Henri Nestlé erfindet das Kindermehl

Eine der Hauptursachen für die hohe Säuglingssterblichkeit während des 19. Jahrhunderts ist die Mangelernährung. Gefährdet sind vor allem Kinder, die nicht gestillt und mit einem der vielen Ersatznahrungsmittel ernährt werden. Mit dem von ihm entwickelten „Kindermehl” rettet der Apotheker und Chemiker Henri Nestlé vielen Säuglingen das Leben - und legt den Grundstein für eines der weltweit größten Unternehmen im Nahrungsmittelbereich. Henri Nestlé wird am 10. August 1814 in Frankfurt am Main geboren.

Kindermehl-Etikette © Nestlé Historical Archives, Vevey © NESTEC S.A./NESTLE S.A
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Henri Nestlé erfindet das Kindermehl

Eine der Hauptursachen für die hohe Säuglingssterblichkeit während des 19. Jahrhunderts ist die Mangelernährung. Gefährdet sind vor allem Kinder, die nicht gestillt und mit einem der vielen Ersatznahrungsmittel ernährt werden. Mit dem von ihm entwickelten „Kindermehl” rettet der Apotheker und Chemiker Henri Nestlé vielen Säuglingen das Leben - und legt den Grundstein für eines der weltweit größten Unternehmen im Nahrungsmittelbereich. Henri Nestlé wird am 10. August 1814 in Frankfurt am Main geboren.

Kindermehl-Etikette © Nestlé Historical Archives, Vevey © NESTEC S.A./NESTLE S.A
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Brot, Zucker bester Qualität - und Schweizer Kuhmilch

Der kleine Wanner
Die Nachricht von der Rettung des Neugeborenen verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Zahlreiche Mütter, die Hebammen und Doktores der Gegend kamen, um sich mit eigenen Augen vom Wohlergehen des Säuglings zu überzeugen - und auch das Wundermittel zu sehen, das den Kleinen gerettet hatte. „Le petit Wanner” - der kleine Wanner, wie Nestlé das Kind später nannte, war einen Monat zu früh auf die Welt gekommen. Tagelang hatte er die Muttermilch erbrochen und war mittlerweile so geschwächt, dass niemand mehr mit seinem Überleben rechnete. Die letzte, verzweifelte Hoffnung der Eltern richtete sich auf ein neuartiges Ersatznahrungsmittel, das der Chemiker Henri Nestlé aus Vevey erfunden hatte. Nestlé nahm den Säugling zu sich nach Hause und gab ihm eine dünnflüssige Mehl-Milch-Mischung aus der Flasche zu trinken. Und tatsächlich: Der Säugling behielt das Kindermehl bei sich, schlief tief und fest und erholte sich innerhalb kurzer Zeit. Die Rettung des Säuglings zeigte Henri Nestlé völlig unerwartet neue Anwendungsmöglichkeiten seiner Erfindung auf - und macht sein Produkt in der Region bekannt, ohne dass er zunächst viel Werbung betreiben muss.

Nestlés Patent für das Kindermehl in Frankreich (1868) und Kindermehlbüchse, Nestlé Historical Archives Vevey © NESTEC S.S./Nestle S.A.; Werbekarten für „Farine Lactée Nestlé” in Frankreich (1893), Nestlé Historical Archives, Vevey © NESTEC S.A./NESTLE S.A

Milch, Brot, Zucker bester Qualität
Das Problem künstlich gefertigter Säuglingsnahrung waren nicht die Grundstoffe, sondern deren Verarbeitung. Mit der „Suppe für Säuglinge” aus Kuhmilch und Weizenmehl hatte der deutsche Chemiker Justus von Liebig 1865 Maßstäbe gesetzt. Allerdings: Die Zubereitung der Suppe war zeitaufwendig und umständlich, bis das Kind etwas zu essen bekam, konnte leicht eine Stunde vergehen. Zu jeder Mahlzeit mussten frische Milch und Mehl besorgt werden - keine leichte Aufgabe, denn in den großen Städten war frische, hygienisch einwandfreie Milch nur schwer zu erhalten.   

Henry Nestlé sah hier eine einmalige Chance. Bei der Entwicklung einer Milchpaste hatte er bereits wichtige Erfahrungen beim Bezug der Rohmaterialien Milch und Zucker gemacht - Erfahrungen, die ihm nun bei der Herstellung seines Kindermehls von Nutzen waren. Schweizer Kuhmilch, deren Qualität als vorbildlich galt, kochte er mit Zucker und einem zwiebackähnlichen Spezialbrot zu einer dickflüssigen Milch-Brotpulver-Mischung ein und trocknete die Masse vollständig aus. Nochmals gemahlen und gesiebt wurde das fertige Kindermehl in Büchsen abgefüllt und etikettiert. 

„Meine Erfindung ist keine neue Entdeckung, sondern eine richtige und rationelle Anwendung von Substanzen, welche schon längst als 
die besten für die Ernährung von Kindern bekannt sind. Milch, Brot, Zucker bester Qualität sind die Hauptbestandteile”, Henri Nestlé 1868
   

 
 
 
Fabrik Vevey, Abfüllen der Kindermehlbüchsen um 1880, Nestlé Historical Archives Vevey, © NESTEC S.A./NESTLE S.A

 

Henri Nestlé gewinnt das Vertrauen besorgter Mütter in sein Kindermehl. Mehr auf der nächsten Seite.

Science sells

Science sells
Da Henri Nestlé in Vevey und Umgebung bestens bekannt war, musste er sich über die regionale Bewerbung seines Kindermehls kaum Gedanken machen. Ganz anders verhielt sich die Sache in weiter entfernten Gebieten oder gar im Ausland: Hier waren besorgte Mütter verständlicherweise wenig bereit, ein unbekanntes Nahrungsmittel eines unbekannten Herstellers an ihren Kindern zu testen. In dieser Situation setzt Nestlé auf die Strategie, Werbeanzeigen in Fachzeitschriften zu platzieren, um Ärzte und Professoren für sein Produkt zu gewinnen. 1874 verfasst er die betont wissenschaftlich gehaltene Broschüre „Die Ernährung der Kinder”, in der er nüchtern-sachlich über die Kinderernährung im allgemeinen und über Zusammensetzung, Anwendung, Wirkung und Erfolge seines Kindermehls im besonderen berichtet. Die Broschüre, die er mit beigelegtem Gebrauchsmuster an unzählige Mütter, Hebammen und Ärzte verschickt, findet eine derartige Beachtung, dass sie als Werbeschrift von anderen Nahrungsmittelherstellern oft bis in die Details kopiert wird.

  

Henri Nestlé: Über die Ernährung der Kinder, Titelblatt und erste Seite; Nestlé Historical Archives, Vevey © NESTEC S.A./NESTLE S.A.
Heinrich Nestlé wird am 10. August 1814 in Frankfurt am Main geboren. Fünf von insgesamt vierzehn Geschwistern waren schon vor seiner Geburt gestorben. Nach einer Apothekerlehre und mehrjäriger Wanderschaft lässt sich Heinrich 1939 in der französischsprachigen Schweiz in Vevey am Genfer See nieder und nennt sich fortan Henri Nestlé. Der Apotheker Marc Nicollier vermittelt ihm 1843 eine Gewerbeliegenschaft mit Wohnhaus und verschiedenen Maschinen. Henri Nestlé beginnt mit der Herstellung verschiedener Produkte, u. a. Liköre und Öle, später auch Limonade, Flüssiggas und Portlandzement.
 
Logo 1995 (© NESTEC S.A./Nestle S.A.); im Markenzeichen vereint Nestlé Namen (Nestle = kleines Nest) und Verwendungszweck seines Produkts: Eine Vogelmutter füttert ihre Jungen
1860 heiratet Henri Nestlé die Frankfurter Arzttochter Clementine Therese Ehemant. Ihre Enttäuschung über die Kinderlosigkeit der Ehe kommt zum Ausdruck in ihrem übersteigerten Interesse und ihrer Fürsorge für die Kinder ihrer Bekannten und Nachbarn.
Henri Nestlé und Clémentine Nestlé-Ehmant (1867), Nestlé Historical Archives Vevey, © NESTEC S.A./NESTLE S.A.
 Justus von Liebig (1803 - 1873) entwickelt 1865 ein Ersatznahrungsmittel für Muttermilch auf der Basis von Kuhmilch und Weizenmehl. Nestlé verändert die Herstellung und bringt 1867 das „Kindermehl” auf den Markt. Um die riesige Nachfrage nach dem Produkt zu bewältigen, wird die Firma Nestlé wird in den folgenden Jahren vergrößert. 

1875 verkauft Henri Nestlé die Firma an einstige Geschäftsfreunde. Der Sechzigjährige zieht  in die „Villa Nestlé” in Glion oberhalb von Montreux ein. Henri Nestlé stirbt im Alter von 76 Jahren am 7. Juli 1890 in Glion. Nestlé S.A. gehört heute zu den weltweit führenden Unternehmen im Nahrungsmittelsektor Nahrungsmittelsektor.
Stich Fabrik Vevey, ca. 1888, Nestlé Historical Archives Vevey, ©NESTEC S.A./NESTLE S.A

Literatur: Albert Pfiffner: Henri Nestlé. Vom Frankfurter Apothekergehilfen zum Schweizer Pionierunternehmer. Chronos Verlag Zürich 1993

Informationen zu Nestlé im Internet unter www.nestle.de (Nestlé Deutschland AG) oder www.nestle.com (Hauptverwaltung Nestlé S.A. in der Schweiz)

 

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