht, darf nur das beste Material verwendet werden - eine Entscheidung für Qualität, die sich dann auch in den Verkaufszahlen bewähren sollte.

Werbewirksamer Dübeltest: Ein Opel schaukelt am Haken
© fischerwerke

Vor den kritischen Augen eines Reporters wird Artur Fischers Opel Olympia an einem Dübel mit einer 16mm Schraube an die Decke der Firmengarage gehängt. „Selbst heftiges Schaukeln vermochte nicht, die große Last dem kleinen Wunderdübel zu entreißen”, berichtet der Redakteur begeistert.

 

Ein Weihnachtsgeschenk für Nachwuchserfinder. Mehr auf der nächsten Seite.

Früh übt sich

Früh übt sich, wer ein rechter Erfinder werden will
Wieder einmal stapeln sich in den vorweihnachtlichen Tagen des Jahres 1963 die Weihnachtsgeschenke der Geschäftspartner im Vorzimmer des Unternehmenschefs. Auch wenn all diese kleineren und größeren Präsente zum guten Ton geschäftlicher Beziehungen gehören - Artur Fischer betrachtet sie doch mit sehr gemischten Gefühlen. Versonnen steht er vor den Geschenkbergen und erinnert sich an den geliebten Märklinbaukasten in seiner Jugend und an das Glück, das er empfand, als er in der kleinen Werkstattecke auf der elterlichen Veranda kleine Flugzeuge und Wasserräder bauen konnte. Da fasst er einen Entschluss: Nicht mehr die Geschäftspartner selbst, sondern deren Kinder sollen beschenkt werden - mit einem Spielzeug, das ihre Fantasie anregt und ihnen spielerisch schon in jungen Jahren technisches Grundwissen vermittelt. 

 
Mit dem Riesenrad in luftiger Höhe: Das große Riesenrad mit über 50cm Durchmesser lässt die Augen der jungen und jung gebliebenen Konstrukteure leuchten. Kinder Super-Fun Park von fischertechnik © Fischerwerke

Je länger Artur Fischer sich mit seiner Geschenkidee beschäftigt, desto abwechslungsreicher und bunter entwickelt sich das Spiel. Zu den Klötzchen kommen Rädchen und zu den Rädchen Achsen, die Achsen brauchen Winkelstücke, und die wiederum müssen mit Platten verbunden werden. Eine Welt entsteht für die vielen kleinen Nachwuchserfinder, die nun zu ihrer Mutti - und natürlich auch zu ihrem Papa - sagen können: „Schau mal, das hab’ ich selbst gemacht”.

Völlig ungefährlich - der Fischer TiP Dino aus Kartoffelstärke © Fischerwerke; das bunte Kreativmaterial aus Kartoffelstärke ist ein kleines Wunder der Natur - einmal kurz angefeuchtet kleben die TiPs bombenfest. Alter schützt nicht vor Erfindung: Noch im vorgerückten Alter erkennt Artur Fischer die neue Verwendungsweise des Materials als Kinderspielzeug. Bild rechts: fischertechnik und Fischer TiP erhalten Siein allen Filialen von URMEL ● richtig gutes Spielzeug

ARTUR FISCHER • Stationen

Artur Fischer wird am 31. Dezember 1919 in Tumlingen/ Schwarzwald geboren. Den Wehrdienst im II. Weltkrieg leistet er bei der Luftwaffe, zuletzt als Techniklehrer an einer Flugschule. Nach der Mitarbeit in einem Elektrogeschäft entwickelt er einen Webstuhlschalter sowie ein Blitzlichgerät für Fotoapparate und gründet 1948 eine eigene Firma.

1958 gelingt ihm die Erfindung des Fischer-Spreiz-Dübels, der in den folgenden Jahrzehnten das Bauwesen und die Heimwerkertechnologie entscheidend verändern sollte. Mit weit über 100 Dübelarten, darunter auch Dübel zur Fixierung von Knochenbrüchen, sind die Fischerwerke bald weltweit führend in der Befestigungstechnologie.

Münchner Erfindergalerie: Hans Sauer, Hermann Oberth, Artur Fischer und Walter Bruch (von links) 1984 im Deutschen Patentamt © Fischerwerke

Ursprünglich 1964 als Geschenk für die Kinder von Geschäftspartnern gedacht, entwickelt sich der fischertechnik-Baukasten rasch zu einem auch von Pädagogen hoch geschätzten Spiel, das die Kinderzimmer in vielen Ländern erobert. 1998, fast 80jährig, entwickelt Artur Fischer das Spielzeug TiP aus pflanzlicher Stärke. Bereits 1979 hatte er die Geschäftsführung des von ihm gegründeten Unternehmens Fischer-Werke an seinen Sohn Klaus übergeben.

Mit über 1.100 Patenten hat Artur Fischer mittlerweile sogar den US-Amerikanischen Erfinder und Unternehmer Thomas Alva Edison übertroffen, der es „nur” auf 1.093 Patente brachte. Für seine Leistungen erhielt Artur Fischer zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 1967 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1976 die Verleihung des Titels Dr.phil.h.c. durch die Universität Gießen, 1977 die Verleihung der Würde eines Ehrensenators der Universität Stuttgart, 1984 die Aufnahme in die Erfinder-Ehrengalerie des Deutschen Patentamtes und 1986 die Auszeichnung mit dem Titel Professor durch das Land Baden-Württemberg.  

Literatur:
Helmut Engisch / Michael Zerhusen: Die Fischers. Eine schwäbische Dübel-Dynastie.
Theiss, Stuttgart 1998. Ein vergnüglich zu lesendes Buch, das auf unterhaltsame Weise ein Stück südwestdeutscher Wirtschaftsgeschichte vermittelt.

Aktuelle Informationen zu fischertechnik finden Sie im Internet unter www.fischertechnik.de

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