Er gibt seinen Lesern Tipps, wer wieviel Trinkgeld bekommt und wann man die Rechnung besser überprüfen sollte. Er warnt vor Taschendieben und rät, Kuhmilch in der Schweiz „keinesfalls ohne Beimischung von Cognac oder Rum” zu trinken. Die unbestechlichen und präzisen Berichte in seinen Reisehandbüchern machen Karl Baedeker zu einer sprichwörtlichen Institution. Am 1.Juli 1827 gründet er in Koblenz seinen Reiseführer-Verlag.•

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Er gibt seinen Lesern Tipps, wer wieviel Trinkgeld bekommt und wann man die Rechnung besser überprüfen sollte. Er warnt vor Taschendieben und rät, Kuhmilch in der Schweiz „keinesfalls ohne Beimischung von Cognac oder Rum” zu trinken. Die unbestechlichen und präzisen Berichte in seinen Reisehandbüchern machen Karl Baedeker zu einer sprichwörtlichen Institution. Am 1.Juli 1827 gründet er in Koblenz seinen Reiseführer-Verlag.•

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Seine roten Reisehandbücher revolutionieren das Reisen


Karl Baedeker mit Schirm und Reisetasche. „Ein Regenschirm, der stehengeblieben ist, wird gar zu leicht hier und dort als gute Beute angesehen, selbst wenn man ihn unmittelbar nachher fordert, pflegt er wohl verschwunden zu sein” (Karl Baedeker)   © MairDumont

Ein Handbuch für Schnellreisende
„Welche Lust gewährt das Reisen”, jubelt Karl Baedeker 1838, „es ist eine prächtige Einrichtung mit diesen Eisenbahnen; bei Reisen kommen Geld und Zeit gar nicht mehr in Frage.” Eisenbahn und Dampfschiff führen in den ersten Jahrzehnten des 19.Jahrhunderts zu einschneidenden Veränderungen auf dem Reisemarkt, dank der neuen Verkehrsmittel steigt die Zahl der Reisenden rapide an. Doch was würde sie an ihrem Reiseziel erwarten? Wo finden sie welche Unterkunft und wo drohen Gefahren? Der neu entstehende Stand der „Touristen” verlangt nach Informationen - und Karl Baedeker kann sie ihnen geben.

Bild links: Baedeker Rheinreise 1839 ohne Unterzeile. Bild rechts: Baedeker Rheinreise 1846 © MairDumont

In dem Verlag, den er vor Jahren in Koblenz erworben hatte, war der Reiseführer „Rheinreise von Mainz bis Cöln, Handbuch für Schnellreisende” des Historikers J. A. Klein erschienen. Für eine neue Auflage schiffte Baedeker sich ein und überprüfte die Angaben. Die überarbeitete Ausgabe, die er 1835 herausbringt, kann als der erste „Baedeker” angesehen werden - sie war so erfolgreich, dass sie innerhalb von zwölf Jahren dreimal neu aufgelegt wurde.

Das Wort „Tourismus”, das um 1800 bei den reisefreudigen Engländern aufkam, bürgert sich gegen 1830 auch in Deutschland ein. Das  Grimmsche Wörterbuch definiert 1893 den Touristen als Reisenden, „der zu seinem Vergnügen, ohne festes Ziel, zu längerem Aufenthalt sich in fremde Länder begibt”.

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Der Erbsenzähler
Der Mittvierziger, der vor Freiherr Gisbert von Fincke die Stufen zum Dach des Mailänder Doms hinaufsteigt, verhält sich einigermaßen seltsam. Von Zeit zu Zeit hält er kurz inne und steckt sich einen kleinen Gegenstand in die Hosentasche. Auf dem Dach angekommen, gibt der Freiherr seine Zurückhaltung auf und fragt den Dombesucher nach dem Grund seines merkwürdigen Tuns. Der Angesprochene - es ist Karl Baedeker - gibt bereitwillig Auskunft: Nach jeweils zwanzig Stufen stecke er eine trockene Erbse in seine Tasche. Oben angekommen, zähle er die Erbsen und multipliziere sie mit 20. Damit habe er exakt die Anzahl der Stufen für einen Bericht in seinem Reiseführer bestimmt. Um ganz sicher zu gehen, mache er beim Hinabsteigen die Gegenprobe. Die Anekdote festigte den Ruf Baedekers als gründlicher und genauer Beobachter - und erweiterte unsere Sprache um den Ausdruck „Erbsenzähler” für einen übergenauen, ja pedantischen Menschen.

S. Ochs: Fotografie „Der Erbsenzähler”, www.tilpuli.de, © S. Ochs

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Baedekers Sterne und die Ehre Italiens. Mehr auf der nächsten Seite.

Baedekers Sterne und die Ehre Italiens

Baedekers Sterne und die Ehre Italiens
Weitere Reisefüher von Karl Baedeker erscheinen, zu Holland und zu Belgien sowie das „Handbuch für Reisende durch Deutschland und den Österreichischen Kaiserstaat”, Baedekers Hauptwerk. Berühmte Reisende der Zeit schätzen die Präzision und Ehrlichkeit der Bände und lassen nichts auf ihren „Baedeker” kommen - Mark Twain und Charles Dickens, Karl May und Jules Verne, der in einem seiner Romane ausdrücklich empfiehlt, den „Baedeker” zu Rate zu ziehen, wenn man ein Land nicht kennt und unsere Sprache in diesem Zusammenhang um das Wort „baedekern” bereichert. Für den Umgang mit dem Reiseführer bei der Reiseplanung gibt Verne den Tipp: Hat das Reiseziel einen Stern im Baedeker?

Baedeker Schweiz 1863, Panorama Berner Alpen © MairDumont

Der „Baedeker” wird zu einer sprichwörtlichen Institution - eine Erwähnung darin bedeutet Segen oder Fluch. Die Warnung vor der „üblichen Ausbeutung des unerfahrenen Fremden” in Neapel und vor Restaurantangestellten, die sich „beim Summieren der Rechnung wohl irren”, führten zu ernsthaften diplomatischen Verwicklungen: 1866 bestellt die Handelskammer von Neapel den preußischen Gesandten ein und beschwert sich über Angriffe im „Baedeker” auf die Ehre Italiens.

Bild links: Alte Baedeker; Bild rechts: Baedecker Ägypten © MairDumont

Karl Baedeker wird am 03. November 1801 in Essen geboren. In Heidelberg am Neckar macht er von 1817 bis 1821 eine Buchhändlerlehre und absolviert ein geisteswissenschaftliches Studium. Am 1.Juli 1827 gründet er in Koblenz eine Verlagsbuchhandlung. 1835 erscheint der erste „Baedeker”: die von ihm selbst überarbeitete Neuauflage der „Rheinreise”.

Mit dem Ziel, glaubwürdig und präzise zu berichten, hat Karl Baedeker sechs Reisführer verfasst, die viele Male neu aufgelegt werden. Sein Anspruch war: Wer mein Handbuch aufschlägt, braucht keine Führer mehr - „und seine Reisekosten werden nur halb so hoch sein wie die der Ahnungslosen”. Zum Markenzeichen wird der rote Einband, den er, wie auch die Bewertung von Reisezielen mit einem Sternesystem, von dem englischen Verleger John Murray übernimmt. Karl Baedeker stirbt am 04.Oktober 1859 in Koblenz.

Karl Baedeker © MairDumont

Unter dem Sohn Fritz Baedeker (1844 - 1925) entsteht der klassische „Baedeker-Stil”. Standardwerke wie „Palästina & Syrien” (1875), „Ägypten” (1877) oder  „Russland” (1888) und „Indien” (1914) verhelfen dem Verlag zu Weltruhm. 1976 erscheinen die ersten Baedeker-Kompakt - Reiseführer. Der Baedeker Allianz Reiseführer „Deutschland” von 1998 wird in den folgenden Jahren der erfolgreichste Reiseführer aller Zeiten. 2010 wird der Baedeker-Reiseführer mit einem herausnehmbaren Special-Guide ausgestattet, der ein typisches Thema der jeweiligen Destination aufgreift.

Argentinien-Baedeker mit Special-Guide Tango (Erscheinungstermin Frühjahr/Sommer 2010)

Informationen zum Verlag Karl Baedeker unter www.mairdumont.com und unter www.baedeker.com

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