JOSEF RODENSTOCK

Er betrachtete Sehfehler nicht mehr als Krankheit, sondern als Schwäche, die durch eine Brille vollständig behoben werden kann. Mit dem „Brillen-Anmess-Apparat”, den er entwickelte, ließen sich individuelle Sehfehler genau feststellen und entsprechende Brillengläser anpassen. In seinem Münchner Verkaufsgeschäft führte er erstmals professionelle Sehtests durch, die zum Vorbild für alle späteren optischen Geschäfte wurden. Der Gründer der Rodenstock GmbH Josef Rodenstock wurde am 11.April 1846 geboren.

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JOSEF RODENSTOCK

Er betrachtete Sehfehler nicht mehr als Krankheit, sondern als Schwäche, die durch eine Brille vollständig behoben werden kann. Mit dem „Brillen-Anmess-Apparat”, den er entwickelte, ließen sich individuelle Sehfehler genau feststellen und entsprechende Brillengläser anpassen. In seinem Münchner Verkaufsgeschäft führte er erstmals professionelle Sehtests durch, die zum Vorbild für alle späteren optischen Geschäfte wurden. Der Gründer der Rodenstock GmbH Josef Rodenstock wurde am 11.April 1846 geboren.

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Josef Rodenstock

Firmengründer Josef Rodenstock; Foto: Rodenstock

Fehlsichtigkeit ist keine Krankheit
40, 45, 50 Jahre - die Fertigbrillen, die er in seinem Sortiment führt, sind mit Altersaufschriften gekennzeichnet, um zumindest eine ungefähre Orientierung bei der Auswahl zu geben. Schon in jungen Jahren muss Josef Rodenstock zum Familienunterhalt beitragen. Er beginnt einen Handel mit Kurzwaren, selbst gefertigten Barometern und gelegentlich auch Brillen und Brillenfassungen, für die er sich besonders interessiert. In seiner freien Zeit studiert er die Theorien von Cornelius Donders, einem Pionier auf dem Gebiet der Augenheilkunde, der sich dafür einsetzt, dass der Verkauf von Brillen nicht mehr fahrenden Händlern überlassen, sondern von Augenärzten vorgenommen werde.

Um seine optischen Kenntnisse zu vertiefen, macht Josef Rodenstock bei einem befreundeten Optiker ein längeres Voluntariat. Brillen betrachtet der junge Rodenstock zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Geschäft, sondern sie fesseln seine wissenschaftlich-praktische Neugier. Durch Gespräche mit reisenden Brillenhändlern, Beobachtung und Überlegung gelangt er zu der Überzeugung, dass Sehfehler keine Krankheit sind, sondern sich mit technischen Hilfsmitteln korrigieren lassen.

Der niederländische Physiologe Franciscus Cornelius Donders war mit seinen Forschungen am Auge ein Wegbereiter der Augenheilkunde. Auf Donders geht u.a. die Unterscheidung von Alters- und Übersichtigkeit und die Korrektur des Astigmatismus durch Zylindergläser zurück. Im Jahr 1863 entwickelte er das Tonometer, ein Gerät zur Messen des Augeninnendrucks. 
Donders setzte sich dafür ein, dass die Brillenverordnung von Augenärzten vorgenommen werde.

Rodenstocks „patentirte Augengläser”
„Die Erfindung des Physikers aus Würzburg”, berichtet die Centralzeitung für Optik und Mechanik in ihrer Juli-Ausgabe 1880, „ist deshalb sehr zu begrüßen, da derselbe seit langer Zeit der erste ist, welcher eine bedeutende Verbesserung der Augengläser, dieses in allen Ständen so sehr häufig unentbehrlichen Hilfsmittels, eingeführt hat”. Der „Physiker aus Würzburg” war kein anderer als Josef Rodenstock, der sich zu Beginn des Jahres 1878 in der unterfränkischen Stadt als „Fabrikant von physikalischen, optischen und mathematischen Instrumenten” angemeldet hatte.

Bild links: 1877 mietet Rodenstock Räume in der Kaiserstraße in Würzburg  und richtet eine Werkstatt und ein Warenlager ein; Foto: Rodenstock; Bild rechts: Zwei Äskulapstäbe in Rodenstocks Fabrikmarke betonen den medizinischen Charakter der „verbesserten Augengläser”; Foto: Rodenstock

Josef Rodenstock hatte das Angebot der kleinen Firma erheblich ausgebaut. Noch immer hatte er Thermometer und Barometer im Programm, zusätzlich bot er auch Feldstecher und Operngläser an. Wegen der Präzision seiner Arbeit wurden die Professoren der Würzburger Universität auf ihn aufmerksam und baten um Spezialgeräte für ihre physikalischen und chemischen Experimente. Den größten wirtschaftlichen Erfolg erzielte Rodenstock mit den „Diaphragma-Gläsern”, die er bereits in den Jahren vor der Ansiedlung in Würzburg entwickelt hatte - Brillengläser mit einem schwarz gefärbten Rand, um die störenden Reflexe beim Sehen zu unterdrücken. Diese Reflexe waren deshalb so unangenehm, weil Brillengläser damals erheblich kleiner waren als heute.

Rodenstock erkennt sofort den Nutzen der positiven Besprechung seiner Erfindung in der Fachpresse und lässt Flugblätter drucken, auf denen er mit einem Appell an die Vernunft für seine Augengläser wirbt: „Es wird der denkende Theil der Brillentragenden sich gewiß der besseren Gläser bedienen, denn die Pflicht der Selbsterhaltung dürfte verbieten, ein für das Auge minder gutes oder gar schädliches Glas anzuwenden”. 

Das ideale Optikergeschäft mit eigenem Untersuchungsraum. Mehr auf der nächsten Seite.   

Das ideale Optikergeschäft

Exakte Untersuchungen und Messungen am Auge
Wo Brillenfassungen und -gläser „fertig auf Lager” liegen, könne es sich nur um gewöhnliche Handelsbrillen handeln, die man auch im „Kurzwaarengeschäft” kaufen könne, mahnte Josef Rodenstock in seiner Schrift „Die Brille, deren Anschaffung und Gebrauch”, die er 1883 veröffentlicht. Er erläutert darin genau, wann Augengläser nötig sind und wie sie beschaffen sein müssen, und er warnt nachdrücklich vor den „optischen Waarenhändlern”, die „gar kein oder nur sehr mangelhaftes Sachverständnis” hätten. Brillen sollten am richtigsten vom Optiker angepasst werden, in „optisch-oculistischen Anstalten”, in denen der Grad der Fehlsichtigkeit (Refraktion) genau bestimmt und eine Gesichtsmessung vorgenommen werden kann.

Bild links: Josef Rodenstock stellt sich mit seiner Schrift „Die Brille” (1883) im Streit um das Recht zur Gläserbestimmung auf die Seite des Optikerhandwerks, Foto: Rodenstock; Die 1890 gegründete Berliner Filiale gilt als „mustergültig”: Foto: Rodenstock. Bild rechts: Die 1890 gegründete Berliner Filiale gilt als „mustergültig”. Foto: Rodenstock

Bereits in seiner Zeit in Würzburg hatte Josef Rodenstock ein spezielles Gerät entwickelt, mit dem es möglich war, eben diese exakten Untersuchungen vorzunehmen: den „Brillen-Anmeß-Apparat, verbunden mit Pupillo- und Strabometer”, der 1881 patentiert wurde - beim damaligen Stand dern Technik angeblich das beste Instrument auf dem Markt, um die optimale Brille zu fertigen. Die ideale Vorstellung von einem Optikergeschäft verwirklichte Rodenstock dann einige Jahre später in seinem Münchener Geschäft. Völlig neu und zum Erstaunen der Kundschaft bot die Filiale etwas, was es bis dahin nicht gegeben hatte: einen eigenen Untersuchungsraum zur Refraktionsbestimmung. Im Unterschied den „Brillenhändlern” - wie Rodenstock einige seiner Wettbewerber titulierte - konnten individuelle Sehschwächen rasch und genau bestimmt werden.   

Rodenstocks Filiale in München genoß bald einen herausragenden Ruf. Sie wurde zum Vorbild für viele andere Optiker, die hinter diesen Stand nicht mehr zurückgehen konnten. Die „Anfertigung jeder Brille nach Maß” - sie war kein unerfüllbarer Wunschtraum mehr, Josef Rodenstock konnte sie liefern. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anfang des 20.Jahrhunderts waren die so genannten „Perfa”-Gläser, gewölbte Brillengläser mit konvexer Vorder- und komkaver Rückseite, die wohl wichtigste Entwicklung im Bereich der Augenoptik. Rodenstock konnte diese Gläaser als Erster auf dem Markt einführen. Foto: Rodenstock

Im Alter von 73 Jahren zieht sich der Firmengründer Josef Rodenstock 1919 aus dem aktiven Geschäft zurück. In einem Brief an seinen Sohn wird er viele Jahre später schreiben: „Es war für mich eine kampf- und sehr arbeitsreiche Zeit und doch würde ich es bevorzugen, diese zu wiederholen, statt der jetzigen Leidenszeit eines hohen Alters, in dem man den senilen Beschwerden nicht mehr Herr wird”.

Josef Rodenstock wird am 11. April 1846 in Ershausen (Thüringen) geboren. Mit 14 Jahren beginnt er einen Handel mit Kurzwaren, selbst gefertigten Barometern und gelegentlich auch Brillen. 
Ende 1877 gründet er zusammen mit seinem Bruder in Würzburg die nach seinem Vater Georg benannte Firma „Optisches Institut G. Rodenstock”. Zum Angebot der jungen Firma  gehören neben Brillengläsern auch chemische Apparate, physikalische Instrumente und sogar Telefonanlagen. 1882 zieht Rodenstock nach München und eröffnet ein Detailgeschäft für seine optischen Erzeugnisse. 

Zum Verkauf seiner Fotoartikel richtete Josef Rodenstock 1892 in München ein photographisches Spezialgeschäft ein (Foto aus den 1920er Jahren). Da die Räume für die gesteigerte Nachfrage bald nicht mehr ausreichen, erwirbt er 1886 eine ehemalige Gipsfabrik - die Keimzelle des heutigen Unternehmens. Zu Beginn der 1890er Jahre steigt Rodenstock in das Fotogeschäft ein. Zu den Produkten gehören nun auch Fotoobjektive, Fernrohre und Feldstecher - die Fotooptik wird rasch zur zweiten Säule des Unternehmens. 1919 zieht sich Josef Rodenstock aus dem aktiven Geschäft zurück und übergibt die Unternehmensführung an seinen Sohn Alexander. Josef Rodenstock stirbt am 18.Februar 1932.

Foto: Rodenstock Spezialgeschäft, Foto 1920er Jahre; Bild rechts: 1886 kauft Rodenstock eine Fabrik am damals südlichen Stadtrand von München. Foto: Rodenstock

Aktuelle Informationen zur Rodenstock GmbH im Internet unter: www.rodenstock.de

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