Der junge Apotheker Dr. August Oetker evolutioniert mit Backhilfen und Puddingpulver um die Wende zum 20. Jahrhundert die Lebensmittelbranche. Teure Kuchen und Desserts konnten sich damals die meisten nur an Festtagen leisten - erst Oetkers Erfindungen machten sie für jedermann erschwinglich.

Der junge Apotheker Dr. August Oetker evolutioniert mit Backhilfen und Puddingpulver um die Wende zum 20. Jahrhundert die Lebensmittelbranche. Teure Kuchen und Desserts konnten sich damals die meisten nur an Festtagen leisten - erst Oetkers Erfindungen machten sie für jedermann erschwinglich.

Geling-Garantie

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Firmengründer Dr. August Oetker © Dr. Oetker KG

Tütenkram
Die neue Backmischung war haltbar, geschmacksneutral und die Backzeit wurde stark verkürzt. Nach vielen Experimenten im Hinterzimmer seiner Apotheke präsentiert Dr. August Oetker 1893 die Backpulvermischung „Backin” mit der Geling-Garantie. Oetker macht für sein Backpulver kräftig mündlich Werbung, verteilt Backrezepte und bietet das Backpulver erstmals statt in großen Pfundtüten in handlichen Portionstüten zu 20 Gramm zum Verkauf. Die Dosierung reicht genau für ein Pfund Mehl für einen Sonntagskuchen - und trägt entscheidend dazu bei, dass jeder Kuchen gelingt. Von der Konkurrenz zunächst als "Tütenkram" verspottet, zeigen sich die Pulvertütchen bald als geniale Werbeidee. 


In dieser Apotheke beginnt die Geschichte des Hauses Oetker: Aschoffsche Apotheke in Bielefeld 1892 © Dr.August Oetker KG

Die Kunst der Werbung
Gute Werbung ist der Schlüssel zum Erfolg - und mit seinemEinfallsreichtum in Sachen Werbung war August Oetker seiner Zeit um einiges voraus. Von Anfang an gab er seinen Produkten selbstverfasste Rezepte bei, die später gesammelt in umfangreichen Kochbüchern erschienen. Dr. Oetkers Schulkochbuch, das kostenlos an die Haushalte verteilt wurde, war ebenso ein Bestseller wie Dr. Oetkers Warenkunde, das erstmals 1914 erschien. Die interessierte Hausfrau fand darin alles, was auch nur im Entferntesten mit Lebensmitteln zu tun hatte - und natürlich auch die Bewerbung der Dr. Oetker Produkte.

Anfang der 1920er Jahre fuhren die berühmten Dr. Oetker-Kuchenwage selbst in die entkegensten Gemeinden Deutschlands Während vorne Backvorträge über Dr. Oetker Backhilfen gehalten wurden, spielte hinten ein Kasperltheater für die Kleinen.

 

 

Bild links: Dr. Oetker Versuchsküche 1910; Bild rechts: historischer LKW mit Gugelhupf-Anhänger. Fotos: Dr. August Oetker KG

Schicksalsschläge und Kontinuität. Mehr auf der nächsten Seite.

Ein heller Kopf

Der Hellkopf
Die vielleicht beste Werbeidee von August Oetker war der Hellkopf, ein Frauenkopf auf rotem oder blauem Oval. 1893 hatte Oetker den Kopf erfunden und ließ ihn auf allen Produkten und allen Anzeigen samt seinem Namenszug abbilden. Manchmal blickte der Kopf nach rechts, manchmal nach links, die Worte „Ein heller Kopf" waren in die Kontur des Kopfes eingefügt oder standen neben der Kopf-Silhouette. Weitblick bewies Dr. Oetker, als er 1899 das Warenzeichen beim Berliner Reichsamt patentieren ließ.


links: Backin Tütchen um 1920 mit dem Hellkopf;  rechts: Puddingpulver mit dem Warenzeichen im Lauf der Jahrzehnte  © Dr. August Oetker KG

Schicksalsschläge
Die "größte Backpulverfabrik des Continents" florierte, und selbst als der Erste Weltkrieg ausbrach, konnte das Unternehmen seine Umsätze noch einmal steigern. Doch August Oetker konnte die unternehmerischen und gesellschaftlichen Erfolge nicht mehr genießen, kurz hintereinander trafen ihn schmerzliche Verluste. 1913 starb überraschend sein jüngerer Bruder Eduard, dem die technische Leitung des Unternehmens unterstand. Der schwerste Schicksalsschlag war jedoch der frühe Tod seines einzigen Sohnes Rudolf, der einmal das Geschäft übernehmen sollte. Rudolf Oetker, 1889 geboren, war 1914 in die väterliche Firma eingetreten. Bereits am zweiten Mobilmachungstag wurde er einberufen - er fiel im März 1916 an der Westfront in der Schlacht um Verdun.

August Oetker erlebte das Ende des Krieges nicht mehr. Er starb, erst 56 Jahre alt, am 10. Januar 1918. Den Tod seines Sohnes hatte er nie verwunden.

 


Obere Bildreihe: Ein Klassiker der Küchengeschichte: Reprint Dr. Oetker Schulkochbuch - Das Original. Mit Backteil: Für den Elektroherd (2008). Kaum zu glauben: Was lange währt wird im Herbst 2008 - noch besser! Seit 1911 kann dieses Kochbuch seine Leistung immer wieder steigern und Altbewährtes nochmals verbessern. Variantenreiche Rezeptideen, einfach in der Zubereitung, von den deftigen Maultaschen über das sommerliche Zitronenhuhn bis hin zum indischen Putencurry begeistern seit Jahrzehnten die Gaumen quer durch die Republik. Unten: Dr. Richard Oetker mit der Jubiläumsedition des Schulkochbuches. Fotos: Dr August Oetker KG

Kontinuität
August Oetker war auch in seiner sozialen Haltung der Zeit weit voraus. Zeitgenossen schilderten ihn als einen Menschen mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. In einem guten Geschäftsjahr beteiligte Oetker die gesamte Belegschaft an den Umsätzen. Er verteilte Weihnachtsgeld und bereits 1913 wurde auf seine Initiative eine Art Betriebsrat gebildet. 

Heute wird im Familienunternehmen Dr. Oetker dem Umweltschutz große Bedeutung beigemessen. Schon 1987 wurde die Stelle eines Umweltbeauftragten geschaffen, im Jahr 1995 wurde der Enkel des Firmengründers Dr. h.c. August Oetker zum Ökomanager des Jahres gewählt. 


Kooperation der Dr. Oetker KG mit dem SOS-Kinderdorf © Dr. August Oetker KG

Zwei Stiftungen dienen gemeinnützigen Zielen: Die Rudolf-August Oetker Stiftung unterstützt Projekte in Kultur, Kunst, Wissenschaft und Umwelt. Die Ida und Richard Kaselowsky Stiftung ist auf soziale Zwecke ausgerichtet. 

Umfassende Informationen zur Dr. Oetker KG erhalten Sie unter www.oetker.de

 

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